Bülach

Per Achterbahn durchs neue Quartier

In Bülachs Norden lässt sich eine neue Dimension der Wohungsbesichtigung erleben. Eine virtuelle Achterbahnfahrt ermöglicht Mietern Einblicke in ihr künftiges Zuhause. Am Dienstag haben zwei Influencerinnen die Neuheit getestet.

Mit Brille und Joystick bewegt sich Influencerin Mirjam Jäger durch die Musterwohnung. Laura Tunon betreut sie auf ihrem virtuellen Rundgang.

Mit Brille und Joystick bewegt sich Influencerin Mirjam Jäger durch die Musterwohnung. Laura Tunon betreut sie auf ihrem virtuellen Rundgang. Bild: Francisco Carrascosa

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Grundrisse und Pläne gibt es längst und bald können im Quartier Im Guss die ersten Musterwohnungen besichtigt werden. Doch wie sollen sich die Interessenten ihr künftiges Wohnquartier vorstellen, das doch noch mitten im Bau ist und nach der Fertigstellung Lebensraum für rund 2000 Personen sein wird?

Ganz einfach: Sie unternehmen eine rasante Fahrt mit der Achterbahn und lassen die fertigen Häuser, die begrünten Parks und die farbenfrohen Spielplätze an sich vorbeiziehen. Dieses virtuelle Abenteuer ist eine Schweizer Premiere im Immobilienbereich. Die Idee stammt von der Firma Privera AG in Zusammenarbeit mit der DesignRaum GmbH. Die Immobiliendienstleisterin kümmert sich um die Vermietung der 343 Mietwohnungen auf dem Areal. «Weil hier in Bülach ein ganz neues Quartier entsteht, wollten wir den Interessenten einen realistischen und transparenten Eindruck der Umgebung vermitteln», sagt Mariana Schwager, Regionenleiterin Vermietungsmanagement Ost bei Privera.

Auf die Idee hat sie ein Video aus Holland gebracht. Es zeigt, wie ein Hausbesitzer eigens für Kaufinteressenten eine Achterbahn durch seine Liegenschaft gebaut hat – eine reale, mit Schienen aus Holz.

Drohnenaufnahmen und Rollercoaster aus Mailand

Für das Achterbahnspektakel in Bülachs Norden arbeitete man eng mit einer 3D-Agentur zusammen. «Der Aufwand war beträchtlich. Für die Umgebungsbilder brauchte es zahlreiche Drohnenaufnahmen.» Der Clou: Für die virtuelle Fahrt setzt man sich in einen realen Achterbahnwagen. «Diesen Rollercoaster hat die Erstellerin an einer Design-Messe in Mailand gefunden», sagt Schwager. Dank Hydraulik bewegt sich das Gefährt, was das Erlebnis noch realistischer erscheinen lässt.

Fahrt vor Ort nach Voranmeldung

Aufgebaut ist die Schweizer Neuheit im Showroom von Im Guss an der Schaffhauserstrasse 112. Einen Termin gibt es auf Voranmeldung: «Wir wollen uns Zeit nehmen für die Interessenten.». Drei Minuten dauert die Fahrt, bei der man eine 3D-Spezialbrille trägt. Dabei rast man nicht nur durchs ganze Quartier, sondern auch, in etwas gemütlicherem Tempo, durch drei verschiedene Wohnungstypen. Und die sind so realistisch dargestellt, dass man versucht ist, nach einem Sofakissen zu greifen oder in einen virtuellen Apfel zu beissen.

In Bülachs Norden lässt sich eine neue Dimension der Wohungsbesichtigung erleben. Video: Paco Carrascosa/Michael Caplazi

«Unglaublich, so etwas habe ich noch nie erlebt», zeigte sich Luisa Rossi nach ihrer Testfahrt überzeugt. «Am liebsten hätte ich die Räume gleich nach meinem Geschmack eingerichtet», sagte die Stylistin und Influencerin. Es sei ihr zwar schon etwas mulmig geworden: «Etwa so, wie bei einer Bootsfahrt.» Ihre Influencer-Kollegin Mirjam Jäger steckte die Berg- und Talfahrt als ehemalige Freestyle-Skifahrerin dagegen locker weg. Die beiden werden ihren Followern via soziale Netzwerke vom Erlebnis berichten.

Gegen 100 Personen haben das virtuelle Abenteuer bis heute erlebt. Betreut werden sie dabei auch von Laura Tunon. «Luisa Rossi ist erst die zweite, die sich nicht ganz wohlgefühlt hat», sagt sie. Eine besondere Attraktion sei die Fahrt natürlich auch für Kinder. Aber auch ältere Personen würden sich sehr fasziniert zeigen. «Für sie ist das alles meist ganz neu und entsprechend sind sie beeindruckt.»

Mit dem Joystick die Peperoni aus dem Kühlschrank holen

Für verspielte Interessenten hält man im Showroom noch eine weitere Attraktion bereit: Die virtuelle Wohnungsbesichtigung. Ausgerüstet mit einer Spezialbrille und zwei Joysticks in Handform lässt sich ein realitätsnaher Rundgang durch alle Zimmer erleben. Sogar das Öffnen des Kühlschranks und das Hochheben von Gegenständen ist möglich.

Das sei schon ganz etwas anderes, als einfach Wohnungspläne zu studieren, findet auch Rossi. «Vor allem, weil vielen Leuten heute das visuelle Denken fehlt.» Für Projektleiterin Schwager sind die virtuellen Attraktionen ein wichtiger Mosaikstein im Beratungsgespräch. «Es ersetzt auf keinen Fall die persönliche Betreuung.» Rund eine halbe Stunde verbringen Interessierte im Bülacher Showroom.

Ein komplett neues Projekt in der Dimension von Im Guss hat einen hohen Erklärungsbedarf. «Das Virtuelle ist dabei eine Ergänzung und kann helfen, den Entscheid zu ermöglichen.» Schwager räumt ein, die Herstellung der virtuellen Achterbahn sei nicht «ganz billig» gewesen. Für eine kleines Projekt oder gar ein einzelnes Haus würde sich dieser grosse Aufwand nicht rechnen. Die Vermietung laufe gut, sagt sie. Bereits im Spätherbst werden die ersten Mieter einziehen - und dabei wohl ganz reale Kisten schleppen müssen.

Informationen zur Achterbahn unter www.imguss.ch, Rubrik «wohnen»

Erstellt: 22.01.2019, 18:20 Uhr

Das neue Quartier

Das Areal Im Guss im Norden der Stadt Bülach umfasst 55300 Quadratmeter. Seit September 2017 erstellt Bauherrin und Projektentwicklerin Allreal zusammen mit zwei Immobilienfonds des Credit Suisse Asset Management auf vier Baubereichen auf dem Areal 493 Wohnungen und Gewerbeflächen. Mit der Planung wurden sechs Architekturbüros beauftragt.

Auf Baufeld 1 steht das teils denkmalgeschützte ehemalige Giessereigebäude. Es wird zu einem Geschäftshaus mit 5640 Quadratmeter Gewerbefläche umgebaut. Ein Teil dieses Gebäudes wird von der Musikschule Zürcher Unterland genutzt werden. Im schuleigenen Konzertsaal finden dann öffentlich zugängliche Musikveranstaltungen statt. Zum Areal gehört auch ein öffentlich zugänglicher, 4300 Quadratmeter grosser Park. (dsh)

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