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Scheune aus dem Schutzinventar entlassen

Die Stadt Bülach hat den halben Ökonomieteil eines Bauernhauses aus dem 17. Jahrhundert aus dem Inventar der kommunalen Schutzobjekte entlassen. Die Rekursfrist läuft.

Der Ökonomieteil des Bauernhauses in der Ecke Hans-Hallergasse/Gerbegasse soll durch einen Mehrfamilienneubau ersetzt werden. Die Bestimmungen der Bau- und Zonenordnung sind kernzonenmässig restriktiv.
Der Ökonomieteil des Bauernhauses in der Ecke Hans-Hallergasse/Gerbegasse soll durch einen Mehrfamilienneubau ersetzt werden. Die Bestimmungen der Bau- und Zonenordnung sind kernzonenmässig restriktiv.
Sibylle Meier

Am südwestlichen Ende der Bülacher Altstadt, auf den Grundstücken Nummer 195 und 7030, soll ein neues Mehrfamilienhaus entstehen. Dazu soll der Ökonomieteil des daran angrenzenden Bauernhauses (die Gebäude 61 und 63, siehe Plan) rückgebaut werden. Wie die Abteilung Planung und Bau der Stadt Bülach kürzlich mitteilte, wird der Entstehungszeitraum der Liegenschaft auf «17. Jahrhundert oder früher» geschätzt.

Nun war die Scheune als der nördliche Teil des Ökonomieteils (Gebäude Nr. 61) bis anhin im Inventar der kommunalen Schutzobjekte der Stadt gelistet. Darüber hinaus befindet sich das Grundstück als Ganzes innerhalb der städtischen Kernzone und damit einerseits im kantonalen Ortsbildinventar (Kobi) als auch im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (Isos). Mit Entscheid vom 25. Januar hat die Stadt Bülach dem Antrag von Grundeigentümer Oskar Meier stattgegeben, das Gebäude Nr.61 aus dem Schutzobjekte-Katalog zu entlassen. Der entsprechende Beschluss ist während der inwzischen angelaufenen Rekursfrist von 30 Tagen im Stadtbüro öffentlich einsehbar.

«Keine schutzwürdigen Eigenschaften»

Wie die Abteilung Planung und Bau weiter schreibt, habe das bauhistorische Gutachten ergeben, dass die Liegenschaft keine wesentlichen Eigenschaften besitzt, die sie als schutzwürdiges Objekt nach den hohen Kriterien des Planungs- und Baugesetzes ausweisen würden». Bleibt die Frage, warum die Scheune überhaupt auf dem Inventar der Schutzobjekte figurierte, wenn es gar kein «schutzwürdiges Objekt» ist. Markus Burkhard, der Leiter Planung und Bau der Stadt, ordnet den Entscheid ein: «Der Eintrag in einem kommunalen Inventar ist immer ein Hinweis: Im Moment, wo was rückgebaut oder sonstwie verändert werden soll, muss eine entsprechende Detailabklärung erfolgen – so, wie es auch hier passiert ist.»

Das Inventar funktioniert demnach als eine Art Frühwarnsystem. Die Stadt hat anhand des Gutachtens zu entscheiden, das betreffende Objekt entweder definitiv unter Schutz zu stellen, oder eben aus dem Inventar zu entlassen.

Die Bedeutung von Inventaren wie Kobi oder Isos sind derweil als behördenverbindliche Rahmen zu verstehen, die ihrerseit Einfluss auf die zuweilen restriktiven Bestimmungen innerhalb der Bau- und Zonenordnung haben; insbesondere in Kernzonen. So sind im Kobi beim betreffenden Gebäude etwa die «prägende Firstrichtung» sowie die Südfassade als «wichtige Begrenzung von Strassen-, Platz- und Freiräumen» eingetragen. Auf diese Kriterien hin wird dereinst das konkrete Baugesuch abermals geprüft werden.

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