Bülach

Schüler sollen eigene Tablets zum Unterricht bringen

Während die Stadt Zürich allen Fünftklässlern einen Tablet-Computer «schenkt», sollen die Bülacher Primarschüler ihr eigenes Tablet in die Schule mitbringen. Um eine Sparübung handle es sich aber nicht, sagt die Schule.

Tablet-Computer in der Schule sind nichts Neues. In Stadel zum Beispiel hantierten die Oberstufenschuler bereits 2012 mit iPads im Unterricht (im Bild). In Bülach sollen die Schüler nun ihre eigenen Geräte im Unterricht verwenden dürfen.

Tablet-Computer in der Schule sind nichts Neues. In Stadel zum Beispiel hantierten die Oberstufenschuler bereits 2012 mit iPads im Unterricht (im Bild). In Bülach sollen die Schüler nun ihre eigenen Geräte im Unterricht verwenden dürfen. Bild: Archiv ZU

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Ab dem kommenden Schuljahr steht in der fünften Klasse ein neues Fach auf dem Stundenplan: Medien und Informatik. So sieht es der Lehrplan 21 vor. Und so wie es für die Geometrie einen Zirkel und fürs Französisch ein Wörterbuch braucht, ist für das neue Fach ein Tablet-Computer nötig.

Die Stadt Zürch gab vor kurzem bekannt, dass sie alle Fünftklässler mit einem rund 1000 Franken teuren Tablet der Marke Acer ausrüsten wird. Die Kinder dürfen die Geräte nachhause nehmen und auch privat benutzen. Die Stadt Bülach schlägt einen anderen Weg ein. Sie lädt die Schüler dazu ein, ihr eigenes Gerät in die Schule mitzubringen. Nur wer kein eigenes Tablet hat, bekommt von der Schule vorübergehend eines zur Verfügung gestellt.

Dabei geht es der Primarschule nicht etwa darum das neue Fach möglichst kostengünstig zu unterrichten. «Der pädagogische Gedanke steht ganz klar im Vordergrund», sagt Roger Paillard, Schulleiter im Lindenhof und ICT-Koordinator der Bülacher Schulen. So sollen die Kinder lernen, ihr eigenes Gerät auch für schulische Zwecke einzusetzen.

Egal ob Android oder Apple

Ob die Teenager nun ein Android-, Windows- oder Apple-Gerät zur Schule mitnehmen, spielt laut Paillard absolut keine Rolle. «Wir arbeiten in den meisten Fällen webbasiert, so dass die Inhalte unabhängig vom Betriebssystem genutzt werden können», sagt er. Ausserdem würden die meisten Vorgänge wie das Installieren von Apps auf allen Geräten gleich oder ähnlich funktionieren.

Dass in den Klassen nun ein Wettkampf losgehen könnte, wer denn nun das bessere oder teurere Gerät zur Schule mitbringt, glaubt Paillard nicht: «Im Turnunterricht ist es ja ähnlich. Manche kommen in teuren Markenkleidern und andere im billigen T-Shirt.» Benachteiligt oder gar gemobbt würde jemand deswegen noch lange nicht. Und auch die Eltern möchte die Schule nicht unter Druck setzen, jetzt ein Tablet kaufen zu müssen. «In der Schule werden genug vorhanden sein.»

Das mit den privaten Geräten auch problematische Inhalte auf den Pausenhof gelangen können, ist auch Paillard klar. «Die Kinder werden früher oder später aber ohnehin mit solchen Dingen im Internet konfrontiert», erklärt er. Da sei auch mit entsprechenden Filtern nicht viel auszurichten. Wichtig sei es, dass den Kindern beigebracht wird, wie sie reagieren müssen, wenn sie auf unangebrachte Inhalte stossen oder wie sie sich wehren können, wenn gegen ihren Willen Fotos von ihnen verbreitet werden.

Zum Vorbild hat sich die Bülacher Primarschule die Projektschule Goldau genommen. Dort wird dasselbe Modell bereits angewendet – und offenbar mit Erfolg. «Wir haben uns intensiv mit der Schule ausgetauscht und auch einen Augenschein vor Ort genommen», sagt Paillard. Eingeführt werden soll die Strategie an der Bülacher Primarschule schrittweise und unter Einbeziehung von Schülerschaft, Eltern und Lehrpersonen. So sollen die Beteiligten gemeinsam festlegen, zu welchen Bedingungen die Schüler ihre eigenen Geräte in der Schule einsetzen dürfen.

Erstellt: 03.07.2018, 15:14 Uhr

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