Hitze

Nun ruft auch Kloten zum Wassersparen auf

Wegen der Hitze und Trockenheit befindet sich der Grundwasserspiegel auf einem Tiefstand. Die Stadt Kloten ist bereits die neunte Unterländer Gemeinde, die die Bevölkerung zum sparsamen Umgang mit Wasser aufruft.

Nicht überall gern gesehen in diesen Tagen sind solche Rasensprenger. In Kloten wurde die Bevölkerung aufgerufen, ihre Gärten nur minimal zu bewässern.

Nicht überall gern gesehen in diesen Tagen sind solche Rasensprenger. In Kloten wurde die Bevölkerung aufgerufen, ihre Gärten nur minimal zu bewässern. Bild: Archiv ZSZ/Symbolbild

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Das Auto waschen, den Rasensprenger laufen lassen, die Blumen giessen oder das Swimmingpool-Wasser auswechseln: Geht es nach der Flughafenstadt, sollten Klotenerinnen und Klotener dies vorübergehend auf ein Minimum beschränken. In einem Aufruf, der am Montag verschickt wurde, hält die Stadt zwar fest, dass die Trink- und Löschwasserreserven zurzeit sichergestellt seien.

Da sich jedoch bei länger andauernder Hitze Engpässe bei den Pumpwerken ergeben können, werde die Bevölkerung um einen sparsamen Umgang gebeten.«Es geht dabei nicht um Verbote, sondern darum, die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren», betont Marc Osterwalder, Leiter Bereich Lebensraum und Sicherheit. Natürlich wolle die Stadt nicht, dass private Gärten vertrocknen. Sinnvolles machen und Unnötiges lassen – das sei das Prinzip.

Brunnen brauchen etwa so viel Wasser wie 300 Klotener

Indes wird die Stadt selber den Wasserverbrauch vorerst nicht drosseln: Die Brunnen laufen weiter, die städtischen Blumenrabatte und die Rasenflächen der Sportanlagen werden weiterhin mit Wasser aus dem Leitungsnetz bewässert – mitunter aus Kostengründen. «Der Schaden, der bei vertrockneten Fussballplätzen entsteht, geht schnell in einen sechsstelligen Bereich», sagt Osterwalder.

Der tägliche Wasserverbrauch der Brunnen wiederum entspreche etwa jenem von 300 Personen – in einer Stadt mit 20 000 Einwohnerinnen und Einwohnern und 36 000 Arbeitsplätzen mache dies wenig Unterschied. Nicht zuletzt würden die Brunnen von der Bevölkerung bei der heissen Witterung sehr geschätzt. «Im Zentrum stehen vielmehr die städtischen Reservoirs: Die Werke kommen teilweise mit Nachpumpen kaum hinterher», so Osterwalder. Besonders die Reservoire in Egetswil und Breitenloo, die nebst dem nördlichen Teil von Kloten auch Winkel und Lufingen versorgen, würden zu Spitzenzeiten an ihre Grenzen stossen.

Mit den Empfehlungen zur Genügsamkeit im Wasserverbrauch steht Kloten im Unterland nicht alleine da. Ihre Nachbarinnen Winkel und Lufingen haben ebenfalls entsprechende Aufrufe veröffentlicht. Auch Bassersdorf, Stadel, Neerach, Dielsdorf, Steinmaur, Winkel und Freienstein-Teufen halten zur Sparsamkeit an; die letzteren drei haben ausserdem den Betrieb ihrer Brunnen vorübergehend eingestellt. In Steinmaur ist nicht zuletzt bereits seit fast einem Monat das Bewässern der Gemüsekulturen zeitlich und mengenmässig eingeschränkt.

Wird das Wasser knapper, kommt die Badi ins Visier

Zwar ist das Szenario noch unrealistisch, doch sollte die Wasserversorgung nicht mehr sichergestellt werden können, werden die Gemeinden auch gewisse Tätigkeiten – wie etwa Autowaschen – verbieten. Gemäss Osterwalder wäre auch zu überlegen, wie mit grossen Wasserverbrauchern wie dem städtischen Freibad umgegangen würde.

Solche Massnahmen würden bei Bedarf sukzessiv geprüft und immer mit dem Kanton abgesprochen, da die Klotener Wasserversorgung – wie jene von rund 20 weiteren Unterländer Gemeinden – nebst den eigenen Grundwasserreserven auch Wasser aus dem Zürichsee bezieht. «Aber wir hoffen natürlich, dass es nicht soweit kommen wird», sagt er. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 06.08.2018, 16:20 Uhr

Auch mit wenig Wasserverbrauch einen kühlen Kopf bewahren

Folgendes hilft, trotz Wärme daheim cool zu bleiben (nein, es sind nicht nur «Klassiker»):


  • Elektronische Geräte, die nicht gebraucht werden, ausstecken. Sie strahlen unnötige Hitze ab.


  • Sofern ein Ventilator vorhanden: eine Schale mit Eiswürfeln dahinter platzieren.


  • Reis in eine Baumwollsocke füllen, zubinden und einfrieren. Zwischen Bettlaken und Matratze verstaut, bleibt das Bett länger kühl – Reis enthält viel Stärke und bleibt daher länger kalt.


  • Eine Wärmeflasche lässt sich auch prima mit kaltem Wasser füllen. Wird das Wasser darin zu warm: ab in den Kühlschrank.

  • Ein nasses Tuch, das abends ans offene Fenster geklemmt wird, kühlt die eintretende Luft. Tagsüber kann das nasse Tuch über den Schultern zur Abkühlung verhelfen.


  • Statt sich stundenlang unter die lauwarme Dusche zu stellen: Die Handgelenke und Füsse zu kühlen hilft am meisten gegen Wallungen.


  • Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag zu verteilen dämmt die Wärmeproduktion während der Verdauung ein.


  • Auch wenn es vielleicht schwer fällt, aufs Feierabendbier zu verzichten: Alkohol entzieht dem Körper Wasser und Mineralstoffe und verstärkt damit die Wirkung grosser Hitze. Selbstgemachter Minze-Eistee ist genauso erfrischend.


  • Wenn irgendwie möglich: faulenzen. Das Quecksilber sinkt bald wieder.


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