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Quellwasser reicht nicht überall aus

Die anhaltende Trockenheit führt dazu, dass die Quellen in den Unterländer Gemeinden weniger Wasser führen. Ein Aufruf zum Wassersparen ist derzeit aber nicht nötig, sagen die angefragten Brunnenmeister.

Nicht überall in der Region sprudelt das Wasser in grossen Mengen.
Nicht überall in der Region sprudelt das Wasser in grossen Mengen.
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Nicht nur der Sommer war trocken, sondern auch im Herbst lässt sich der Regen nicht blicken. In manchen Gemeinden ist das Trinkwasser so knapp, dass wohl bald Tanklaster Nachschub bringen müssen. Die Gemeinde Schlatt bei Winterthur hat deshalb ihre Einwohner zum Wassersparen aufgefordert, wie der «Landbote» berichtete. Ihre Versorgung ist von ihren Quellen abhängig. Auch im Unterland deckt Quellwasser einen Teil des Bedarfs, jedoch besteht kein Notstand, wie Brunnenmeister aus der Region versichern. Die Versorgung sei gesichert, ein Aufruf zum Wassersparen sei deshalb nicht nötig.

45 statt 120 Liter Wasser

«Unsere Dorfquelle läuft auf ihrem Minimalstand», sagt Lufingens Werkmeister Paul Lüthi. In der Regel liefere sie 110 bis 112 Liter Wasser pro Minute, seit etwa einem Monat seien es 45 Liter. Bei ihrem höchstem Stand liefere die Quelle 300 Liter Wasser pro Minute. Trotz der im Moment geringen Wassermenge ist die Wasserversorgung der Lufinger Haushalte nicht gefährdet: Die Gemeinde hat nämlich die Option, Wasser aus der Klotener Versorgung zu beziehen. Diese wird im Moment in Anspruch genommen. «Aber auch zu Zeiten, wo die Quelle mehr Wasser führt, reicht sie nicht aus», sagt Lühti.

Laut Lüthi zeigt die Erfahrung, dass die Quelle nie ganz versiegen wird. Dennoch hofft er, dass es bald regnet. Etwa 5 Tage müsste es herunterschütten, damit die Quelle wieder mehr Wasser führt – der Pegel steigt aber nicht sofort, sondern mit einer Verzögerung von etwa einer Woche.

Auch Rafz bezieht einen Teil ihres Wassers von Quellen. Die eine liefert derzeit 19 Kubikmeter pro Stunde, die andere 9, wie Brunnenmeister Walter Hänseler sagt. Den Rafzer Bedarf von 1000 Kubikmetern pro Tag können diese aber nicht decken. Es muss Grundwasser von den Stadtforen in Eglisau bezogen werden. Die Quellen in Rafz haben einen Zyklus von eineinhalb Jahren, in diesem Zeitraum führen sie abwechslungsweise viel oder wenig Wasser. Derzeit sind sie in der Phase mit tieferem Stand. Die Bewohner von Wil können derzeit noch mit Quellwasser versorgt werden, wie Brunnenmeister Ueli Angst sagt. So lange die Landwirte nicht bewässerten, sei der Bezug aus den Stadtforen nicht nötig. Die Option hätte die Gemeinde aber, weshalb die Versorgung nicht gefährdet ist. 244 Liter pro Minute führt die Dorfquelle derzeit. Dies ist noch weniger als im trockenen Sommer, wo es 290 Liter pro Minute waren. Der Normalstand zu regenreicheren Zeiten sind etwa 340 Liter.

Auf Bewässerung verzichten

Auch Angst führt aus, dass ein Tag Regen keine Auswirkungen hätte. «Zunächst nimmt der Boden Feuchtigkeit auf, erst das restliche Wasser lässt die Pegel steigen.» Er geht davon aus, dass einen Monat nach einem mehrtätigen Regen der Pegel der Quelle steigt. Auch in Wil wird kein Aufruf zum Wassersparen gemacht. Jedoch weist Angst darauf hin, dass man generell sparsam mit dem Gut umgehen könne: «Es gibt Leute, die derzeit ihre Gärten bewässern. Auch meine Bäume bräuchten Feuchtigkeit, ich verzichte aber auf die Bewässerung.»

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