Drohnen

So hoch wie die Freiheitsstatue

Rund um die Schweizer Flughäfen gelten für Drohnenpiloten strenge Auflagen. Wer sie missachtet, könnte eine mehrjährige Freiheitsstrafe kassieren.

Drohnen werden auch oft eingesetzt, um schöne Luftaufnahmen zu machen, doch es gilt einige Regeln zu beachten.

Drohnen werden auch oft eingesetzt, um schöne Luftaufnahmen zu machen, doch es gilt einige Regeln zu beachten. Bild: Madeleine Schoder

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Wem es hierzulande zu viele Bestimmun­gen und Regeln gibt, der könnte bald auf die Idee kom­men, mit seinem Quadrocopter einfach über die Grenze nach Deutschland zu fahren, um so den Bazl-Gesetzen zu entfliehen. Das geht natürlich, nur: Die deutsche Drohnen-Verordnung vom April 2017 enthält in weiten Teilen wesentlich strengere Auflagen für den Betrieb von sogenannten unbemannten Luftfahrtsystemen.

Erstens: Die Flughöhe ist ohne spezielle Bewilligung durch die Landesluftfahrtbehörde generell auf 100 Meter über Grund beschränkt. Zum Vergleich: Die Freiheitsstatue in New York ist, Sockel inklusive, 93 Meter hoch. In der Schweiz sind generell 150 Meter erlaubt; in beiden Ländern gelten schärfere Regeln in der Nähe von Flughäfen.

Zweitens: Deutschland kennt den Kenntnisnachweis, eine Art Führerschein für Drohnen. Diesen braucht man zum einen, zusätz­lich zur speziellen Bewilligung durch die Landesluftfahrtbehörde, wenn man höher als 100 Meter fliegen möchte, und zum anderen immer, wenn die Drohne mehr als 2 Kilo wiegt.

Drittens: Ab 5 Kilogramm Gewicht ist in Deutschland eine Erlaubnis erforderlich. In der Schweiz gilt das erst ab 30 Kilogramm.

Viertens: Auch strenger beim nördlichen Nachbarn: Ab 250 Gramm Gewicht ist der Betrieb über sämtlichen Wohngrundstücken und Industrieanlagen generell verboten, es sei denn, die Drohne kann keinerlei Aufzeichnungen (Ton, Bild, Signale) machen. Gleich wie in der Schweiz sind Menschenansammlungen und Naturschutzgebiete für Drohnen tabu.

Fünftens: Schliesslich haben die Deutschen eine Kennzeichnungspflicht: Was an Luftfahrtsystemen schwerer als 250 Gramm ist, muss eine (feuerfeste!) Plakette mit Namen und Adresse des Eigentümers haben, damit der Halter im Schadenfall ausfindig gemacht werden kann.

Generell ist anzunehmen, dass die Regeln zum Drohnenflug über die nächsten Jahre hin in wesentlichen Punkten angepasst werden, zumal derzeit eifrig an internationalen Standards gearbeitet wird. So wird sowohl in Bundesbern als auch in Brüssel eine Registrierungspflicht für Drohnen verlangt. Und für die durchaus nahe Zukunft soll die europäische Vision «U-Space» verwirklicht werden; mit einem elektronischen System (Chips) sollen dabei der Luft­raum für Drohnen reguliert und die Flugwege jedes einzelnen unbemannten Fluggeräts zurückverfolgt werden können.

Erstellt: 19.01.2019, 17:40 Uhr

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