Irchel

Unteres Tösstal soll Erholungsgebiet bleiben

Der Kanton stuft die Natur und Landschaft im Unteren Tösstal als sehr wertvoll ein. Ein von Kanton, Planungsregionen und zehn Gemeinden erarbeiteter Masterplan zeigt auf, was Schutz verdient.

Die Töss bei der Tössegg, das Gebiet soll aufgewertet werden.

Die Töss bei der Tössegg, das Gebiet soll aufgewertet werden. Bild: mas

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Beinahe schwärmerisch beschreibt die kantonale Baudirektion das Untere Tösstal in einer gestern versandten Medienmitteilung: «Geprägt durch ein vielfältiges Mosaik von Reben, Wiesen, Weiden und Ackerflächen, eng verzahnt mit den grossen Waldgebieten am Irchel und Dättenberg sowie den auenartigen Flussabschnitten entlang der Töss.» Kurz: Der Kanton stuft diesen Landschaftsraum als «sehr wertvoll» ein.

Was wertvoll ist, soll natürlich auch so bleiben. Deshalb muss gemäss kantonalem Richtplan eine sogenannte Schutzverordnung für dieses Gebiet (siehe Karte) ausgearbeitet werden. Die Startsitzung dazu ist erfolgt, wie die Baudirektion mitteilt.

Dabei stehen Landschaft, Natur, Erholung sowie Land- und Forstwirtschaft im Fokus. Darin ist etwa geregelt, wie Gebiete bewirtschaftet oder von der Bevölkerung genutzt werden dürfen. Auch der Umgang mit baulichen Veränderungen ist darin geregelt. Die Verordnung käme später insbesondere bei Baugesuchen zum Zug.

Als Grundlage für diese Verordnung, die in den nächsten drei Jahren erarbeitet werden soll, dient ein sogenannter Masterplan, der einstimmig verabschiedet wurde. Dieser ist zwar rechtlich nicht bindend, aber als Absichtserklärung von Kanton, zwei Planungsregionen (Unterland sowie Winterthur und Umgebung) und zehn Gemeinden (Berg am Irchel, Buch am Irchel, Bülach, Dättlikon, Eglisau, Embrach, Freienstein-Teufen, Neftenbach, Pfungen und Rorbas) zu verstehen. Ein solcher Masterplan ist im Kanton zum ersten Mal erarbeitet worden.

Zahlreiche Revitalisierungen

Im 37-seitigen Bericht sind Leitsätze und Zielbilder, aber auch konkrete Handlungsansätze aufgelistet. So sollen die «ländlichen Qualitäten» erhalten bleiben, «schutzwürdige Lebensräume» gesichert und aufgewertet werden, und eine «landschafts- und naturverträgliche Weiterentwicklung der Landwirtschaft» möglich sein. Zudem soll das Gebiet primär ein Erholungsgebiet für die lokale Bevölkerung bleiben. Der Schwerpunkt der Erholung ist auf die Tössegg ausgerichtet, wo die Töss in den Rhein fliesst. Dort wäre laut den involvierten Behörden eine Fähre nach Buchberg für Fussgänger wünschenswert. Am Rheinufer soll zudem die Abfallentsorgung verbessert und «Grundlagen zum dauerhaften Erhalt des Gastronomieangebotes» geschaffen werden.

«Eine landschafts- und naturverträgliche Weiterentwicklung der Landwirtschaft soll möglich sein.»Masterplan Unteres Tösstal

Mittel- bis langfristig stehen gemäss Masterplan die Prüfung und Umsetzung von zahlreichen Revitalisierungsprojekten entlang der Töss an. Etwa am Südhang des Irchels, im Talraum Freienstein/Dättlikon, Breite/Chrondel und Dättenberg. Auch die schnurgerade Töss zwischen Pfungen und Dättlikon soll längerfristig revitalisiert werden. Zudem ist Dättlikon aufgefordert, die Erarbeitung eines neuen Vernetzungsprojekts zu prüfen. Die Sanierung und weitere Nutzung der Jagdschiessanlage Embrach, direkt bei der Töss, soll im Rahmen dieser Gesamtplanung ebenfalls berücksichtigt werden.

Im Wohngebiet von Freienstein und Rorbas steht ein neuer Tösszugang für Bädeler zur Diskussion und die Hochspannungsleitungen im Tal sollen in den Untergrund verlegt werden. Am Irchel sieht der Masterplan Massnahmen vor, um die Belastung durch Mountainbiker zu steuern, im Döbeliboden soll ein neuer Grillplatz geprüft werden, zudem ist die Förderung von arten- und strukturreichen Waldbiotopen vorgesehen. (gvb)

Erstellt: 16.07.2019, 11:45 Uhr

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