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Runden drehen für Epilepsie-Hunde

Am Samstag starteten zwei Konvois mit PS-starken US-Cars und Harley-Davidsons und generierten dank ­Mitfahrgelegenheiten einen Erlös für den Verein Angel Dogs, der die Finanzierung von Epilepsie-Begleithunden übernimmt.

Der Klotener Verein Angel Dogs finanziert die Ausbildung von Begleit­hunden für Epilepsiekranke.
Der Klotener Verein Angel Dogs finanziert die Ausbildung von Begleit­hunden für Epilepsiekranke.
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Engelhafte Wesen sind sie, die ausgebildeten Epilepsie-Begleithunde, welche ihren Besitzern einen epileptischen Anfall ankündigen und ihnen während des Anfalls helfen können. Aufgrund eines Erfolgserlebnisses im privaten Umfeld von Vereinspräsident Mike Nielsen hat sich der Verein Angel Dogs mit Sitz in ­Kloten dieser Sache angenommen und hilft dank sehr engagierten Mitgliedern mit, die Welt «ein Stück besser» zu machen.

Mittlerweile konnte der Verein nicht nur die Ausbildung mehrerer ­dieser Epilepsie-Begleithunde ­finanzieren, sondern auch für ­Patienten wertvolle technische Geräte beschaffen, welche nicht von den Krankenkassen übernommen werden.

20 Franken für eine Ausfahrt

Rund 40 Autobesitzer stellten am Samstag in Kloten am Angel Day ihr Fahrzeug für eine Charity-Fahrt zugunsten des Vereins zur Verfügung. Darunter auch Simone Keller. Sie fuhr mit ihrem blitzblank herausgeputzten Mustang mit Jahrgang 1968 an den Angel Day, wo jeweils zwei Konvois eine je 40 Kilometer lange Fahrt zur Kyburg und zurück unternahmen. «Tickets» für die Fahrt konnte man ab einem Mindestbeitrag von 20 Franken ersteigern nach dem Motto «First come – first serve».

So lagen zu Beginn der Ver­anstaltung jeweils grüne Zettel unter dem Scheibenwischer fürje einen freien Platz in einem Fahrzeug. Für Simone Kellers blauen Mustang interessierte sich die Klotenerin Helga Nyffen­egger und sicherte sich gleich einen Platz als Beifahrerin.

Seit rund vier Jahren widmet sich auch der Verein Epi Dogs for Kids der Ausbildung der Vier­beiner. Madlaina Blapp, welche den Verein führt und am Angel Day in Kloten einen eigenen Stand hatte, bekam Besuch von einer Mutter mit ihrem epilepsiebetroffenen Kind. Sie erkundigten sich nach einem Hund.

Ob der Zufall nun seine Finger im Spiel hatte oder nicht – der anwesende Epilepsie-Begleithund Kalle konnte gerade sein «Können» ­anwenden, als das Kind einen leichten Anfall bekam. Liebevoll leckte er die verkrampfte Hand des Kindes so lange, bis sich der Zustand des Jungen wieder stabilisieren konnte. Genau für Momente wie diesen steht der Verein Angel Dogs ein.

Der schweizerische Verein für Epilepsie Epi-Suisse empfiehlt, während eines epileptischen Anfalls unter anderem Ruhe zu bewahren und sich die Zeitdauer eines Anfalls zu merken. Denn bei über drei Minuten sollte sofort ein Arzt gerufen werden. Nach Abklingen des Anfalls sei beim Patienten umgehend eine Seitenlage herzustellen, und die Atemwege seien zu befreien.

Hunde helfen bei Anfällen

Bei einem epileptischen Anfall kommt nun die Fürsorge und ­Liebe eines Epilepsie-Begleithundes zum Einsatz. Denn wo der Mensch «verzweifelt» versucht, dem Epileptiker zu helfen, kann so ein Hund mit relativ wenig ­Aufwand – zum Beispiel durch Lecken der verkrampften Hand – die Dauer des Anfalls wesentlich verkürzen. Auch verweilen solche «Signalhunde» oft so lange beim Patienten oder bei der Patientin, bis der Hund spürt, dass der Anfall ganz vorüber ist. Dies bedeutet eine grosse Entlastung für Angehörige und Betroffene, die oft rund um die Uhr «wach» sind.

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