Bülach

Reisende bleiben voraussichtlich bis Ende Juli in Bülach

Mitglieder der Bewegung der Schweizer Reisenden machen Halt auf dem Schwimmbadplatz. Am Freitag sprechen die Fahrenden über die Problematik mangelnder Standplätze.

<b>Auf dem Schwimmbadplatz</b> in Bülach machen Fahrende Halt.

Auf dem Schwimmbadplatz in Bülach machen Fahrende Halt.

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Rund 20 Wagen stehen seit Montag letzter Woche auf dem Kiesplatz neben der Stadthalle. Fahrende der Bewegung der Schweizer Reisenden haben sich dort niedergelassen. Wie Roland Engeler, Leiter Bevölkerung und Sicherheit der Stadt Bülach bestätigt, hat der Verein einen Mietvertrag bei der Stadthalle unterzeichnet, der am 29. Juli ausläuft. Dieser regelt den Aufenthalt der Gruppe, darunter Platzmiete sowie den Wasser- und Strombezug von der Stadthalle. Es handelt sich dabei um dieselbe Gruppe, die Ende April 2017 auf dem Platz gewohnt hat. «Sie haben damals alles tipptopp hinterlassen, Zwischenfälle gab es keine», sagt Engeler. Im Gegenteil habe es damals viele positive Reaktionen aus der Bevölkerung gegeben – die Leute fanden es schön, dass der Platz belebt sei.Die Bewegung der Schweizer Reisenden ist als Verein organisiert. Übermorgen Freitag wird sie auf dem Schwimmbadplatz ihre ordentliche Generalversammlung (GV) durchführen und danach ein Grillfest für die Vereinsmitglieder durchführen. An der GV, die um 18 Uhr beginnt, wird der Verein einen politischen Dauerbrenner aufgreifen: die Stand- und Halteplätze für Fahrende in der Schweiz.

Standplätze als Anerkennung

Wie der Zürcher Regierungsrat im November letztes Jahr festhielt, vermögen die vier Standplätze und acht Durchgangsplätze im Kanton Zürich den tatsächlichen Bedarf nicht zu decken. Zudem seien die bestehenden Plätze oftmals zu klein oder würden keine geeignete Infrastruktur aufweisen. Deshalb hat der Regierungsrat ein Konzept verabschiedet und eine Fachstelle eingerichtet.

Für Reisende ist das Platzangebot eine Frage der Anerkennung: «Raum bedeutet Leben für uns», schreibt der Verein auf der eigenen Website. «Unsere Lebensweise, unsere Kultur, unsere Lebensgrundlagen basieren auf der Tatsache, dass wir ein reisendes Leben führen können.» Der Verein setzt sich dafür ein, dass fahrende Gemeinschaften als «Volk, Individuen und gleichberechtigte Personen wahrgenommen werden.»

Gemische Erfahrungen

Während die Besuche von Reisenden in Bülach bisher ohne grossen Wirbel abliefen, machte man in Nürensdorf andere Erfahrungen. Dort und in der näheren Umgebung hatten 2015 just vor den Sommerferien französische Roma Halt gemacht, um eine Hochzeit zu feiern. Nicht nur die Fahrenden, sondern auch der Bauer, der ihnen das Land vermietet hatte, wurden immer wieder angefeindet, da sich einige Anwohnerinnen und Anwohner ob der Anreise der grossen Gruppe verunsichert gefühlt und sich in den Medien über verschmutzte Waldwege beschwert hatten. Letztlich verschickte der Nürensdorfer Gemeinderat ein Merkblatt, das alle Eigentümer von landwirtschaftlichem Land instruierte, was zu tun sei, wenn wieder Fahrende in der Gemeinde Halt machen wollen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 24.07.2018, 16:16 Uhr

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