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Perücke und High Heels sorgen für Liebeswirrwarr

Die Seniorenbühne Zürich ist die älteste ihrer Art in der Schweiz. Mit der Komödie «Charlys Tante» machten die Hobbyschauspieler vorgestern auch in Glattbrugg einen Halt.

Göpf als Tante Rösli (links), gespielt von Karl A. Dörig, hat es nicht einfach, Roberto Vogels (Hans Bodmer) Charmebekundungen abzuwehren.
Göpf als Tante Rösli (links), gespielt von Karl A. Dörig, hat es nicht einfach, Roberto Vogels (Hans Bodmer) Charmebekundungen abzuwehren.
Leo Wyden

Das Stück spielt in einem wunderschönen Anwesen im Tessin: Charly (Christoph Rohland), seine Freundin Sonja (Marianne Müller) und Gottfried «Göpf» (Karl A. Dörig) wollen hier ein paar Tage Ferien machen. Eingeladen hat sie Charlys Tante Rösli, die gerade auf einer Kreuzfahrt weilt.

Die Haushälterin Signora Fumagalli (Edith Schoch) ist ob der unangekündigten Gäste verwirrt, aber nicht nur derentwegen durcheinander: Sie erwartet die Geburt ihres Enkels Michelangelo Dante Giancarlo Serafino. Zudem kündigt sich bald darauf ein weiter Gast an. Sonjas Onkel Roberto «Roby» Vogel (Hans Bodmer) will vorbeikommen und seine Nichte sehen.

Da haben Charly und Sonja eine Idee: Göpf wird gezwungen, sich für die kurze Anwesenheit von Onkel Roby als Tante Rösli auszugeben. Doch Roby verliebt sich in Rösli, will nicht weg und behaart auf ein Date. Bald darauf kommt Sonja’s Freundin Inge (Elvina Bonfa) auf Besuch und wartet sehnlichst auf Göpf, in den sie verliebt ist. Als dann auch noch Tante Rösli (Margrit Hauser) von ihrer abgebrochenen Kreuzfahrt auftaucht, ist das Chaos perfekt.

Ein anspruchsvolles Hobby

Mit der Verwechslungskomödie in zwei Akten nach den Motiven von Brandon Thomas’ Stück (1892) ist die Seniorenbühne Zürich bis April auf Tour. Am Mittwochnachmittag traten die Hobbyschauspieler unter der professionellen Regie von Rupert Dubsky, der die Schweizerdeutsche Neufassung von Hans Gmür für die Seniorenbühne bearbeitet hat, im Kirchgemeindehaus der Katholischen Kirche in Glattbrugg auf.

Gegründet wurde die Seniorenbühne Zürich 1975 mit dem Ziel, älteren Menschen eine aktive Freizeitbeschäftigung zu bieten. Sie tritt hauptsächlich an Seniorennachmittagen und in Alters- und Pflegezentren auf. Die 35 Aktivmitglieder sind alle über 60 Jahre alt und müssen mit einem ziemlich anspruchsvollen Terminkalender klarkommen.

Damit es zu keinen Ausfällen kommt, wird jede Rolle doppelt besetzt. Spass macht es jedem. Margrit Hauser aus Männerdorf (Rösli) sagte: «Es ist sehr lustig und tut gut. Ich bin ziemlich scheu und Theaterspielen gibt Selbstbewusstsein. Und man sitzt nicht zu Hause herum, sondern kommt raus.» Zudem scheint es zu ungewöhnlichen Einkäufen anzuspornen, so wie bei Karl A. Dörig aus Zürich für seine Rolle.

«Ich suchte nach Schuhen mit Absatz und schickte unserer Regieassistentin das Foto eines Paares. Sie sagte es würde schon passen und sie hätte sogar eine geeignete Tasche dazu, doch ich würde nie in ihnen laufen können», erinnerte sich Dörig. Er belehrte sie eines Besseren: «Ich trug die Schuhe zu jeder Probe und jetzt kann ich stolzieren», sagte er mit Selbstironie.

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