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Sport überwindet Sprachbarrieren

Rund 40 Asylsuchende haben in Bülach bei einem von Freiwilligen organisierten Fussballturnier mitgespielt.

Das Fussballturnier in der Turnhalle des Schulhauses Böswisli war eine von drei Veranstaltungen, welche den kulturellen Austausch zwischen Asylsuchenden und Einheimischen fördern sollen.
Das Fussballturnier in der Turnhalle des Schulhauses Böswisli war eine von drei Veranstaltungen, welche den kulturellen Austausch zwischen Asylsuchenden und Einheimischen fördern sollen.
Francisco Carrascosa
Der 18-jährige Aziz Rezayi (hintere Reihe ganz rechts) hat schon in seinem Heimatland Fussball gespielt. Sein Teamkollege Mahboob Shah Ahmadi (untere Reihe, Zweiter von rechts) trainiert zweimal pro Woche mit zwei verschiedenen Klubs. Zu den freiwilligen Helferinnen gehören Vera Linder (Mitte links) und Alessandra Ramacci.
Der 18-jährige Aziz Rezayi (hintere Reihe ganz rechts) hat schon in seinem Heimatland Fussball gespielt. Sein Teamkollege Mahboob Shah Ahmadi (untere Reihe, Zweiter von rechts) trainiert zweimal pro Woche mit zwei verschiedenen Klubs. Zu den freiwilligen Helferinnen gehören Vera Linder (Mitte links) und Alessandra Ramacci.
Francisco Carrascosa
Hin und wieder bot sich auch Gelegenheit für das eine oder andere «Trickli».
Hin und wieder bot sich auch Gelegenheit für das eine oder andere «Trickli».
Francisco Carrascosa
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In der Turnhalle des Schulhauses Böswisli in Bülach herrscht am Freitag reger Betrieb. Nicht die Primarschülerinnen und -schüler messen sich im Turnunterricht, sondern junge Männer aus den Asylunterkünften der Stadt Bülach spielen Fussball. Das Turnier mit neun Mannschaften ist einer von insgesamt drei Anlässen (siehe Box «Anlässe für Asylsuchende»), welche die 23-jährige Vera Linder aus Winkel initiiert hat. «Es war nicht einfach, den Spielplan aufzustellen», sagt sie. Immer wieder seien weitere Leute in der Turnhalle angekommen, die ebenfalls mitmachen wollten.Doch die engagierte Studentin schafft es zusammen mit Leuten aus ihrem Freundeskreis, dass alles reibungslos abläuft. Während des Matchs verständigen sich die Spieler mit Handzeichen oder rufen auch mal «Kolleg, hier» oder einfach «Pass». Das funktioniert für beide Seiten bestens.

Der Gesellschaft etwas zurückgeben

Line Kacprzak von der katholischen Pfarrei Bülach leitet das Asylprojekt, an dem auch die Reformierte Kirchgemeinde und die Stadt Bülach beteiligt sind, wobei die Stadt rund zwei Drittel der finanziellen Mittel dafür zur Verfügung stellt. «Seit September läuft das Angebot für Deutschunterricht, Sportmöglichkeiten und Begegnungen mit deutscher Konversation», erklärt sie.

Rund 60 Freiwillige kümmern sich in irgendeiner Form regelmässig um die 120 Asylsuchenden, die in Bülach leben. «Neben pensionierten Frauen und Männern und Berufstätigen, die einen Teil ihrer Freizeit dafür einsetzen, beteiligen sich zahlreiche Junge am Programm.» Sie führt dieses Engagement darauf zurück, dass diese der Gesellschaft etwas zurückgeben wollen. Für Vera Linder ist es eine spannende Aufgabe, sich mit den Asylsuchenden auseinanderzusetzen und ihnen ein gutes Umfeld in einer fremden Umgebung zu geben. «Ich studiere Politikwissenschaft, auch deshalb interessiert mich das Asylwesen», erklärt sie.

Schon in Afghanistan Fussball gespielt

Gespannt verfolgen die Leute von den Bänken aus, wie ihre Kollegen während sechs Minuten alles geben. Sie freuen sich, wenn es ein Goal gibt. Die Stimmung ist zwar fröhlich, aber es geht äusserst diszipliniert zu und her. Die Teams bestehen aus jeweils vier Asylsuchenden aus verschiedenen Herkunftsländern und einer einheimischen Person, auch Frauen. Eine von ihnen ist Alessandra Ramacci, eine Studienkollegin von Vera Linder. «Ich spiele selber Fussball, und als Vera mich angefragt hat, hier dabei zu sein, habe ich sofort zugesagt», erklärt sie. «Es ist total cool, die Asyl­suchenden interessieren sich für diesen Sport, setzten sich ein und sind sehr höflich.»

Der 18-jährige Aziz Rezayi hat schon in seinem Heimatland Afghanistan Fussball gespielt. «Mir gefällt das Turnier hier sehr gut», sagt er. Zusammen mit drei andern Afghanen und einem Einheimischen bildet er eine Mannschaft. Sein Fussball-Teamkollege am Freitag, Mahboob ShahAhmadi, ist 30 Jahre alt und trainiert zweimal pro Woche mit zwei verschiedenen Fussballklubs. Auch er freut sich über den Anlass, weil es eine Gelegenheit ist, seinen Lieblingssport auszuüben.

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