Dietlikon

Weltmeisterliche Mundharmonika

Im Kulturtreff gab Bluesharp-Spieler Daniel Hildebrand mit seinen Musikerfreunden Valentin Baumgartner und Nehrun Aliev als «Vadane» ein stimmungsvolles Konzert.

Bluesharpist Daniel Hildebrand (rechts) spielte mit der Formation Vadane in Dietlikon. Gitarrist und Sänger Valentin Baumgartner sowie Perkussionist Nehrun Aliev setzten dabei eigene Glanzpunkte.

Bluesharpist Daniel Hildebrand (rechts) spielte mit der Formation Vadane in Dietlikon. Gitarrist und Sänger Valentin Baumgartner sowie Perkussionist Nehrun Aliev setzten dabei eigene Glanzpunkte. Bild: Sibylle Meier

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Den Gürtel mit den Mundharmonika-Etuis hat er lässig um die Hüften geschnallt. Die Bühnenpräsenz ist vom ersten Ton an da und die rund fünfzig Personen im kleinen Theaterraum im Kulturtreff Dietlikon sind gleich mucksmäuschenstill. Daniel Hildebrand nimmt das Publikum jeweils auf eine Reise durch verschiedene Musikstile, Eigen-kompositionen und im zweiten Teil auch bekanntere Melodien mit – zusammen mit Sänger Valentin Baumgartner an der Gitarre und Nehrun Aliev, der für Percussion und Klarinette verantwortlich ist. Hildebrand wurde 1997 Weltmeister auf der Harmonika in der Kategorie Jazz-Melody.

Kleine Kostprobe von Daniel Hildebrand.

Seit rund zwanzig Jahren ist er als Musiklehrer tätig. Mittlerweile unterrichtet er Musikpädagogik. In der aktuellen Formation hatten die drei Musiker vor knapp einem Jahr an der Muttertags-Serenade ebenfalls in Dietlikon ihre Première. In den letzten Monaten wurde daraus «Vadane», zusammengesetzt aus den Vornamen der Bandmitglieder. Nächste Woche werden sie ein erstes Video aufnehmen, in etwa einem Monat soll dann auch eine CD folgen. Etwa alle zwei Wochen treffen sie sich, um einen halben Tag zusammen zu spielen und mehr und neue Stücke einzustudieren.

Das Publikum kann kaum stillsitzen

Aus der anfänglich disziplinierten Ruhestellung der andächtigen Zuhörer wird bald ein Gewippe und immer wieder gibt es Bravo-Rufe nach den einzelnen Stücken. Florentina Bauder erzählt in der Pause begeistert: «Es ist so schön, wie der Gitarrist lacht. Er hat eine unglaubliche Fingerfertigkeit auf der Gitarre. Ich finde es auch so toll, wie man den drei Männern die Spielfreude anmerkt.» Auch Connie Sommer ist begeistert: «Ich komme öfters mit meinem Mann Bernhard in den Kulturttreff. Es ist schön, dass es so etwas im Dorf gibt. Und das Konzert ist einfach super.» Edith Zuber, Dietlikons Gemeindepräsidentin, kennt Daniel Hildebrand schon länger, weil sie ihn einmal für eine Unterrichtsstunde ihrer Schüler gebucht hatte. Letztes Jahr dann hat sie ihn wiedergesehen bei seinem Auftritt an der Muttertags-Serenade. «So klein kann die Welt sein und so grossartig gute Musik.»

Gitarrist und Sänger Valentin Baumgartner hat ein sogenanntes «Brit-Pop-Flair». Meist singt er englisch. Nicht alles ist verständlich. Aber er bearbeitet und zupft seinen Gipsy-Swing-Maccaferri-Gitarre derart virtuos, dazu ist er ist ein Energiebündel auf der Bühne, so dass dies keine Rolle spielt. Neben seinem Engagement mit Hildebrand und Aliev hat er eine Vielzahl von Projekten und es werden bei ihm auch sicher noch viele weitere folgen.

Nehrun Aliev zaubert aus allem irgendwelche rhythmische Töne. Er begnügt sich mit einem Cajbon. Der Holzwürfel ist gleichzeitig Hocker für Alev. Mit einem Schlagzeugpedal, Besen, seinen Hände entlockt er dem Teil die unterschiedlichsten Geräusche; ebenso seiner Trommel, einer Darabuka. Das ist ursprünglich ein ägyptisches Instrument. In dem Trio passt es aber für alle möglichen Musikstile.

Spielfreude macht Freude am Spiel

Währenddessen wechselt der Bluesharp-Spieler auf der Bühne zwischen den Instrumenten und Beatbox-Techniken hin und her wie Roger Federer die Schläger und Leibchen beim Tenni. Dann haucht er plötzlich leise Töne im Hintergrund in eine Mini-Harmonika, um seinen Kollegen Raum für ihre Auftritte zu geben. Hildebrand besitzt rund 100 Harmonikas, davon seien etwa 40 regelmässig in Gebrauch.

Bei allen drei Männern ist eine Innigkeit zu ihrer Musik spürbar, die sich im Zusammenspiel noch vervielfacht. Bei einem Kletzmer Stück stehen die drei fast wie Schlangenbeschwörer um ein Lagerfeuer und das Publikum ist wie hypnotisiert.

Nach der Pause kommt dann noch ein grosses Solo von Daniel mit einer eigenen Interpretation von «Amazing grace» gefolgt von der berühmten Melodie aus dem Film «Spiel mir das Lied vom Tod». «Vadane» führen die Reise fort zu den Dampfmaschinen der Arbeitswelt und einem leichtfüssigen Spaziergang durch Paris bis an die Strände von Brasilien mit einem Bossa-nova-Groove. Getragen vom Publikumgeben sie auch noch zwei Zugaben. Edith Zuber ergänzt ihre Aussagen am Schluss noch: «Bei so einem Konzert ist es schon blöd, dass man sich dazu nicht bewegen kann.»

Erstellt: 05.03.2018, 16:41 Uhr

Mundharmonika

Erste Instrumente kamen vorknapp 200 Jahren auf. Bei der Diatonischen Richter-Harmonika (Blues Harp) fehlen Töne in der untersten und obersten Oktave. Die Tonart kann nicht so einfach gewechselt werden. Es braucht dann jeweils eine andere Harmonika. Die Blues Harp ist robuster, braucht weniger Wartung und ist günstiger. Es ist die ursprünglichste Form. Die Chromatische Harmonika kann in allen Tonartein eingesetzt werden. Sie klingt eher sauber und exakt. Diese Harmonika wird viel im Jazz oder in der Klassik eingesetzt, hat einen Schieber und braucht einen höheren Pflegeaufwand. Die Ventile sind sensibel. Mit ihr können auch alle Halbtöne der westlichen Musik gespielt werden. Gegenüber der Blues-Harp braucht es Notenkenntnisse. (sra)

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