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Wallisellens Strassen sollen keine Wärme sammeln

Die Initiative des Forums Pro Wallisellen, die den Einbau von Asphaltkollektoren in Gemeindestrassen verlangt, erleidet einen Dämpfer.

Mit Asphaltkollektoren unter dem Strassenbelag soll künftig in Wallisellen Wärme gewonnen werden.
Mit Asphaltkollektoren unter dem Strassenbelag soll künftig in Wallisellen Wärme gewonnen werden.
Symbolbild

Die Idee ist simpel: Mit Asphaltkollektoren unter dem Strassenbelag soll künftig in Wallisellen Wärme gewonnen werden. Dies fordert das Forum pro Wallisellen in einer Initiative, welche im Oktober beim Gemeinderat eingereicht wurde. Der Gemeinderat hat die Initiative vergangenen November für gültig erklärt. Das Geschäft ist nun für die kommende Gemeindeversammlung vom 6. Juni traktandiert. Der Gemeinderat empfiehlt den Stimmbürgern, der Initiative die Erheblichkeitserklärung zu verweigern, was für die Ausarbeitung einer detaillierten Vorlage nötig wäre.

Zu viele offene Fragen

«Die Idee an sich ist gut», erklärt Wallisellens zuständiger Gemeinderat Jürg Niederhauser. Konkret sehen die Initianten vor, dass bei einer der nächsten Strassensanierungen eine Asphaltkollektoranlage als Testprojekt installiert werden soll. Dazu wird im Strassenbelag ein System mit feinen Leitungen verlegt, durch welche Wasser fliesst. Im Sommer kühlen sie die Strasse, das dabei gewonnene warme Wasser wird im Boden gespeichert. Im Winter werden mit dieser Wärme zunächst Häuser beheizt, anschliessend noch die Strasse selbst.

Gemäss Niederhauser seien allerdings noch zu viele Fragen offen. So sei beispielsweise die Technologie in der Schweiz noch nicht umfassend erprobt worden, führt der Ressortvorsteher Tiefbau und Landschaft aus. «In der Schweiz gibt es bislang nur ein einziges Projekt, das vergleichbar ist», sagt Niederhauser. Wallisellen müsste somit Pionierarbeit leisten. Es stelle sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob man für ein solches Projekt, bei dem die Gesamtkosten alles andere als abschätzbar sind, Steuergelder ausgeben möchte.

Die Initianten selbst verweisen auf erfolgreiche Projekte in Holland. «In der Schweiz treffen wir auf andere klimatische Verhältnisse als in den Niederlanden», gibt Niederhauser weiter zu Bedenken. Zudem bestehen beim Aufbau von Strassen Unterschiede. Auch sei nicht gesichert, dass sich für die gewonnene Wärme Abnehmer finden lassen, die Ihre Häuser auf solche Weise heizen möchten.

Initianten geben nicht auf

«Der Entscheid des Gemeinderats ist sicher eine Enttäuschung für uns», sagt Philipp Maurer vom Initiativkomitee. Mit dem Vorstoss wollte man den Versuch wagen, in Wallisellen eine neue und umweltfreundliche Energieversorgung zu testen. «Unserer Meinung nach sollte gerade Wallisellen als finanziell gut aufgestellte Gemeinde, welche mit «die werke» auch über einen fortschrittlichen Energieversorger verfügt, in solchen Sachen vorausgehen und Vorbild für andere sein», hält Maurer fest.

Trotz des behördlichen Neins geben die Initianten nicht auf. «Das letzte Wort hat die Gemeindeversammlung», sagt Maurer. Die Vergangenheit habe mehrmals bewiesen, dass sich die Walliseller trauen, gegen die Empfehlungen des Gemeinderats zu entscheiden.

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