Bülach

«Wir sind nicht stolz auf unsere Anlage»

Beim FC Bülach ist Geduld gefragt. Seit drei Jahren wartet der Verein auf die neuen Garderoben. Präsident Lucio Schiavi erklärt im Interview, was aus seiner Sicht schiefgelaufen ist, und hofft, dass der Gemeinderat das Projekt nicht versinken lässt.

Ein Loch im Duschboden. Lucio Schiavi, Präsident des FC Bülach, hofft, dass sich das Parlament für neue Garderoben ausspricht.

Ein Loch im Duschboden. Lucio Schiavi, Präsident des FC Bülach, hofft, dass sich das Parlament für neue Garderoben ausspricht. Bild: Francisco Carrascosa

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Zurzeit sind Sie mehr Politiker als Präsident eines Fussballklubs. Wie gehen Sie mit dieser Rolle um?
Lucio Schiavi: Ich führe, repräsentiere und setze mich für den FC Bülach ein. Das ist meist bei sportlichen Angelegenheiten der Fall. Aber auch bei Festen oder bei Themen bezüglich der Infrastruktur stehe ich als Präsident in der Öffentlichkeit. Mir war schon von vornherein bewusst, dass der FC Bülach seit Jahren mit Infrastrukturproblemen zu kämpfen hat. Deshalb ist es nicht überraschend, dass ich nun diese Rolle einnehmen muss.

Warum geht es nicht vorwärts in der Garderobendiskussion?
Manche Punkte wurden falsch eingeschätzt. Die Stadt hat zum Beispiel viel Wert auf die Mobilität der neuen Garderoben gelegt, damit das Gebäude in 10 bis 15 Jahren auf eine neue Sportanlage verfrachtet werden kann. Dies führte letztlich zu schwierigen politischen Diskussionen.

Was hätte die Stadt bessermachen können?
Die einzelnen Prozesse müssten schneller ablaufen. Zuerst dauerte es ein Jahr, bis das Projekt überhaupt spruchreif war. Nochmals ein halbes Jahr dauerte es, bis das Parlament den Entscheid zum 2,1-Millionen-Kredit gefällt hat. Die Phasen Projekt, Submission und Nachkredit dauern nun bereits drei Jahre. Das ist zu lange für so ein Häuschen. Man hätte das problemlos in der halben Zeit durchbringen können.

«Die Garderoben müssen nicht drei Millionen Franken kosten.»

Lucio Schiavi, Präsident des FC Bülach

Trägt der Verein eine Mitschuld, dass diese Prozesse so lange dauerten?
Wir als Verein sind nicht direkt involviert. Wir sind zwar in der Baukommission vertreten, haben dort aber keine Stimme. Wir gaben unsere Bedürfnisse an, konnten ansonsten aber keinen Einfluss auf das Verfahren nehmen. Wir akzeptieren diese Rolle, da wir im Jahr 2014 das Baurecht an die Stadt abgegeben haben und nur noch Mieter sind.

Wieso soll die Stadt drei Millionen Franken ausgeben für neue Garderoben?
Es müssen nicht drei Millionen sein. Wir können uns auch vorstellen, dass ein Gemeinderat eine Motion einreicht, die eine gelockerte Ausschreibung des Projekts fordert. Das heisst ohne die bisherigen Vorschriften wie Mobilität oder Fotovoltaik. Dann sollte der vom Gemeinderat gesprochene Kredit in der Höhe von 2,1 Millionen Franken eingehalten werden können.

Auch zwei Millionen Franken sind viel Geld.
Man spricht immer von den Gesamtzahlen. Heute ist es aber so, dass das Zürcher Sportamt 15 Prozent der Kosten übernimmt. 300 000 Franken kommen also bereits von dort und der Verein steuert zusätzlich 150 000 aus der eigenen Kasse bei. Diese Beträge werden vom Kredit abgezogen. Meiner Meinung nach wird diese positive Seite zu wenig beleuchtet.

Schämen Sie sich, Gäste auf der Sportanlage zu empfangen?
Schämen ist nicht das richtige Wort. Wir sind einfach nicht stolz auf unsere Anlage. Als ich im Jahr 1968 in den Verein eingetreten bin, war es noch ein Top-Sportplatz. Mittlerweile ist die Anlage aber weit entfernt von dem, was wir brauchen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 13.10.2017, 08:40 Uhr

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