Rafzerfeld

Rafz nimmt Stellung zur Schulraumplanung

Das Thema Schulraumplanung beschäftigt das gesamte Rafzerfeld. Die Schule Unteres Rafzerfeld plant ein Schulhaus mit Eglisau, was manchen Einwohnern ein Dorn im Auge ist. Sie wollen lieber mit Rafz zusammenspannen.

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Für die Schule Unteres Rafzerfeld ist klar, dass sie in der Schulraumplanung mit Eglisau zusammenspannen will. Die Planung der gemeinsamen Sekundarschule ist im Gang. Favorisiert wird der Standort Schlafapfelbaum in Eglisau. Die Zusammenarbeit mit Rafz ist für die Schulbehörde abgehakt: So sagte Präsidentin Anne Rusconi an einer Informationsveranstaltung vor zwei Wochen, dass Rafz keinen Bedarf für eine Zusammenarbeit sehe. Für die Bevölkerung von Wil, Wasterkingen und Hüntwangen aber ist das Zusammenspannen mit Rafz immer noch ein Thema, wie die Voten an der Veranstaltung zeigten. Es wurde deutlich, dass die Votanten lieber mit Rafz zusammenspannen wollen als mit Eglisau.

Nun spricht Rafz

Am Anlass wurde mehrfach wiedergegeben, was denn Rafz gegenüber der jeweiligen Person gesagt habe. Während die Schulbehörde einen Wunsch der Rafzer nach Zusammenarbeit verneinte, stand dem die Aussage des ehemaligen Wilemer Schulpräsidenten Ernst Kraft gegenüber. Dieser nämlich zitierte die Rafzer so, dass diese einer Zusammenarbeit nicht abgeneigt seien. «Vom Hörensagen lernt man lügen», meinte ein Votant nach den Stimmen zu Rafz, und fragte in den Raum: «Was ist nun mit Rafz?»

Albin Sigrist, Schulpräsident von Rafz, nimmt jetzt gegenüber dem ZU Stellung: «Wir haben nie gesagt, wir hätten kein Interesse an einer Zusammenarbeit.» Man sei immer gesprächsbereit gewesen. Auf die Variante SUR-Rafz seien die Behörden in Rafz aber nie angesprochen worden. Klar war aber schon ziemlich früh, dass Rafz nicht für einen Schulhausneubau mit Eglisau zusammenspannen will: Nach einer gemeinsamen Startsitzung zu einem gemeinsamen Oberstufenschulhaus mit Eglisau hat sich Rafz zurückgezogen.

«Uns war klar, dass ein Neubau ausserhalb des Dorfes politisch nicht mehrheitsfähig wäre, zumal wir genügend eigene Schulhäuser haben», sagt Sigrist, «es wäre schwierig gewesen, dem Bürger klar zu machen, dass wir Millionen in Eglisau investieren wollen». Zudem habe man bei den anderen Schulbehörden keine falschen Hoffnungen schüren wollen: «Es hätte wenig Sinn gemacht, wenn wir mitgeplant, uns aber nach eins bis zwei Jahren wieder zurückgezogen hätten».

Im Gegensatz zur SUR ist die Rafzer Schule sowohl in der Primarschule als auch in der Oberstufe «in einer glücklichen Lage», wie Sigrist betont. So seien genügend Schüler vorhanden. «Dies ist ein grosser Unterschied gegenüber der SUR, die wegen der geringen Schülerzahlen permanent Rechenschaft gegenüber dem Kanton abgeben muss und von diesem angehalten wird, Lösungen zu finden». Auch ist laut Sigrist das Schulraumangebot nicht so kritisch wie derjenige der SUR. «Rein flächenmässig ist heute eigentlich genügend Schulraum vorhanden nur nicht in der richtigen Form und am richtigen Ort», sagt Sigrist. Es fehlten zum Beispiel Gruppenräume.

Brief zur Klärung gesandt

Um den künftigen Schulraumbedarf abschätzen zu können, hat Rafz eine Studie zu den Schülerzahlen in Auftrag gegeben. Deren Ergebnisse erwartet Sigrist Ende Mai. Danach soll die Bevölkerung informiert werden und ihre Stimmung abgeholt bezüglich der Pläne der Schule. Eine solche Analyse haben die Rafzer schon früher durchgeführt. Vor zehn Jahren haben sie vorausgesagt, dass wegen der vielen Neubauten die Schülerzahlen explodieren werden. Es wurde ein Wettbewerb lanciert. Ein Projekt mit einem Schulhausneubau mit Dreifach-Turnhalle wurde an die Urne gebracht. Jedoch scheiterte die Gemeinde mit ihrer Vorlage. Später musste sie die prognostizierten Schülerzahlen nach unten korrigieren, weil doch nicht so viele Paare mit Kindern in die Neubauten gezogen waren, sondern eher solche, die vor der Familiengründung standen.

Nun soll also der zweite Planungsauftrag neue Erkenntnisse bringen. Laut Sigrist soll der Schulraumbedarf aber möglichst nicht mit neuen Bauten, sondern mit den bestehenden gedeckt werden. Wenn das Resultat vorliege, könne die Schulpflege konkrete Aussagen zum Bedarf machen. Dann sei auch die Zusammenarbeit mit der SUR durchaus eine Möglichkeit, die geprüft werden könne. «Wir müssen über die Dorfgrenze hinausdenken und sind offen für Gespräche», betont Sigrist. Eine Zusammenarbeit müsse aber qualitative, finanzielle und organisatorische Vorteile mit sich bringen. So sei eine solche auch in Teilbereichen vorstellbar, zum Beispiel bei der Nutzung von Hallenbädern oder Sportplätzen.

Um die Ungereimtheiten, die an der Informationsveranstaltung für Verwirrung sorgten, zu klären, hat Rafz vor einigen Tagen einen Brief an die SUR gesandt und betont, dass die Gemeinde offen für Gespräche sei. Sie hat die Aussage dementiert, dass sie kein Interesse an diesen habe. Um die Gesprächsbereitschaft zu untermauern, hat sie einen Protokollauszug aus dem Jahr 2013 beigelegt. «Es geht uns nicht um Schuldzuweisungen, sondern um eine Richtigstellung», sagt Sigrist. Man wolle eine Tür öffnen für zukünftige Gespräche. Rafz sei bereit zu diesen, wenn sie von der SUR gewünscht werden. Man werde die SUR auch über die Ergebnisse der Schulraumplanung informieren. Um eine Antwort auf das Schreiben hat Rafz nicht gebeten. Diese wird aber folgen, wie SUR-Präsidentin Anne Rusconi sagt. Bis dahin will die SUR keine Stellung nehmen zur bisherigen Kommunikation mit Rafz.

Erstellt: 05.04.2017, 17:03 Uhr

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