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Rätoromanische Lieder erklingen als neue Interpretation

Das 15. Piccolo-Festival eröffnete die Bündner Sängerin Corin Curschellas mit der Band La Nova. Sie brachten im Gepäck Volksmusik aus den Bündner Tälern mit, präsentiert in einem modernen Kleid.

Corin Curschellas (Mitte) und ihrer Band La Nova (im Bild Markus Flückiger und Anna Trauffer) gehörte der erste Abend am Piccolo-Festival.

Corin Curschellas (Mitte) und ihrer Band La Nova (im Bild Markus Flückiger und Anna Trauffer) gehörte der erste Abend am Piccolo-Festival. Bild: Paco Carrascosa

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Der Platzregen konnte die Besucher nicht davon abhalten, vor dem Konzert im romantischen Amtshausgarten zu Abend zu essen. Danach eröffnete die Bündner Sängerin Corin Curschellas das 15. Piccolo Festival und präsentierte ausschliesslich rätoromanische Lieder aus ihrer Heimat. Ihre Begeitmusiker hat sie sich genau nach ihren Wünschen ausgesucht. Künstler, die in anderen Formationen spielen, ihre eigenen musikalischen Wege verfolgen, sich gerne inspirieren lassen und offen sind, traditionelle Lieder neu zu interpretieren.

Projekt mit eigenständigen Künstlern

Vera Kappeler am Piano verlieh den Liedern jazzige Klänge. Anna Trauffer entlockte dem Kontrabass ungewöhnliche Töne, dazu pfiff und zwitscherte sie virtuos, was sich wie helle Flötentöne anhörte. Peter Conradin Zumthor gab auf seinem Schlagwerk den Takt an. Markus Flückiger, der die Traditionslieder arrangierte und «zum Grundgerüst dazu komponierte», wie er erklärte, spielte mit Hingabe und Konzentration das Schwyzerörgeli. Corin Curschellas erzählte Liebes- und andere Geschichten aus den Tälern in den unterschiedlichen Idiomen. Die fünf Künstler bildeten eine musikalische Einheit und gaben sich gegenseitig den nötigen Raum, um sich entfalten zu können. «Ich bin sehr glücklich mit diesen Musikerinnen und Musiker zusammenarbeiten zu dürfen», sagte Curschellas nach dem Konzert. «Sie sind genau meine Wunschformation.» Nach «Origins» und «La Grischa» präsentierte sie eine dritte Sammlung von romanischem Liedgut in neuer, ungewohnter Interpretation.

Curschellas ist der Bündner Kulturpreis 2018 zugesprochen worden. Sie habe ihre Lebenszeit und ihre Lebenskraft der Kunst gewidmet, heisst es in der Laudatio. «Ich habe stets die Musik gemacht die mir gefällt und hinter der ich auch stehen kann», erklärte die Sängerin. Dass ihr Schaffen von ihrem Heimatkanton gewürdigt wurde, freue sie ganz besonders.

Zwei Familien tragen zum Gelingen bei

Gabriella Bergallo, die künstlerische Leiterin, berichtete wie das Piccolo Festival vor 16 Jahren begann: «Am ersten Festival sang ich alle drei Konzerte, die damals noch in unserer Stube stattfanden.» Die Konzertreihe wurde mit den Jahren umfangreicher, Bergallo lud vor allem befreundete Künstler aus dem In- und Ausland ein.

Das Festival ist heute denn auch nicht mehr «Piccolo», der Name erinnert an die bescheidenen und mutigen Anfänge welche Gabriella Bergallo und Nicola Di Capua machten. Bergallo betonte, dass die Konzertreihe ohne die Hilfe ihrer Familie aus Argentinien und der engen Zusammenarbeit mit der Familie Di Capua nie zu stemmen wäre. «Jedes Familienmitglied trägt zum Gelingen bei», sagte sie.

Bei etlichen Besuchern sei der Wunsch geäussert worden, Schweizer Musik am Piccolo Festival zu präsentieren, führte Bergallo weiter aus, deshalb eröffneten Corin Curschellas und La Nova das Jubiläumsfestival. Die einheimische Musik kam beim Publikum gut an, das Teatro Di Capua, das dieses Jahr das 10-jährige Bestehen feiert, war fast vollständig besetzt.

Der gestrige Freitagabend gehörte dem international erfolgreichen Authentic Light Orchestra mit der schweizerisch-armenischen Sängerin Veronika Stalder. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 14.09.2018, 15:52 Uhr

Programm

Heute Samstag, 15. September, 20.15 Uhr, lädt Gabriela Bergallo zur Noite Brasil.
Morgen Sonntagvormittag, 16. September, ab 11 Uhr, gehört den Kindern. Nach der Geschichte von Alexander Bondarev «Das Mädchen, das vom Mond gefallen ist» dürfen Kinder ab vier Jahren eine Tanzvorstellung von Julia Tolkarev und Alexander Bondarev geniessen. Um 20.15 Uhr beschliesst «Solartrino» mit Manuel Bergallo und Jean Paul Miquet aus Argentinien das Piccolo Festival.

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