Glattfelden

Quer durch die Schweizer Dialektlandschaft

Im Gottfried Keller Zentrum liessen sich mehr als vierzig Zuhörende zu einem heiteren Lesevergnügen namens «Wolkenlos und heiter» einladen. Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart streifte durch die Schweizer Dialekte.

Hanspeter Müller-Drossart unterhielt das Publikum in Glattfelden mit den verschiedensten Dialekten in Prosa und Gedichtform.

Hanspeter Müller-Drossart unterhielt das Publikum in Glattfelden mit den verschiedensten Dialekten in Prosa und Gedichtform. Bild: Sibylle Meier

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Mit einem Herbstgedicht begann der von Bühne, Kino und Fernsehen bekannte Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart die Lesung im Saal des Gottfried Keller Zentrum in Glattfelden. In flottem Tempo nahm er das Publikum letzten Sonntagnachmittag mit auf eine Reise durch markante Schweizerdialekte.

Müller-Drossaart wechselte mühelos vom Zürcher Dialekt ins Berndeutsche, machte einen Schwenker in den Thurgau um noch einige Zeilen im Walliser Ditsch anzuhängen. Er streifte verschiedene Themen von Dichtern wie Joachim Ringelnatz und etlichen Schweizer Dichtern. Der Balkan Slang, den er trefflich vortrug, sei der neue helvetische Dialekt liess er das amüsierte Publikum wissen. Aus einer Auswahl an Bücher rezitierte er und erzählte.

Ein Faible für Schweizer Dichter

Müller-Drossaart las ebenfalls aus seinem Mundartwerk «Zittrigi fäkke». Der Titel umschreibt die Flüchtigkeit der Gedanken und stammt aus dem Wortschatz der Obwaldner, dort wo Müller-Drossaart ursprünglich herkommt. Und bevor die Gedanken verflogen sind, hält der Schauspieler sie kurz fest, um dann mühelos zum nächsten Thema zu wechseln. Er deckte eine Themenvielfalt ab, mal schnell, mal bedächtig, mal lustig mal tiefsinnig, aber immer unterhaltsam. Es war schwer möglich sich mit jedem Gedicht, mit jeder Zeile näher zu befassen, die Gedanken blieben zwar hängen, sie sollten später nachreifen.

Müller-Drossaarts Spektrum ist breit aufgestellt. Er zeigte auch in Glattfelden ein Faible für Schweizer Dichter allerlei Couleurs. Peter Bichsel aus dem solothurnischen hatte er im Repertoire, Ernst Burren durfte nicht fehlen bis zu Stephanie Grob, der Vertreterin der jüngeren Generation.

Die Spokenword-Literatin ist auf Schweizer Bühnen unterwegs und seit zwölf Jahren auf SRF 1 zu hören. Hanspeter Müler-Drossaart erzählte aus ihrem Werk «Inslä vom Glück».

Programm spontan zusammenstellen

Müller-Drossaart durfte sein Programm nach eigenem Gusto zusammenstellen. «Ich kann auf einen grosse Auswahl an Texten zu greifen. Ich bin oft mit Lesungen unterwegs und es macht viel Freude den Menschen ein individuelles Programm anzubieten.» Mehrmals ernete er Szenenapplaus, die Menschen liessen sich mittragen.

Ruth Schenker amüsierte sich köstlich und pflichtete dem Thema bei. «‹Wolkenlos und heiter› hat mich, heute im grauen Januar, sofort angesprochen», sagte die Eglisauerin. «Den Schauspieler kannte ich bisher lediglich aus seinen Filmen. Der Streifzug heute Abend hat mich tatsächlich erheitert.» Schenker hat eine Affinität zum Walliser Dialekt und freute sich besonders an den Gedichten in dieser Sprache.

Für Konrad Erni, Stiftungspräsident war der Abend ein Erfolg. «Jeden Januar bieten wir eine Lesung an, und die heutige mit Hans Peter Müller-Drossaart kam einmal mehr gut an.» Die Menschen gingen mit einem Lächeln nach Hause und diskutierten auf dem Nachhauseweg noch angeregt über die Gedichte und Geschichten, die man, teilweise nach langer Zeit, wieder einmal zu hören bekam. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 22.01.2018, 15:49 Uhr

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