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Und plötzlich war es Donald Trump

Vor der Confiserie Klaus in Bülach steht Donald Trump – gefertigt aus einem Baumstamm. Der Künstler, der die Figur entstehen liess, wollte eigentlich etwas völlig anderes kreieren.

Ohne die gelben Haare wäre dies wohl kein Trump. Nun aber steht der hölzerne US-Präsident in der Bülacher Altstadt vor der Confiserie Klaus. Er ist ein Vorbote auf eine Ausstellung des Sigristenkellers.
Ohne die gelben Haare wäre dies wohl kein Trump. Nun aber steht der hölzerne US-Präsident in der Bülacher Altstadt vor der Confiserie Klaus. Er ist ein Vorbote auf eine Ausstellung des Sigristenkellers.
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Sieben grosse Figuren aus massivem Holz zieren den Chilehügel in der Altstadt von Bülach. Skulpturen, geschaffen vom Zürcher Künstler Marcel Bernet, auf Einladung des Kutlurzentrums Sigristenkeller. Eine Figur jedoch fehlt – jene des «Populisten», wie sie Bernet getauft hat. Als sich der Künstler mit der Motorsäge am noch formlosen Baumstamm zu schaffen machte, fehlte die Intention, einen Donald Trump aus dem Holz herauszuarbeiten.

Erst kurz vor der Vollendung sei ihm die Idee mit den gelben Haaren gekommen, sagt Bernet. Der «Populist» hält in seiner rechten Hand einen Teddybär, die linke streckt er zur Faust geballt gen Himmel. Ursprünglich wollte Bernet bloss eine Figur gebären, die die Widersprüche von Kraft und Sanftheit widerspiegelt.

Ein Plätzchen gefunden

Auf dem Chilehügel war Donald Trump nicht willkommen. Vielleicht hätte er zu sehr provoziert. Mischa Klaus, Inhaber der Confiserie Klaus, anerbot sich dann, der Figur mittelfristig ein Zuhause zu geben. Schliesslich sind Klaus und Bernet befreundet und teilen ihr Interesse an der Kunst. «Allerdings muss die Figur schon mitte Juni wieder weichen», sagt Klaus. Aus praktischen Gründen: Er braucht den Platz vor seiner Confiserie für ein anderes Kunstprojekt. Bis dahin fungiert der hölzerne Trump als Vorbote für eine Ausstellung des Sigristenkellers.

Schon als die Figur mit dem Lastwagen angeliefert wurde, hätten sich Passanten im Geschäft gemeldet. Und nachgefragt, was es mit dem Holzpflock auf sich habe. «Kunst im öffentlichen Raum soll auch provozieren dürfen», sagt Klaus. Es sei jeder und jedem freigestellt, was sie oder er bei der Betrachtung der Figur empfindet. «Auch die vermeintliche Nähe zu Zeitgenossen ist eine Frage der Interpretation».

Bis im April 2018 stehen nun die Figuren des Künstlers Marcel Bernet noch auf dem Bülacher Chilehügel. Wo, und ob überhaupt der «Populist» ab Juni zu sehen sein wird, ist derzeit nicht bekannt. Nur dass er dann weichen muss. Zumindest jener in Bülach.

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