Bülach

Ökosünden beichten am Handfest und Umwelttag

Nach den Sommer­ferien steigen in Bülach wieder das Handfest und der Umwelttag. Neben traditionellem Handwerk werden Informationen zur Ernährung geboten. Und Besucher können ihre Sünden wiedergutmachen.

Im Ökobeichtstuhl kann man seine Umweltsünden bekennen und wiedergutmachen.

Im Ökobeichtstuhl kann man seine Umweltsünden bekennen und wiedergutmachen. Bild: ZHAW

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Die Beichte ist etwas aus der Mode gekommen. Aber am 20. August wird der katholische Brauch ein Revival erleben – jedoch in abgewandelter Form. Am diesjährigen Handfest und Umwelttag, der zum 16. Mal in der Bülacher Altstadt stattfindet, wird ein Beichtstuhl besonderer Art bereitstehen.Anstelle eines Priesters erwartet die Besucher in der farbenfroh gestalteten Box ein interaktiver Touchscreen. Hier können sie ­ihre ökologischen Sünden bekennen und erhalten Informationen zur Grössenordnung der Umweltbelastung. Die Angaben basieren auf Berechnungen des Instituts für Umwelt und natürliche Ressourcen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Wädenswil, welches die Installation gestaltet hat.

Ziel ist es, dem Publikum auf spielerische, augenzwinkernde Art die Auswirkung seines Verhaltens aufzuzeigen. Danach werden ihm Vorschläge zur Wiedergutmachung unterbreitet. Für eine Liftfahrt zum Beispiel wird 20-mal Treppensteigen fällig.

Der Ökobeichtstuhl wird im Rahmen des Umwelttags präsentiert, für den die Stadt Bülach zuständig ist. Das übergeordnete Thema ist dieses Jahr Ernährung. An diversen Ständen können sich Passanten über Vermeidung von Lebensmittelverschwendung, fairen Handel, biologische Landwirtschaft oder einheimische Produkte kundig machen.

Die Themen werden von Organisationen wie der Erklärung von Bern, dem Fairtrade-Laden Claro, dem Naturschutzverein Bülach und dem Zürcher Bauernverband präsentiert. Derweil wollen Mitarbeitende der Stadtverwaltung den Besuchenden Heilpflanzen näherbringen. «Knoblauch, Zitronenmelisse und Thymian sind nicht nur geschmacklich fein, sondern können auch unser Wohlbefinden steigern», weiss die Umweltverantwortliche Gaby Schaad, die für die Organisation des Umwelttags zuständig ist.

Hüte, Möbel und Spinnräder

Den zweiten Teil des Anlasses organisiert wie in früheren Jahren das Team des Kulturzentrums Sigristenkeller. Diverse Handwerker werden in der Altstadt ihr Können zeigen. Neben Drechsler, Teppichweberin, Schreiner und Steinmetz wurden dieses Jahr drei neue Teilnehmende eingeladen. So wird die Hutmacherin Sonja Rieser aus Oberglatt ihre originellen Kopfbedeckungen präsentieren und der Regensdorfer Daniel Späh seine Möbel aus Altholz ausstellen. Und wie man auf einem alten Spinnrad Wolle zu einem Faden spinnt, wird die Zürcherin Ingrid Berney demonstrieren.

Feuer machen wie in Steinzeit

Auch den Kindern wollen die Veranstalter die Welt vor dem Computerzeitalter näherbringen: In der Kinder-Werk-Stadt wird ihnen gezeigt, wie man ein Seil dreht, einen Stecken schnitzt oder ein Feuer entfacht – und zwar ohne Feuerzeug und Zündhölzer, sondern wie es unsere Vorfahren in der Steinzeit prak­tizierten.


Bülacher Handfest und Umwelttag:
Samstag, 20. August, 9 bis 17 Uhr in der Altstadt. Kunst- und Handwerkermarkt, Stände zum Thema Ernährung sowie kulinarische Angebote aus den Handwerkerschränken unter den Rathausbögen. Für die Kinder-Werk-Stadt ist ein Tagespass für 10 Franken erhältlich. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 07.08.2016, 16:46 Uhr

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