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Kloten schafft sich ein neues Tor zur Stadt

Die Verwandlung des dörflichen Kloten in eine urbane Kleinstadt macht auch vor dem alten Bahnhofareal nicht halt. Dort soll ein moderner Verkehrsknotenpunkt und viel neuer Wohnraum entstehen. Der Weg dazu ist aber noch lang.

Das Areal rund um den Bahnhof Kloten wird aufgewertet.
Das Areal rund um den Bahnhof Kloten wird aufgewertet.
Sibylle Meier

Nebst einem neuen Busterminal, einer deutlich grösseren Unterführung und einem ganz neuen Bahnhofkomplex könnten mitten in Kloten schon bald bis zu 300 weitere Wohnungen entstehen. Das allerdings nur, wenn die gemeinsamen Pläne der Stadt Kloten, der SBB sowie zweier weiterer privater Investoren vollständig umgesetzt werden können. Am Montag wurden erstmals Pläne vorgestellt, die zeigen, wie Klotens Bahnhofgebiet dereinst aussehen dürfte.

Stand ab 1877 ein altes Bahnhöfli im typischen Stile der Eisenbahnpionierzeit in Kloten, dominiert an dessen Stelle seit etwa einem halben Jahrhundert ein schmuckloser, flacher Betonbau samt Güterschuppen. Darin befindet sich inzwischen ein kleiner Bahnhofshop. Davor liegen ein paar wenige Kundenparkplätze sowie der Warteraum für Taxis. Wer die Treppe aus der Unterführung emporsteigt, wird zu Stosszeiten unvermittelt in Richtung Stadtzentrum auf die Lindenstrasse gespült. Die Linienbusse halten etwas versetzt um die Ecke an einem viel zu schmalen Trottoir, wo die Pendler bislang Wind und Wetter ausgesetzt auf ihre Anschlüsse warten müssen.

«Falsch angeordnet», lautet das Urteil von Stadtrat Roger Isler (FDP). Er ist zuständig fürs Bauen in der Flughafenstadt und hat gestern die neusten Ideen zur baulichen Entwicklung des Bahnhofareals vorgestellt. «Wir wollen aufzeigen wie man die Verkehrsströme entflechten und den Stadtraum aufwerten kann.»

Das Planungsgebiet umfasst eine Fläche von insgesamt 18 000 Quadratmetern, was etwa zweieinhalb Fussballfeldern entspricht. Es erstreckt sich von der Brücke beim Kino Claudia entlang der Gleise bis zum Ende des Bahnhofs und am Lirenächerweg hinunter bis zur Marktgasse.

Lage ist «extrem attraktiv»

Für die Besitzer des alten Gebäudes mit dem Restaurant Sonne, direkt gegenüber dem Bahnhof, hat sich Barbara Walser vom Entwicklungsbüro EMWE im bisherigen Planungsprozess starkgemacht. «Das Projekt ist extrem wertvoll», meint sie, zumal die Lage beim Bahnhof Kloten «ex­trem attraktiv» sei. Nebst dem Grundstück des Restaurants Sonne soll auch im Gebiet Liren­ächer eine neue Überbauung entstehen. «Das heutige Restaurant Sonne wird verschwinden.» An dessen Stelle soll dereinst ein etwas höherer, markanter Neubau zu liegen kommen. «Unser Wunsch ist, dass im Erdgeschoss wieder ein Restaurant betrieben wird», meint die Planerin, «an diesem Ort macht das Sinn.»

Kernstück des Areals bleibt aber der SBB-Gebäudekomplex entlang der Gleise, wo sich heute Bahnschalter und der Shop befinden. SBB-Immobilienvertreterin Susanne Zenker: «Wir wollen das Areal mit Wohnungen und Gewerbeflächen aufwerten.» Während im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss Gewerbe und Ladenflächen angedacht sind, wolle man darüber auf etwa fünf Etagen Wohnraum schaffen. In einer ersten Etappe sollen rund 80 Wohnungen erstellt werden, heisst es. So genau ist das aber noch nicht definiert, denn bei den vorgestellten Plänen handelt es sich erst um eine Projektstudie. Für die Vertreter der Stadt steht vor allem die Ausgestaltung des Erd- und des Untergeschosses im Fokus. «Wir wollen die Umsteigebeziehungen zwischen Bus und Bahn verbessern und die Verkehrslage an der Lindenstrasse entflechten», sagt Bauvorsteher Isler.

Umsteigen wird angenehmer

Das Ziel soll durch die Schaffung einer grosszügigen Begegnungszone auf dem Bahnhofplatz und einem neuen Busterminal erreicht werden. Die Haltekanten sind direkt unter dem neuen Gebäudekomplex vorgesehen. In der Mitte des rund 200 Meter langen und bis zu siebengeschossigen Betonriegels soll – da, wo auch heute ein überdachter Bereich liegt – so etwas wie ein grosses Tor zwischen Vorplatz und Gleisen bleiben. So würde das Umsteigen zwischen Bus und Bahn künftig nicht nur verkürzt, sondern auch gänzlich witterungsgeschützt erfolgen. Die neue Unterführung soll künftig zwar keine Einkaufspassage sein, aber für den Veloverkehr massiv verbreitert und unter der Lindenstrasse hindurch verlängert werden.

Die Umsetzung will man ab 2022 in Etappen in Angriff nehmen. Frühestens 2035 will die SBB auch den heutigen Standort des Freiverlads bei der Brücke (nahe Kino) allenfalls mit einem weiteren rund 120 Meter langen Gebäude überbauen. Schon vorher könnte ennet der Gleise auf dem heutigen Bahnhofparkplatz der Stadt Kloten, beim Hotel Allegra, ein Hochhaus in den Himmel wachsen. Bevor jedoch überhaupt gebaut werden kann, muss das Stadtparlament von all diesen Ideen überzeugt werden. Und allenfalls wird auch noch die Klotener Bevölkerung über die Bau­pläne im Bahnhofgebiet abstimmen.

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