Bülach/Winkel

Pilzsammler findet 850-Gramm-Morchel

In der ­aktuellen Morchelsaison ­wurden schon einige grosse Pilze gesammelt. Der Fund von Urs Bieri dürfte jedoch alle übertreffen: Seine Morchel ist 20 Zentimeter gross und wiegt stolze 850 Gramm.

Urs Bieri hält die imposante Morchel?in seiner Hand. 850 Gramm schwer und 20 Zentimeter gross ist sie.

Urs Bieri hält die imposante Morchel?in seiner Hand. 850 Gramm schwer und 20 Zentimeter gross ist sie. Bild: Urs Bieri

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Urs Bieri staunte nicht schlecht, als er letzte Woche durch ein Waldstück im Raum Bülach streifte. Bei einer Esche, in der Nähe eines Baches, entdeckte der Pilzsammler eine Morchel, die es, so sagt er, «wohl nur alle 100'000 Jahre einmal gibt». 20 Zentimeter gross und 850 Gramm schwer war der Pilz, auf den Bieri stiess. «Die Morchel ist mit Abstand die grösste, die ich je gefunden habe.»

2016 ist ein Morcheljahr

Der Fund dürfte einer der grössten sein, der in der laufenden Saison gemacht wurde – auch wenn es schon einige gab, welche die normale Morchelgrösse von fünf bis acht Zentimetern übertrafen. Im April entdeckte ein Taminser im Kanton Graubünden eine 15 Zentimeter grosse Morchel mit einem Gewicht von 100 Gramm. Und ein Gärtner aus Ostermun­digen BE stiess während seiner Arbeit auf ein Exemplar mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern. Doch mit 150 Gramm wiegt auch dieser Pilz deutlich weniger als die Morchel von Urs Bieri.

Nicht nur wegen seiner imposanten Grösse freut sich der Winkler Bieri über seinen imposanten Fund. Der Pilz ist auch Sinnbild für das gute laufende Morcheljahr. Während Bieris Ausbeute in den letzten Jahren eher spärlich ausfiel, hat er 2016 schon viele Pilze gesammelt: «In den letzten sieben Jahren war nicht viel los. Sechs bis acht Morcheln habe ich jeweils gesammelt. Dieses Jahr habe ich schon drei Kilogramm zusammen», erzählt Bieri. Und dies obwohl die Saison der gelben Morchel normalerweise erst im Mai beginne.

Im Gegensatz zu anderen Jahren herrschen in dieser Saison eben hervorragende Bedingungen. Der milde Winter und der ­regelmässige Regen in den letzten Monaten haben dazu beigetragen, dass die Schlauchpilze derzeit besonders zahlreich aus dem Boden schiessen.

Auch die Riesenmorchel von Urs Bieri hat von den guten Vor­aussetzungen profitiert. Dass sie sich so gut entwickeln konnte, hat sie jedoch auch ihrem Standort zu verdanken: «In der Nähe des Baches war es immer ausreichend feucht. Ausserdem hatte sie Morgensonne und damit genügend Licht», sagt Bieri.

«Besser als Gekaufte»

Die Morchel gilt seit jeher als Delikatesse. Das erdige und zugleich süssliche Aroma des Pilzes passt ideal zu anderen Speisen wie et-wa Kalbfleisch, Frühlingsgemüse oder Teigwaren. Das weiss auch Urs Bieri: «Die selbstgesammelten Morcheln schmecken köstlich. Viel besser als die gekauften Spitzmorcheln.» Vor ein paar Jahren, als er beim Sammeln fast leer ausging, habe er türkische gekauft: «Trotz der hervorragenden Kochkünste meiner Frau hat man die nicht essen können.»

Von der 850-Gramm-Morchel konnten die Bieris nur den oberen Teil des Kopfes zubereiten. Denn an der Innenseite des Pilzes habe es kleine weisse Tüpfchen gehabt, erklärt der Sammler. «Ein Pilz im Pilz sozusagen.» Der Teil, den man essen konnte, habe jedoch vorzüglich geschmeckt: «Wir haben Morcheltoast daraus gemacht». Den Rest des Pilzes hat Bieri wieder vergraben. «Ich habe ihn ja mitsamt der Wurzel ausgerissen. Ausserdem könnte er noch Sporen dran haben. Da ist es gut möglich, dass er wieder wächst.»

Erstellt: 06.05.2016, 17:07 Uhr

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