Bülach

Wasser sparen mit dem Smartphone

Transition-Bülach lud zu einer Information ein.

Duschen verbraucht extrem viel Wasser.

Duschen verbraucht extrem viel Wasser. Bild: Keystone

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«Die Dusche ist die zweitgrösste Quelle unseres täglichen Wasserverbrauchs», sagt Martin Bölsterli von Transition Bülach. Täglich verbraucht jeder Wasser für die Körperpflege, um zu Waschen, Kochen oder für den Garten. Wie viel Wasser das tatsächlich ist – im Schweizer Durchschnitt über 200 Liter pro Kopf – und wie viel Energie das braucht, bleibt der Vorstellung oft verwehrt. Die Gruppe Wohnen und Energie des jungen Vereins Transition-Bülach lud am Donnerstag Interessierte ins HertiLabor in Bülach ein, um über den Wasser- und Energiekonsum zu reden und wie man diesen mit Smartphone-Apps und elektronischen Verbrauchsanzeigen in den Griff bekommt.

Vorbild für Bölsterli ist Kapstadt in Südafrika. Die Stadt sah letztes Jahr einer Jahrhundert-Dürre entgegen. Um der bevorstehenden Wasserknappheit entgegenzuwirken verteilte die Regierung elektrische Wasserzähler, mit welchen die Einwohner den eigenen Wasserkonsum kontrollieren konnten. Das Ziel war, den täglichen Verbrauch auf 50 Liter pro Person zu reduzieren.

Bölsterlis Sohn, der selber in Kapstadt wohnt, berichtete den Anwesenden, wie das Wassersparen zu einem allgegenwärtigen Gesprächsthema wurde. Die Wassersparaktion war ein Erfolg: Entgegen allen Erwartungen musste die Regierung die Wasserleitungen nicht abstellen. Was Bölsterli aber noch mehr faszinierte, war der Austausch unter den Konsumenten. «Unser Ziel ist es, die Menschen auf ihren Konsum hinzuweisen und zu sensibilisieren», sagt er. Indem man den Konsumenten ihren Verbrauch zeigt, erhofft er sich, dass diese selbstständig sparsamer mit Wasser und Strom umgehen.

Ein Eisbär als Symbol

Solche Wasserzähler sind auch hierzulande erhältlich. Die Firma Amphiro, ein Ableger der ETH, bietet Messgeräte an, welche in Echtzeit die Verbrauchszahlen auf einem Display anzeigen. Die Geräte lassen sich einfach am Duschkopf befestigen und mit dem Smartphone verbinden, damit die Zahlen in einer Datenbank gespeichert werden. Jährlich über 200 Kilowattstunden und 3500 Liter Wasser soll eine Person damit einsparen können.

Das reiche aber oft nicht, erklärt Harald Fechner von Transition-Bülach. «Viele können mit den Zahlen und Dimensionen nichts anfangen», sagt er. Zu diesem Zweck verfügen die Geräte von Amphiro zusätzlich eine graphische Anzeige mit einem Eisbären am Nordpol. Je grösser der Verbrauch, desto kleiner wird die Eisscholle, auf der der Bär sitzt. In einer Studie konnte so belegt werden, dass der Energieverbrauch um bis zu 22 Prozent sank.

Damit man die Geräte selbst testen kann, bietet Transition-Bülach diese auf ihrer Webseite kostengünstig zur zweimonatigen Miete an. «Wir möchten, dass die Bevölkerung die Wasserzähler nutzt und sich darüber untereinander austauscht», sagt Mathias Spicher.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 12.04.2019, 15:36 Uhr

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