Rüdlingen/Kloten

Plattform für unkomplizierte Hilfe gegründet

«Gemeinsam statt einsam» heisst die von Heidi Steck und ihrer Tochter Fabienne Wüst initiierte Facebook-Gruppe. Hier erhalten Menschen in schwierigen Situationen praktische Unterstützung.

Heidi Steck und ihre Tochter Fabienne Wüst rufen zu mehr Solidarität auf.

Heidi Steck und ihre Tochter Fabienne Wüst rufen zu mehr Solidarität auf. Bild: Sibylle Meier

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Schon lange verspürte Heidi Steck aus Rüdlingen den Wunsch, etwas für die Menschen zu tun, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen: alleinerziehende Mütter, alleinstehende oder kranke Menschen, Menschen, die durch einen Schicksalsschlag ausder Bahn geworfen worden sind. Deshalb reservierte sie schon vor einigen Jahren die Internetadresse www.gemeinsamstatteinsam.ch.

Noch ist zwar keine Website lanciert worden; doch unter demselben Namen haben Heidi Steck und ihre Tochter Fabienne Wüst Mitte Dezember 2019 eine Facebook-Gruppe ins Leben gerufen. Und zwar mit der Idee, eine Plattform zu schaffen, auf welcher Hilfe angeboten und gesucht werden kann.

Innert weniger Tage erhielt die Gruppe über 200 Abonnenten, heute sind es bereits knapp 300. «Wir sind sehr überrascht, wie schnell die Gruppe gewachsen ist», sagt Heidi Steck und ergänzt: «Sie ist nicht nur für bedürftige Menschen gedacht, sondern soll auch dazu beitragen, dass die Menschen wieder näher zusammenrücken.»

Auf «Gemeinsam statt einsam» sollen Leute das ganze Jahr über das finden, was sie selber nicht erwerben oder sich nicht leisten können: einen Fahrdienst, einen Gutschein von der Migros, gebrauchte oder neue Kleidung oder Lebensmittel.

Aus eigener Erfahrung

Heidi Steck weiss selber, wie es sich anfühlt, wenn im Leben nicht alles rundläuft. Als ihre Tochter Fabienne zweijährig war, trennte sie sich von ihrem ersten Mann und schlug sich fortan allein durch. Sie arbeitete im Gastgewerbe, auch nachts, damit sie sich tagsüber um ihre Tochter kümmern konnte. Als sie dann auch noch verunfallte und mit einer gebrochenen Hüfte zu Hause bleiben musste, lernte sie, Hilfe von aussen in Anspruch zu nehmen. Seit dann weiss sie: «Hilfe annehmen ist keine Schwäche, sondern eine Stärke.» Die 51-Jährige lebt in Rüdlingen und hat sich vor acht Jahren als mediale Lebensberaterin selbstständig gemacht. Sie ist mittlerweile seit 22 Jahren glücklich verheiratet und hat nebst ihrer Tochter einen 20-jährigen Sohn.

«Hilfe annehmen ist keine Schwäche, sondern eine Stärke.»Heidi Steck, Initiantin von «Gemeinsam statt einsam»

Die Gründung der Facebook-Gruppe ist für sie eine logische Fortsetzung ihres steten Bemühen, Gutes für die Menschen zu tun. Ihre Tochter Fabienne Wüst ist vor kurzem von Rüdlingen nach Kloten gezogen. Ihre nicht immer einfache Kindheit hat die 26-Jährige, die als Marketingleiterin tätig ist, dafür sensibilisiert, dass es auch in der reichen Schweiz Menschen gibt, die in Armut leben. «Ich weiss, dass es Leute gibt, die nicht mehr genügend Geld bis zum Monatsende auf dem Konto haben, wenn sie alle Rechnungen bezahlt haben.»

Angebote und Gesuche

Da sowohl Heidi Steck als auch Fabienne Wüst beruflich sehr eingespannt sind, soll die Facebook-Gruppe «Gemeinsam statt einsam» möglichst bald zum Selbstläufer werden. Sprich: Wer etwas anzubieten hat, stellt die entsprechenden Bilder und die dazugehörenden Informationen gleich selber online.

Auch die Hilfesuchenden sind aufgefordert, ihre Bedürfnisse selber anzumelden. Aktuell sucht eine Mutter eine Skiausrüstung für ihren zehnjährigen Sohn. Spielsachen, ein Coiffeurgutschein, Lebensmittelpakete, Migros-Gutscheine, Bettwäsche und eine nigelnagelneue Damenskijacke suchen noch passende Abnehmerinnen und Abnehmer.

Nebst dem Materiellen soll es bei der Facebook-Gruppe aber auch um ein ganz rares Gut gehen: Zeit. So sind Menschen aufgefordert, sich zu melden, die unter ihrer Einsamkeit leiden und die Freude an einem Besuch, einem gemeinsamen Spaziergang oder einem Gespräch hätten. «Denn miteinander geht es definitiv einfacher», ist Heidi Steck überzeugt.

All jene, die sich auf Facebook nicht zurecht finden, dürfen sich auch per E-Mail an «Gemeinsam statt einsam» wenden: quellezumlicht@shinternet.ch

Erstellt: 24.01.2020, 06:40 Uhr

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