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Verkehrsbetriebe Glattal erstmals ohne unpünktliche Linie

Seit 2012 messen die Verkehrsbetriebe Glattal ihre Pünktlichkeit. Irgendeine Buslinie schnitt dabei immer ungenügend ab. 2017 war nun erstmals keine Linie zu oft zu spät. Der Bus zwischen Nürensdorf und Winterthur schnitt am besten ab.

Die Buslinie 656, die von Nürensdorf nach Effretikon fährt, war die pünktlichste Busstrecke im gesamten Gebiet der VBG.
Die Buslinie 656, die von Nürensdorf nach Effretikon fährt, war die pünktlichste Busstrecke im gesamten Gebiet der VBG.
Sibylle Meier

Über 33 Millionen Passagiere transportieren die Verkehrsbetriebe Glattal (VBG) jährlich auf ihrem 285 Kilometer langen Streckennetz. Dabei kommen 54 Bus- und zwei Glattalbahnlinien zum Einsatz – die 2017 erstmals alle pünktlich waren. Die beiden Tramlinien lagen zu rund 94 Prozent im angestrebten Zeitfenster, bei den Buslinien erreichten 48 Linien einen Pünktlichkeitswert von über 85 Prozent, was als «gut» klassifiziert wird. Die übrigen sechs Linien kamen zumindest auf über 80 Prozent. Als pünktlich gewertet werden die Kurse, die weniger als eine Minute zu früh und weniger als zwei Minuten zu spät abfahren.2017 war das erste Jahr, in welchem seit Messbeginn 2012 keine Linie einen Pünktlichkeitswert von unter 80 Prozent aufwies und damit als ungenügend registrierte. Die Strecke, die am besten abschnitt, führt durchs Unterland: Die Buslinie 656 zwischen Breite bei Nürensdorf und dem Bahnhof Effretikon fuhr nur zu 1,7 Prozent nicht gemäss Fahrplan.

Das Furttal hat sich verbessert

2016 waren zehn der 54 Buslinien nur genügend, letztes Jahr waren es noch sechs. Zu den Linien, die letztes Jahr neu einen Pünktlichkeitswert von über 85 Prozent erzielt haben, gehören zwei aus dem Furttal. «Die Linie 456 zwischen Regensdorf und Dielsdorf ist von 82,3 auf 88,1 Prozent geklettert», sagt der stellvertretende VBG-Direktor Thomas Kreyenbühl. Und die südliche Furttallinie 491 hat sich von 84,9 auf 85,8 Prozent verbessert. Daneben sind mehrere Linien um den Flughafen zuverlässiger geworden: Der 735er Bus ab Kloten ist von 83,8 auf 92,3 Prozent geklettert, der 764er zwischen Glattbrugg und Flughafen von 81,8 auf 97 Prozent.

Insgesamt lag die Pünktlichkeit bei den Buslinien im Jahr 2017 bei 90,9 Prozent. Das ist eine markante Steigerung. 2012 lag der Durchschnitt noch bei 79,6 Prozent. Stets über 90 Prozent hatte indes die Glattalbahn. Sie profitiert allerdings von einem eigenen Trassee und fährt deshalb fast unabhängig vom allgemeinen Verkehrsfluss.

Um diese Werte zu erzielen, haben die VBG verschiedene Massnahmen ergriffen. «Jede unserer Fahrten wird statistisch erfasst und analysiert», erklärt Kreyenbühl. Dadurch sehen die VBG, wo auf der einzelnen Linie jeweils Zeit eingebüsst wird. «In mehreren Fällen haben wir deshalb die Fahrzeiten angepasst», sagt Kreyenbühl. Das bedeutet, dass der Bus in einem solchen Fall im vergangenen Jahr nicht schneller unterwegs war als im Jahr davor. Der Fahrplan wurde aber so angepasst, dass er jetzt sehr genau wiedergibt, wann der Bus ankommt.

Chauffeure sind sensibilisiert

Weitere Verbesserungen seien erzielt worden, indem man die Chauffeure sensibilisiert habe. «Zum Beispiel machten wir unsere Transportbeauftragten darauf aufmerksam, ihre Linien möglichst pünktlich zu beginnen. Wenn man am Anfang zu spät losfährt, ist man danach die ganze Strecke im Verzug.» Sollte ein Bus unterwegs plötzlich ohne ersichtlichen Grund Zeit verlieren, könne man als Passagier beim Fahrer nachfragen. Auch das habe geholfen, die Pünktlichkeit zu verbessern. Die VBG haben weiter daran gearbeitet, möglichen Problemen auf den Strassen vorzubeugen. «Bei grösseren Baustellen wurde zum Beispiel darauf geachtet, dass Arbeiten, die sich negativ auf unsere Buslininen auswirken, auf den Sommer geplant werden, wo wegen der Ferien nicht mit viel Verkehr zu rechnen ist.» Fortlaufend analysieren die VBG zudem mögliche Knotenpunkte, welche die Busse ausbremsen könnten. «Dort haben wir auf Busbeschleunigungssystem gesetzt. Die Spange Bassersdorf ist ein solches Beispiel, dabei wurde nun auch das Lichtsignal für den ÖV optimiert.»

Die VBG hatten zudem letztes Jahr auch von Faktoren profitiert, die sie selbst nicht beeinflussen konnten. «Es hilft uns sehr, wenn die S-Bahnen pünktlich sind, denn viele unserer Linien sind an die Ankunftszeit von S-Bahnlinien gekoppelt», erklärt Kreyenbühl. Und die SBB seien 2017 bedeutend pünktlicher gewesen als noch im Vorjahr. Auch Faktoren wie Staus wegen Unfällen, generellen Verkehrsüberlastungen oder Witterungsverhältnisse hatten sich meist zugunsten der VBG-Linien ausgewirkt.

Ob der Trend bei der Pünktlichkeit weiterhin nach oben zeigen wird, kann Kreyenbühl nicht mit Sicherheit sagen. «Momentan gehe ich davon aus, dass wir unser verhältnismässig hohes Niveau halten können.» Vielleicht könne man sich sogar noch leicht verbessern. «Eine hundertprozentige Pünktlichkeit werden wir aber wohl nie erreichen.»

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