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Restaurant Gerlisburg darf nun doch umgebaut werden

Im Weiler Gerlisberg oberhalb von Kloten wird man bald wieder einkehren können. Die alte Gerlisburg – das einzige Restaurant weit und breit – darf umgebaut werden. Das war lange unklar, da das verwaiste Haus nicht in einer Bauzone steht.

Das Restaurant Gerlisburg samt Garten soll mit neuen Besitzern wieder als Gastrolokal aufblühen und dereinst neue Gäste anlocken.
Das Restaurant Gerlisburg samt Garten soll mit neuen Besitzern wieder als Gastrolokal aufblühen und dereinst neue Gäste anlocken.
Sibylle Meier

Der lange ersehnte Grundsatzentscheid ist da: Das einzige Restaurant im Klotener Weiler Gerlisberg darf umgebaut und als Restaurant wiedereröffnet werden. Zudem wird den neuen Gastgebern erlaubt, in den Obergeschossen einzuziehen und dort zu wohnen.

Aus rechtlichen Gründen war seit der Pensionierung des letzten Pächters der Gerlisburg im Jahr 2013 lange unklar, ob überhaupt ein Umbau der Gebäude auf jener Parzelle vorgenommen werden darf. Die Krux: Das ganze Grundstück liegt in der Landwirtschaftszone, wo solche Bauten gemäss heutigen Gesetzen eigentlich nicht gestattet wären. Allerdings stammt das Gebäude aus einer Zeit (1910), in der es noch gar keine so konkreten Baugesetze wie heute, geschweige denn eine Raumplanung gab. Unter dem Aspekt der «Bestandesgarantie» ist es jetzt dennoch möglich, dass das Restaurant weiterbestehen darf.

Äusserlich wird sich am Haus nicht viel verändern

Der positive Baurechtsentscheid freut das neue Besitzerpaar André und Elena Gerber. «Wir mussten viele kleine Schritte unternehmen, bis wir am Ziel angekommen sind», gibt er zu bedenken. Es werde nun künftig vor allem seine Frau Elena sein, die im gastronomischen Bereich das Sagen habe.

Nun gibt es viel zu tun bis zur Wiedereröffnung. Aussen wird sich nebst einem neuen Kamin, einem etwas grösseren Vordach und einem seitlich des Hauses angelegten Kellerabgang nicht viel verändern. Innen müssen Installationen und Geräte erneuert, der Keller ausgebaut und die Raumeinteilung – unter anderem für sanitäre Anlagen und Umkleidemöglichkeiten für Angestellte – vorgenommen werden.

In der Vergangenheit war die Gerlisburg vor allem als einfaches Ausflugsrestaurant mit bestechender Fernsicht und schönem Garten hoch über dem Glattal bekannt, weniger als Gourmettempel. Wie das dereinst umgebaute und sanierte Restaurant künftig positioniert werden soll, wollen die Gerbers zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten. Man habe allerdings eine eigene Gastrofirma gegründet und zähle auch auf Unterstützung von Dritten, um die Gerlisburg wieder auf Vordermann zu bringen. «Unser Ziel ist es, dass bis im Sommer alles so weit ist, dass man dort oben wieder eine Glace essen kann», sagt André Gerber.

Grössere Projekte sind zuletzt wegen der Lage gescheitert

Das Baugesuch von den Gerbers für das Restaurant Gerlisburg war im letzten Herbst bei der Stadt Kloten eingereicht worden. Es wurde zuletzt von den kantonalen Baubehörden in Zürich auf Herz und Nieren geprüft. So lag der Grundsatzentscheid, ob im Weiler Gerlisberg gebaut werden darf, in Zürich und nicht etwa in Kloten. Die zuständige Baubehörde von Kloten hatte seit Jahren versucht zu vermitteln zwischen den Interessen der Grundbesitzerfamilie, Investoren und den übergeordneten kantonalen Behörden. Dabei war man bishinauf zum zuständigen Regierungsrat Markus Kägi (SVP) gelangt. Eine Ausnahmeregelung gabs derweil nicht. So war ein grösseres Umbauprojekt mit prominenter Beteiligung vonseiten der Besitzer und Investoren der Baracca Zermatt an den recht­lichen Einschränkungen wegen der Lage der Gerlisburg in der Landwirtschaftszone gescheitert. Die Annahme der Kulturlandinitiative spielte dabei eine entscheidende Rolle. Deswegen war es auch nicht mehr möglich, das Grundstück ganz einfach von der Landwirtschafts- in die Siedlungszone umzuteilen und daraus offiziell eine Bauparzelle zu machen.

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