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Ungemeldete Heissluftballone gefährden den Flugverkehr

Wegen zweier Vorfälle mit nicht gemeldeten Heissluftballons, die in die Nähe von Flugzeugen kamen, arbeiten Bund und Skyguide nun an neuen Systemen.

Heissluftballone in der Anflugschneise führen zu gefährlichen Situationen.
Heissluftballone in der Anflugschneise führen zu gefährlichen Situationen.
Keystone

Zwei Vorfälle mit Heissluftballons haben die Experten der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) zu harschen Reaktionen bewogen, wie die «SonntagsZeitung» gestern berichtete. Zweimal kamen Ballons dabei Flugzeugen im Landeanflug auf Kloten zu nahe: letzten Juli im thurgauischen Diessenhofen, als die Piloten eines Businessjets nach dem Flug durch die Wolkenschicht links von sich einen Ballon sahen, und im Juni 2015, als sich ein Jumbolino der Swiss über Wigoltingen einem Heissluftballon gefährlich näherte.

Im letzteren Fall war die Swiss-Maschine mit 130 Metern pro Sekunde unterwegs und der Ballon wurde in einer Entfernung von 700 Metern gesichtet. In beiden Fällen hatten sich die Fahrer der behäbig schwebenden Ungetüme nicht bei der Flugsicherung Skyguide gemeldet und waren somit unbemerkt in die Anflugschneise gelangt.

Im Fall von 2015 hatte der Ballon zwar einen Transponder eingeschaltet, es gab bei der Skyguide aber keine Warnung, weil dies nur bei Luftfahrzeugen der Fall ist, welche schneller als 50 Knoten (93 km/h) fliegen. Die Flugsicherung arbeitet nun daran, dieses System, das vor gefährlichen Annäherungen von zwei Luftfahrzeugen warnt, zu verbessern. «Es handelt sich um einen Balanceakt», sagt Skyguide-Sprecher Vladi Barrosa gegenüber der «SonntagsZeitung». Das System müsse zwar zuverlässig warnen, aber nicht zu viele Fehlalarme auslösen, damit die Lotsen nicht abgelenkt oder abgestumpft werden.

Transponderpflicht für alle

Bereits reagiert hat die Skyguide auf ein zweites Problem mit dem Ballon: Trotz Transponder war dieser auf dem Radar farblich unauffällig dargestellt und fiel dem Lotsen nicht auf. Seit kurzem zeigt das Warnsystem nun in einer anderen Farbe, wenn eine Luftraumverletzung vorliegt oder kurz bevorsteht, wie Barrosa der «SonntagsZeitung» sagte.

Bleibt der Fall aus dem letzten Sommer, wo der Ballon gar keinen Transponder dabei hatte und somit auf dem Radar unsichtbar blieb. Die Sust spricht dabei von einem «wesentlichen Sicherheitsdefizit», wenn Ballons oder Kleinflugzeuge ohne Erlaubnis in den Luftraum von Passagiermaschinen eindringen. Die Sicherheitsexperten fordern deshalb vom Bund eine neue Zone im Luftraum, in welche nur mit Transponder ausgerüstete Luftfahrzeuge fliegen dürfen. Anders gesagt: Dort würde Transponderpflicht nicht nur für Motorflugzeuge, sondern für alle fliegenden Objekte herrschen.

Der Bund winkt gemäss «SonntagsZeitung» aber ab, weil das den Luftraum komplexer statt einfacher machen würde. Wie von Verkehrsministerin Doris Leuthard am Luftfahrtkongress letzten November angekündet, arbeitet der Bund derzeit an der umfassenden Neugestaltung des Luftraums, was solche Probleme auch gleich lösen soll.

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