Zeitreise

Wider den Nussgipfel: Haltungsturnen im Jahr 1971

So sah das Haltungsturnen in Embrach einst aus.

Strecken, biegen und dehnen, denn: Ein starker Rücken kennt keinen Schmerz.

Strecken, biegen und dehnen, denn: Ein starker Rücken kennt keinen Schmerz. Bild: ETH-Bildarchiv / Comet Photo AG (Zürich)

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«Steh doch nicht da wie ein Nussgipfel!», das hört jedes Kind, welches die Schulbank nicht in einem stelzengeraden Winkel drückt, um Vokabeln und das Einmaleins ins Hirn zu pferchen. Der Gipfel-Vorwurf kommt nicht von ungefähr, denn wer aufrecht sitzt, der setzt bleiernder Müdigkeit, Rückenbeschwerden und Unkonzentriertheit etwas entgegen. So zuverlässig wie der jährliche Besuch der «Zahnputzfrau» war denn auch jener der «Ergotante» im Unterricht: Bauch rein, Brust raus, Arme und Beine 90 Grad anwinkeln; aufrecht, aber entspannt sitzen. Gelegentliches Strecken ist – auf Kommando – erwünscht, weitere körperliche Energie gilt es in der Turnhalle zu verbrennen. Nicht von ungefähr erinnert die Bildstrecke, die der Fotograf Jules Vogt im August 1971 in einer Embracher Primarschule schoss, an militärischen Drill.

Ein Glück, nahm das Haltungsturnen auch mal vergnügtere Züge an, wie die Aufnahme rechts zeigt. Inmitten eines belebt eingerichteten Zimmers strecken zwei Kinder unter fröhlicher Anleitung einen Stock den Füssen entgegen und versuchen, ihn über die Zehenspitzen zu steuern – eine Übung, bei der freilich auch heute nicht alle mithalten können. (sam)

Erstellt: 17.06.2019, 16:33 Uhr

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