Opfikon

Unterländerin greift nach dem Miss-Krönchen

Sollte Melanie Müller am 10. März zur neuen Miss Schweiz gekürt werden, so möchte sie vor allem Vorbild sein. Liebenswürdigkeit, Fleiss, Lebensfreude und Hilfsbereitschaft will sie ins Zentrum ihrer Regentschaft setzen.

Auch mit Krönchen auf dem Kopf will Melanie Müller die Nase nicht hochtragen. «Ich will bleiben, wie ich bin, und möglichst vielen Menschen positives Vorbild sein», sagt sie.

Auch mit Krönchen auf dem Kopf will Melanie Müller die Nase nicht hochtragen. «Ich will bleiben, wie ich bin, und möglichst vielen Menschen positives Vorbild sein», sagt sie. Bild: Siggi Bucher siggibucher.com

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Melanie Müller liebt alle Arten von Teigwaren. Und auch in der Pizzeria gleich neben ihrer Wohnung im Glattpark ist sie ab und zu anzutreffen. Diese junge Frau ist also nicht der Typ, der nur Mineralwasser «isst» und jede Kalorie zählt. «Mit Saucen kriegt man mich», erklärt sie lachend. Sogar jetzt, einen Monat vor der Wahlnacht, toleriert sie Rundung an ihrem Körper.

Die Fotos von jungen Menschen auf den Social-Media-Kanälen, die sich Anerkennung erhungern, machen sie traurig. «Ich denke, Frau darf Frau sein. Egal, welchen Job man macht, man braucht Kraftreserven», sagt sie und verrät dann, dass auch sie nicht makellos ist. Ein paar Narben am Décolleté zeugen von einer Parfum-Allergie. «Ich stehe zu meinen Schwächen. Niemand muss perfekt sein. Als Miss Schweiz würde ich mich mit meiner ganzen Persönlichkeit und mit meinem ganzen Leben einbringen. Ich will der Liebenswürdigkeit, dem Fleiss und der Freude am Leben wieder Raum geben», erklärt die 25-Jährige.

Einfach normal

Als Diplomierte Pflegefachfrau HF arbeitet Melanie Müller auf der Urologie der Privatklinik Hirslanden. Frühmorgens steht sie auf, duscht und schwingt sich in ihren Kleinwagen. «Schminken ist kein Thema und auch die Frage nach der Frisur erübrigt sich. Ich binde die Haare zusammen, so wie sich das in meinem Beruf gehört», erklärt sie. Melanie Müller beschreibt sich als sozial, spontan und geduldig. Nur Krabbeltiere wie Kakerlaken oder Spinnen lassen sie ausflippen. So wie kürzlich im Urlaub auf Mauritius, als ihr vom Baldachin ihrer Sonnenliege am Strand eine währschafte Spinne zuwinkte. «Ich bekam so einen Schreck. Um mich vor einen nächtlichen Überfall zu schützen, stopfte ich vor dem Zubettgehen jeden Matratzenspalt mit Kissen aus. Der Room Service musste extra noch zwei Kissen liefern, damit ich meine Burg vervollständigen konnte», erzählt sie.

Die Zeit ist reif

Auf die Idee, sich als Miss Schweiz Kandidatin zu bewerben, brachten sie ihre Patienten. «Du hast so ein hübsches Lachen, eine starke Ausstrahlung. Vor allem bist du aber so ein lieber Mensch. Bewirb dich doch», wurde ihr mehr als einmal gesagt. Und obwohl ein Krönchen auf dem Kopf eigentlich nie der Kindheitstraum von Melanie Müller war, schickte sie eine Bewerbung. «Irgendwie ist jetzt die Zeit reif. Studium abgeschossen, selbständig, willens mich ganz und gar einzubringen und auf das Abenteuer einzulassen. Jetzt habe ich das Gefühl, dass ich als Miss Schweiz etwas nützen kann», sagt sie. «Hilfsbereit», steht schliesslich auch als Adjektiv in ihrer Beschreibung auf der Website der Miss Schweiz Organisation.

Unterländer Unterstützung

Vor einem Jahr hat Melanie Müller, wie auch ungefähr Tausend andere junge Frauen aus der ganzen Schweiz, die Bewerbungsunterlagen an die Miss Schweiz Organisation geschickt. Bald darauf wurde sie zum ersten Casting in Zürcher Kaufleuten eingeladen. Ein kurzes Interview vor der Kamera, ein Shooting und ein Walk über den Laufsteg. «Ich bringe von meinem Job her eine gute Kondition mit und merkte irgendwie gar nicht, dass es anstrengend war», erklärt sie rückblickend.

Am 31. Dezember 2017, Melanie Müller ist gerade in den Ferien, kommt der positive Bescheid. «Ich freute mich, doch mir wurde auch bewusst, dass diese Nachricht mein Leben verändern könnte. Ich blickte schweigend eine halbe Stunde lang vom Infinity Pool hinaus aufs offene Meer», berichtet sie.

Inzwischen hat sie die Schreckstarre überwunden und das dreitägige Camp in Brunnen/SZ gemeistert. 20 Bewerberinnen sind angereist, 11 kamen weiter. Melanie Müller ist eine von ihnen. Als nächstes steht ein weiteres Camp auf dem Programm und am 10. März ist dann glamouröse Wahlnacht im Trafohotel Baden. Dabei steht auch ein Durchgang in Unterwäsche an. «Kein Problem für mich», sagt Melanie Müller und spricht damit der Miss Schweiz Mitinhaberin Angela Fuchs aus der Seele. Diese sagte kürzlich in einem Interview: «Wir führen einen Schönheitswettbewerb durch. Starke Frauen können sich auch in Unterwäsche zeigen, ohne sich als Objekt zu fühlen.»

Die Wahl wird von Teleclub und auf Sat1 übertragen. «Natürlich hoffe ich auf die Unterstützung der Unterländer. Doch egal wie es ausgeht, ich bleibe am Ball, denn alleine die Teilnahme öffnet viele Türen», sagt sie. Einen Job in der Moderation, im Model- oder Eventbusiness könnte sie durchaus vorstellen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 12.02.2018, 14:37 Uhr

Neuausrichtung

Im Februar 2017 erwarben die Missen-Macher Angela Fuchs, Iwan Meyer und Andrea Meyer die Markenrechte der Miss Schweiz von der GF Group Holding AG. Deren Besitzer Guido Flury seinerseits, kaufte die Marke 2012. Unter dem Motto «Krone mit Herz» stellte er den karitativen Gedanken in den Vordergrund. Angela Fuchs hingegen schlägt mit ihren Mitinhabern einen neuen Weg ein. Sie erklärt: «Wir suchen wieder offiziell eine Miss Schweiz, eine starke Persönlichkeit mit Ausstrahlung, die die Schweiz mit Herzlichkeit, Bodenständigkeit und Offenheit repräsentiert.»

Am Samstag, 10. März 2018 findet in der Trafohalle in Baden das grosse Finale statt. Sat1 und Teleclub übertragen die Miss Schweiz Wahl 2018. (beb)

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