Kloten

Swiss steuert durch schwieriges Jahr

Die Fluggesellschaft Swiss erzielt im Vergleich zum Vorjahr einen schlechteren Umsatz, ist aber zufrieden. Denn das Jahr 2016 war ein kniffliges. Profitieren will die Swiss in Zukunft von ihrer neuen Flotte.

Zufrieden mit dem Jahr 2016 waren Finanzchef Roland Busch (von links), CEO Thomas Klühr und Kommerzchef Markus Binkert.

Zufrieden mit dem Jahr 2016 waren Finanzchef Roland Busch (von links), CEO Thomas Klühr und Kommerzchef Markus Binkert. Bild: Symbolbild/Keystone

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Swiss-CEO Thomas Klühr hatte sich die Verbesserung der Pünktlichkeit zu einem seiner Hauptziele erkoren. Entsprechend stolz war er gestern an der Medienkonferenz zum Jahresergebnis der Fluggesellschaft, als er mitteilen konnte, dass die Pünktlichkeit am Mittwoch bei 95 Prozent lag. «Das ist damit der beste Tageswert, seit ich bei der Swiss bin», sagte Klühr.

Die Nachricht passte zur Stimmung an der Medienkonferenz. Klühr und sein Finanzchef Roland Busch zeigten sich zufrieden mit dem Ergebnis für das Jahr 2016. Und das obwohl es schlechter ausfiel als im Vorjahr. Mit einem Umsatz von 4,80 Milliarden Franken kam die Swiss nicht ganz an die 4,83 Milliarden von 2015 ran. Darunter litt auch der operative Gewinn (EBIT), welcher von 453 Millionen Franken im Jahr 2015 auf 429 Millionen Franken zurück ging.

Schwieriges Marktumfeld prägte das Jahr

Trotzdem sprach man an der Konferenz von einem finanziell sehr erfolgreichen Jahr. «Ich bin nun seit 26 Jahren in dieser Branche und von diesen würde ich nur eine Handvoll als leichte Jahre bezeichnen», erklärte Roland Busch. Auch 2016 sei von schwierigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen geprägt gewesen. «Zuerst einmal ist da immer noch die starke Währung. Durch den Frankenschock haben wir über Nacht 10 bis 15 Prozent Wettbewerbsfähigkeit verloren», sagte Busch. An der Umtauschkasse für Einkünfte aus Fremdwährungen gingen der Swiss dadurch 2016 rund 75 Millionen Franken durch die Lappen.

Zudem musste die Fluggesellschaft einen Preisverfall von über 7 Prozent verkraften. Und auch der Ölpreis ist gestiegen. «Am 10. Januar 2016 lag er noch bei 29 Dollar pro Barrel, bis Ende Dezember hat er sich fast verdoppelt, auf 56 Dollar.» Hier hat die Swiss aber noch etwas Spielraum: Eine Preiserhöhung bei den Tickets würde erst bei einem Preis von 100 Dollar pro Barrel diskutiert.

Verschiedene politische Ereignisse sorgten zudem auf dem Markt für Unsicherheit, sagte Busch weiter: Die Annahme der Masseneinwanderungsinititaive und damit mögliche Auswirkungen auf die bilateralen Verträge der Schweiz mit der Europäischen Union; der gescheiterte Coup in der Türkei; Brexit und auch die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten. «Das sind alles Themen, die uns beschäftigen. Die Auswirkungen haben sich noch nicht dramatisch gezeigt, aber sie lassen sich bereits an der Nachfragekurve beobachten», führte Busch aus.

Neue Flugzeuge sollen Kosten senken

Zufrieden ist die Swiss deshalb, weil man das Ziel, eine Ebit-Marge von 8 Prozent, mit 8,9 Prozent zum zweiten Mal in Folge erreicht hat. Für das Jahr 2017 rechnen Klühr und Bosch damit, dass der operative Gewinn nun ein wenig zurückgehen wird. Dafür soll sich aber die Verjüngung der Flotte in den nächsten Jahren bemerkbar machen.

Mit 30 Maschinen des Typs CSeries von Bombardier – sechs sind bereits im Einsatz – sowie zehn Boeing 777 wird sich das durchschnittliche Alter der Flotte von 12,5 Jahren auf 8,5 Jahre reduzieren. Das Ergebnis sind weniger Treibstoffverbrauch und mehr Sitzplatzkapazität, wodurch sich die Kosten auf mehr Tickets verteilen werden. Die Swiss investiert zudem auch am Flughafen selbst. Noch dieses Jahr wird sie im Check-In 1 eine neue First Class Lounge eröffnen.

Statt einer Whiskey-Bar, wie sie in der Lounge im Dock E eingerichtet ist, wird im Check-In 1 aber eine Barista-Bar mit über 100 Grappasorten eingebaut. Ob sich diese so gut bewährt wie die Whiskey-Bar – im ersten Jahr wurden 700 Liter oder umgerechnet sechs Badewannen ausgeschenkt – bleibt abzuwarten. Die neuen Räumlichkeiten erstrecken sich über eine Fläche von rund 650 Quadratmetern. Zudem wird die Swiss die bestehenden Lounges im Terminal 1 umbauen und im ersten Quartal 2018 neu eröffnen. Sie nimmt dafür insgesamt rund 15 Millionen Franken in die Hand. (Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 16.03.2017, 09:30 Uhr

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