Bülach

Selhum ist im Altersheim die wahre Königin

Am Freitag statteten die Heiligen Drei Könige dem Alterszentrum einen Besuch ab. Ihr Dromedar eroberte im Sturm die Herzen der älteren Herrschaften.

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Selhum, das prächtig geschmückte Dromedarweibchen, verharrt wiederkauend im Garten. Die Seniorinnen und Senioren stehen Schlange, um das Tier zu streicheln. Jeder möchte sein Fell kraulen, ihm in die riesigen braunen Augen schauen und ein paar Worte mit ihm wechseln. So wie gerade Klaus Stucki. «Wir haben zu Hause Freiberger gehabt. Pferde bin ich gewohnt, aber ein Dromedar ist dann doch noch einmal etwas anderes», sagt er und weicht einen Schritt zurück, als Selhum den langen Hals schüttelt. Rösli Bürgin, Bewohnerin des Standorts Rössligasse, kommt mit ihrem Rollstuhl dem Dromedar ganz nahe. «Das habe ich noch nie gemacht», sagt sie und strahlt.

Vertraute Geschichte

Mehr als 50 Bewohnerinnen und Bewohner des Alterszentrums Region Bülach feiern den Dreikönigstag im Saal. Sie lauschen aufmerksam, als Kaspar und Melchior die Geschichte der Heiligen Drei Könige vorlesen. Sie handelt von den Weisen aus dem Morgenland, die der Komet schnurstracks zum neugeborenen Jesuskind führt. Auch vom grausamen König Herodes, der dem kleinen Jesus nach dem Leben trachtet, ist die Rede. Den Gesichtern der Zuhörenden ist genau abzulesen, auf wessen Seite sie stehen. Bei Kaffee und Kuchen stärken sich die Anwesenden dann und verdauen die Eindrücke.

Geduldiges Dromedar

Schliesslich war der soeben erlebte Besuch der Drei Könige im Alterszentrum eine Premiere. Zum ersten Mal sind Gabriela Sauder, die im Alterszentrum für Veranstaltungen zuständig ist, und Vera Schneider, die angehende Aktivierungsfachfrau, in ein langes, weisses Gewand geschlüpft. Einen Nachmittag lang sind sie Kaspar und Melchior. Der Balthasar ist Ben und kommt ursprünglich aus Südtunesien. Kamel Ben Salem, wie er mit vollem Namen heisst, betreibt seit 2004 in Oberglatt Ben’s Kamelfarm. Rund 20 Tiere hat er. Dass er heute gerade Selhum ausgewählt hat, hat einen Grund. «Selhum bedeutet ungeduldig. In Wirklichkeit ist das 16-jährige Weibchen aber die Geduld in Person», sagt er. Ben hat den Transporter bei der Stadthalle geparkt und ist zu Fuss im königsblauen Gewand mit Turban auf dem Kopf ins Alterszentrum Grampen spaziert – und Selhum die Ungeduldige stampfte geduldig durch den Schnee.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 07.01.2017, 10:51 Uhr

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