Kloten

Wie sich der Circle aufrichtet

Die ersten 18 Monate Circle-Bau haben weitgehend unter der Erde stattgefunden. Jetzt aber sind 250 Leute täglich mit dem Hochbau beschäftigt – mit Arbeiten also, die die Entstehung des Gebäudekomplexes sichtbar werden lassen. Am Mittwoch lud man die Medien zum Baustellenbesuch ein.

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900 Tage sind seit dem Spatenstich vergangen, in 800 Tagen soll der Circle fertiggebaut sein. Am Mittwoch haben der Flughafen und die Investoren die Medien zur Besichtigung der Baustelle in Kloten eingeladen. «Jetzt sind wir aus dem Dreck der Untergeschosse raus und gehen in die Höhe», fasste der Gesamtprojektleiter Ausführung bei der HRS Real Estate AG, Claudio Zanella, die momentane Situation zusammen. «Wenn das Fundament mal steht, dann wachsen die Gebäude schnell».

Von einer Gerüstkonstruktion aus, just dort wo künftig das Hotel «Hyatt Regency» stehen wird, hatten die Fotografen und TV-Kameraleute bei strahlendem Sonnenschein und wohl 20 Grad den besten Überblick über ein Areal, das, so unfertig es derzeit ist, schon beeindruckend gross wirkt. Und selbst wenn es dem Betrachter noch viel Vorstellungskraft abverlangte – wo die Arbeiten am Hochbau schon etwas weiter fortgeschritten sind, liess sich einigermassen erahnen, wo die sieben Modulbauten zu stehen kommen, wo der Ballsaal für die 1500 Leute, wo die beiden Hotels.

Zum Zeitpunkt der gestrigen Visite standen 250 Arbeiter auf Platz, 14 Kräne waren in Betrieb. Pro Tag werden 120 bis 180 Lastwagenladungen mit Material bewegt; 360 000 Kubikmeter Aushub fallen insgesamt an. Es ist die grösste Hochbaustelle der Schweiz. «Gleichzeitig haben wir durch die Nähe zum Flughafen kaum Möglichkeiten, grosse Mengen an Material zu lagern», erläuterte Zanella. Entsprechend müsse alles «just in time» angeliefert werden.

Von der Baustelle aus sieht man direkt an die Aussenwand der Flughafenparkhäuser. Dort prangt das Werbeplakat des Circle-Projekts, samt dem Slogan «Als Kunde kommen. Als Fan gehen». Dieser Spruch bezieht sich auf eine Idee, die Beat Pahud, der Circle-Gesamtprojektleiter bei der Flughafen Zürich AG, den Jornalisten am Mittwoch gleich zu Beginn des Rundgangs klarzumachen suchte: «Der Circle ist kein Shoppingcenter.» Viel mehr gehe es darum, Marken zu präsentieren. Wenn die Swatch-Group 800 Quadratmeter für ihr «Brand House» miete, «dann wird Nick Hayek dort eine Uhrmacherwerkstatt einrichten – und nicht einen Verkaufsladen.» Obschon, natürlich könne man da auch Uhren kaufen. Und öffentlich zugänglich sei der Circle immer – natürlich auch der Hügel dahinter, der einfach mit «Der Park» benamst sein wird. «Wir wollen nichts schliessen, wir sind ein Teil des Flughafens», sagte Pahud.

Wie der Nebel Kräne bremst

Mehr als Beton, Stahl und Gerüste sind von diesem «Brand House» freilich noch nicht zu sehen. Dafür ist die Baustelle an sich umso spannender; sie ist in mehrfacher Hinsicht speziell – und das nicht nur, weil sie für Schweizer Verhältnisse ziemlich gross ausfällt. Auch die Nähe zum Flugbetrieb bringt die eine oder andere Spezialität mit sich. «Wenn es starken Nebel hat, bekommen wir einen Anruf von der Skyguide», nannte Claudio Zanella eine weitere Besonderheit. Wird eine bestimmte Sichtweite unterschritten, sind Piloten verpflichtet, eine vollautomatische Landung durchzuführen.

Damit Autopilot und Computer landen können, werden viel höhere Anforderungen an die Genauigkeit der Funksignale gestellt, als wenn der Mensch bei guter Sicht selber steuert. «Weil sich bewegende Kranmasten diese Signale stören können, wird uns bei starkem Nebel von der Flugverkehrskontrolle befohlen, alle Kranmasten innert 30 Minuten in dieselbe, vorgeschriebene Richtung auszurichten – und dann die Kräne abzuschalten.» Sie können wieder in Betrieb gehen, wenn sich der dichteste Nebel verzogen hat und mit weniger engen Sicherheitsmargen angeflogen werden kann. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 11.10.2017, 18:32 Uhr

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