Flughafen

Verspätungen führen zu Rekord

Die Zahl der Nachtflüge nach 22 Uhr hat sich seit 2002 verdoppelt. Und in der Zeit nach 23 Uhr, wenn nur verspätete Maschinen fliegen dürfen, ist die Zahl der Flüge seit 2013 zunehmend und erreicht Rekorde.

In der Zeit des Verspätungsabbaus von 23 bis 23.30 Uhr gab es noch nie so viele Flugbewegungen wie im Jahr 2016: Im Schnitt 6,3 pro Nacht.

In der Zeit des Verspätungsabbaus von 23 bis 23.30 Uhr gab es noch nie so viele Flugbewegungen wie im Jahr 2016: Im Schnitt 6,3 pro Nacht. Bild: Archiv ZU

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Es gab am Flughafen Zürich zwischen 23 und 23.30 Uhr noch nie so viele Flüge wie im vergangenen Jahr. Gesamthaft waren es 2016 knapp über 2300 und auch in der gesamten letzten Tagesstunde bis Mitternacht waren es mit 2450 so viele wie seit 2007 nicht mehr – damals wurde der Rekordwert von 2480 gemessen.Auf den ersten Blick mag dies erstaunen, da seit 2010 der Flugplan um 23 Uhr endet. Die Zeit bis 23.30 Uhr ist nur für den Verspätungsabbau zulässig. Zuvor durfte bis Mitternacht regulär geflogen werden. Trotz dieser flug­betrieblichen Diskrepanz gibt es heute nicht weniger Flüge nach 23 Uhr, sondern in der Tendenz eher mehr – seit 2013 hat sich die Zahl der Flüge in der letztenTagesstunde kontinuierlich von 2000 auf 2450 erhöht.

Der Steigflug der Bewegungen und somit der Verspätungen hält an, weil aufgrund von mehrSicherheitsmargen der Betrieb tagsüber dichter wurde, wie Flughafen und Airlines betonen.

Weniger Flüge nach 23.30 Uhr

In der Statistik vernachlässigbar ist die Zeit nach Mitternacht. Dort gab es früher rund 120 bis 160 Flüge pro Jahr, heute sind es zwischen 75 und 100 – also rund halb so viele. Dabei handelt es sich mit grosser Mehrheit umSanitäts- oder Rettungsflüge, die zwingend notwendig sind.

Mehr als halbiert haben sich auch die Flüge nach 23.30 Uhr bis Mitternacht. Von 250 bis 330 Flügen jährlich vor 2010 sind diese deutlich zurückgegangen, auf 90 bis maximal 150 in der neuen Flugbetriebsära. Dies ist dem neuen Nachtflugreglement zuzuschreiben, welches für Flüge nach 23.30 Uhr eine Ausnahmebewilligung vorsieht. Diese werden beispielsweise vergeben, wenn im Sommer ein spätabendliches Gewitter den Flughafen für geraume Zeit lahmlegt und die dadurch verschobenen Starts bis in die Zeit der eigentlichen Nachtsperre nachgeholt werden.

Für lärmsensitive Anwohner des Flughafens hat sich die Nachtruhe nach 23.30 Uhr mit der restriktiveren Flugregelung also deutlich verbessert.

Zwischen 22 und 23.30 Uhr ist aber das Gegenteil der Fall.

Von zwei auf fast fünf Prozent

In der Zeit von 22 bis 23 Uhr, in der Schweiz als erste Nachtstunde definiert, gibt es heute doppelt so viele Flüge wie im Jahr 2002. Und dies, obwohl damals über den ganzen Tag gesehen mehr geflogen wurde als heute (siehe Diagramm). Die Verschiebung des Flugbetriebs in Richtung dieser Nachtstunde erfolgt seit dem Zeitalter der Swiss kontinuierlich, die Kurve zeigt steil nach oben. Dies zeigt sich nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch relativ. Im Jahr 2002 fand jeder fünfzigste Flug nach 22 Uhr statt (2 Prozent), heute ist es rund jeder zwanzigste (4,6 Prozent).

Erstellt: 02.03.2017, 18:30 Uhr

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