Opfikon

Opfikon gehen die Schulhäuser aus

Bis Ende des Schuljahres werden in Opfikon gemäss Prognosen knapp 2000 schulpflichtige Kinder leben – das sind 200 mehr als aktuell. Etwa ein Viertel von ihnen wird im Glattpark wohnen, wo es keine Schule gibt.

In dieser Siedlung der ABZ im Glattpark haben die Leute im Durchschnitt dreimal so viele Kinder wie im Rest von Opfikon.

In dieser Siedlung der ABZ im Glattpark haben die Leute im Durchschnitt dreimal so viele Kinder wie im Rest von Opfikon. Bild: Sibylle Meier

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im Glattpark leben bereits 321 Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter, die in Opfikon zur Schule gehen. Für sie wurden schon neue Kindergartenlokale erstellt oder angemietet, die Schuleinheit Oberhausen wurde als Provisorium gebaut. Letzte Woche haben die ersten Mieterinnen und Mieter ihr Daheim in der neu gebauten Siedlung der ABZ (Allgemeine Baugenossenschaft Zürich) im Glattpark bezogen.

Mit den Einzügen in die insgesamt 286 Wohnungen, die 800 Personen beherbergen, steht ein immenses Wachstum der Schülerzahlen an: «In der ABZ-Siedlung leben im Durchschnitt dreimal mehr Kinder als im Rest der Gemeinde», schildert Gesamtschulleiter Caspar Salgò die Situation. Dies hat zur Folge, dass ab jetzt bis zum Ende des laufenden Schuljahres rund 200 neue schulpflichtige Kinder in die Gemeinde ziehen werden; etwa ein Drittel davon zwischen diesem Oktober und Anfang Januar, der Rest zwischen April und Juni nächsten Jahres. «So viele Kinder in so kurzer Zeit ist schon sehr aussergewöhnlich. Die Anzahl ist uns auch erst seit kurz vor den Sommerferien bekannt», räumt der Schulleiter ein. Er versichert: «Für die Kinder, die in den nächsten Wochen zuziehen, haben wir Lösungen gefunden.»

Schlechtere Stundenpläne

Was allerdings mit den rund 130 Kindern geschieht, die im Frühling 2019 in den Glattpark ziehen, ist noch nicht abschliessend definiert. «Es wird wohl drei bis vier Klassen mehr geben», vermutet Salgò. Aktuell sind es in der Gemeinde schon 109 Klassen, auf diese sollen ebenfalls noch einige der Neulinge verteilt werden. Salgò nennt «Näher zusammenzurücken» und «die Räume stärker auslasten» als Notmassnahmen. «Das bringt aber meist eine Verschlechterung der Stundenpläne mit sich.» Der Turnunterricht sei besonders prekär, da es schlicht nicht genügend Hallen gäbe. «Denkbar ist auch, den Sport teilweise nach draussen zu verlegen.»

Herausfordernd sei die Planung auch, weil die Schülerzahlen immer wieder ändern. Das liege zum einen daran, dass noch nicht bekannt sei, wie viele in Privatschulen oder ins Gymnasium gehen; zum anderen würden viele Eltern ihren Nachwuchs erst sehr spät anmelden. «Dadurch müssen wir oft kurzfristig reagieren», sagt Salgò. Eine Arbeitsgruppe Schulraum befasse sich aber intensiv mit der Thematik.

Kein Schulhaus vor 2023

Zusammengefasst lässt sich sagen: Im nächsten Schuljahr wird rund ein Viertel aller Opfiker Schülerinnen und Schüler im Glattpark leben. An dem Ort, wo es trotz ersten Planungsbemühungen im Jahr 2011, noch immer kein Schulhaus gibt. Es war damals beabsichtigt, die Anlage 2018 in Betrieb zu nehmen. Die Bewilligung des Kredits für den Neubau durch das Volk ist noch immer ausstehend (siehe Kasten). «Der Einspruch nach dem zweiten Planungskredit hat uns um ein weiteres Jahr zurückgeworfen. Mit der Fertigstellung eines Schulhauses im Glattpark ist frühestens im Sommer 2023 zu rechnen», bedauert der Schulleiter. Nur eines kann er im Moment mit Gewissheit sagen: «Bis das Schulhaus im Glattpark steht, haben wir einen grossen Engpass.»

Erstellt: 21.10.2018, 14:18 Uhr

Schulhaus im Glattpark

Viele politische Hürden zu überwinden

Das geplante Primarschulhaus im Glattpark hatte von Beginn an einen schweren Stand. Im Juli 2011 war der Planungskredit von 550 000 Franken im Opfiker Stadtparlament kontrovers diskutiert worden. Die SVP stellte einen Rückweisungsantrag, der abgelehnt wurde. In der Schlussabstimmung wurde der Kredit zwar angenommen, doch die SVP ergriff das Referendum. An der damit nötig gewordenen Urnenabstimmung bewilligten die Opfiker im November 2011 den Planungskredit äusserst knapp.

Im Dezember 2013 legte der Stadtrat dem Gemeinderat den definitiven Baukredit vor, Kostenpunkt: 74,4 Millionen Franken. Diesmal stellte die CVP einen Rückweisungsantrag, ­die Kosten sollen genauer erhoben werden. Mit grossem Mehr wurde der Antrag verworfen, dem Kredit wurde zugestimmt. Im Mai 2014 entschieden die Opfiker Bevölkerung darüber, mit 1665 Ja- zu 1719 Nein-Stimmen schickten sie das Projekt bachab.

Da weiterhin Schulraumbedarf bestand, sprach die Stadtregierung im September 2014 einen Kredit von 9,7 Millionen für ein Provisorium an der Oberhauserstrasse. Seit dem Schuljahr 2015/16 ist die Anlage Oberhausen in Betrieb und beherbergt mittlerweile 13 Klassen.
Im November 2015 informierte der Stadtrat über ein neues Projekt im Glattpark, das etwas günstiger als das erste ausfiel. Der Projektierungskredit von 3,3 Millionen Franken wurde am 12. Februar 2017 vom Volk gutgeheissen doch Beschwerden gegen das Vorhaben führten zu Verzögerungen. Aktuell geht man davon aus, dass der Projektierungskredit 2020 vors Volk kommt, ein Bezug wäre 2023 denkbar. (red)

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare