Region

Wo Präsidenten Ferien machen

Präsidenten von fünf Unterländer Gemeinden und Städten haben dem «Zürcher Unterländer» verraten, wo sie ihre Sommerferien verbrachten.

Die Unterländer Gemeinde- und Stadtpräsidenten faulenzen auch in ihren Ferien kaum. Die meisten sind sportlich aktiv.

Die Unterländer Gemeinde- und Stadtpräsidenten faulenzen auch in ihren Ferien kaum. Die meisten sind sportlich aktiv. Bild: Keystone (Symbolbild)

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Wer dem Büroalltag und der dieses Jahr ungewöhnlichen Hitze für ein paar Tage entkommen wollte, dem waren die Sommerferien gewiss eine willkommene Abwechslung. So suchten Herr und Frau Unterländer in den letzten Wochen Zuflucht an kühleren Orten: wandernd in den Bergen, Cocktails schlürfend am Strand – oder einfach im gekühlten Zuhause. Der ZU hat vier Stadt- beziehungsweise Gemeindepräsidenten und eine Gemeindepräsidentin aus der Region nach ihren Ferienerlebnissen befragt. Im Folgenden schildern die fünf, was sie diesen Sommer unternommen haben und was ihnen aus vergangenen Ferien am meisten in Erinnerung geblieben ist – im Guten, aber auch im Schlechten.

Max Walter, Gemeindepräsident von Regensdorf, geht tauchen

Max Walter beim Tauchen mit Profi William im Nationalpark Kenting an der Südspitze der Insel Taiwan.

Was haben Sie diese Sommerferien gemacht?
Ich war nicht im Sommer, sondern bereits im April drei Wochen in den Ferien. Mit meiner Gattin Joan Lin bin ich drei Wochen lang in Taiwan rumgereist und habe – dank ihrer Insidertipps – auch kleine Orte kennen gelernt. Wir haben ausserdem viele einstige Schulkollegen von ihr getroffen. So tiefen Einblick in eine andere Kultur zu erhalten, finde ich fantastisch.

Was war Ihr schönstes Ferienerlebnis?
Vor etwa 15 Jahren habe ich einen Fallschirmsprung aus einem Flugzeug wagen dürfen, es war ein Geburtstagsgeschenk. Bungee-Jumping hat mich nie gereizt, ein solcher Sprung dagegen schon – aus 4500 Metern in der Höhe. Ich bin zum Glück schwindelfrei, habe aber auch festgestellt, dass man vor dem Absprung gar nicht realisiert, dass man auch wirklich dort unten ankommt. Und die Aussicht von Mailand bis in den Schwarzwald war einmalig.

Und Ihr schlimmstes?
Wir mussten nach unseren Ferien in der Türkei gut 24 Stunden auf unseren Heimflug warten, und das mit zwei kleinen Kindern. Gegen 14 Uhr hätten wir starten sollen; der Flug wurde aber immer hinausgezögert, und irgendwann wurden wir in ein Hotel geführt – ohne Klimaanlage bei 35 Grad. Morgens um 3 Uhr wurden wir geweckt, und gegen 7 Uhr hiess es, dass wir in den Bus einsteigen sollen. Auch auf der Piste hiess es aber: warten. Als wir schliesslich in ein Flugzeug einer anderen Airline steigen sollten, fuhr gerade noch die Feuerwehr weg. Da wird einem schon etwas mulmig – der Flug danach verlief aber gut.

Simone Caneppele, Gemeindepräsidentin von Hochfelden, erholt sich an der Adria

Simone Caneppele mit ihren Kindern Aina und Leon am Strand in Cattolica.

Was haben Sie diese Sommerferien gemacht?
Ich habe mit der ganzen Familie neun Tage an der Adria in Cattolica verbracht. Mit dabei waren mein Mann Daniel, unser Sohn Leon, unsere Tochter Aina und mein Vater Willy Caneppele. Es war sehr warm und wir haben sehr, sehr viel gegessen (lacht). Wir haben uns prächtig erholt. Einen Tag lang haben wir San Marino besichtigt, sonst lagen wir hauptsächlich faul am Strand und haben gelesen. Am liebsten sind mir Krimis, bei denen kann ich am besten abschalten.

Was war Ihr schönstes Ferienerlebnis?
Gut in Erinnerung geblieben ist mir die Städtereise nach Madrid, die wir diesen Frühling unternommen haben. Dort haben wir ausgiebig die Stadt entdeckt und sind mit Land und Leuten in Kontakt gekommen. Auch hier war das Essen herrlich – am liebsten waren mir die Markthallen, in denen man an jeder Ecke Häppchen probieren konnte. Die ganze Atmosphäre stimmte einfach.

Und Ihr schlimmstes?
Ich war einmal mit Kollegen in Portugal, und einer wollte unbedingt in einem sehr alten Hotel nächtigen. Es war eine Katastrophe: modrig und schmuddelig. Ich habe tags darauf sofort eine neue Bleibe gesucht, dann hat es uns schliesslich gepasst.

Mark Eberli, Stadtpräsident von Bülach, erklimmt die Berge

Mark Eberli war sportlich unterwegs.

Was haben Sie diese Sommerferien gemacht?
Ich habe einige Tage mit meiner Frau Beatrice und unseren beiden Teenagern Tim und Jane, die auch Freunde dabeihatten, in der Toskana am Strand genossen und habe ausserdem nur mit meiner Gattin in Österreich und im Engadin Wandertouren unternommen. Wir waren mit Wohnwagen und Zelt unterwegs, damit alle genügend Platz hatten. Ein Höhepunkt war die Wanderung auf den Piz Padella – innert zweieinhalb Stunden haben wir rund 1200 Höhenmeter zurückgelegt.

Was war Ihr schönstes Ferienerlebnis?
Während des Ausflugs in die Toskana haben wir einmal am Strand den Sonnenuntergang beobachtet und dazu Pizza gegessen. Besonders erholsam war für mich aber auch, 14 Tage lang offline zu sein, keine Mails zu checken und einfach abzuschalten.

Und Ihr schlimmstes?
Ich hatte bisher – zum guten Glück – kaum negative Ferienerlebnisse, das letzte liegt 15 Jahre zurück, wenn nicht sogar länger. Da sind wir in Taragona (Spanien) bei einem Ausflug ans Meer beklaut worden.

Roger Götz, Gemeindepräsident von Höri, besichtigt Schlösser

Roger Götz auf Rundreise in Frankreich.

Was haben Sie diese Sommerferien gemacht?
An der Atlantikküste Frankreichs, rund um Bordeaux, haben wir uns Weinschlösser angeschaut und einige Tage am Strand verbracht. Wir haben also Badeferien und Kulinarisches miteinander verbunden. Dazu gehörte auch etwas Lektüre – keine Politik, keine Gemeindeberichte, nur gute Krimis. Unterwegs war ich mit Gattin Monika und Sohn Lars.

Was war Ihr schönstes Ferienerlebnis?
Vergangenes Jahr haben wir zu viert, noch mit unserer Tochter Jessica, eine dreiwöchige Rundreise durch die USA unternommen. Eindrücklich waren nicht nur die Naturpärke, sondern auch der Zwischenhalt in New York; diese Stadt hat mich einfach beeindruckt.

Und Ihr schlimmstes?
In Frankreich wurde uns einmal schon auf der Hinfahrt das Auto aufgebrochen. Wir wollten nur einen kurzen Zwischenhalt am Meer machen. Als wir zum Parkplatz zurückkehrten, war die Autotür kaputt und die Wertsachen waren verschwunden. Wir mussten vor Ort übernachten und das Auto in die Garage bringen, bevor es weitergehen konnte.

René Huber, Stadtpräsident von Kloten, geniesst alpin

René Huber joggt am schönen Ägerisee.

Was haben Sie diese Sommerferien gemacht?
Ich habe drei Wochen in Davos und im idyllischen Ägerital verbracht und habe dort den tollen Sommer genossen – mit vielen ausgiebigen Wanderungen und Sport. Den Alpinmarathon habe ich dieses Jahr nur von den Zuschauerrängen aus verfolgt; das hat schon etwas wehgetan, aber ich war einfach nicht genügend vorbereitet. Die letzte Woche habe ich schliesslich zu Hause noch einiges erledigt, was sonst unterm Jahr zu kurz kommt. Auf Pikett für die Stadt Kloten war ich natürlich immer, aber nur schon drei Wochen lang keine Sitzung zu haben, war schon viel wert.

Was war Ihr schönstes Ferienerlebnis?
Als unsere Kinder noch im Primarschulalter waren, haben wir während zweier Wochen auf einem Hausboot den Canal du Midi entdeckt. Das Einfache an diesen Ferien war sehr erholsam: einfach mal irgendwo anzulegen und zu jassen, zwei Wochen kein Internet, kein Fernseher, kein Radio – und dass die Boote nur im Schritttempo unterwegs sind, wirkte sehr entschleunigend.

Und Ihr schlimmstes?
Das wäre eine meiner ältesten Kindheitserinnerungen, ich muss etwa vier Jahre alt gewesen sein. Ich war mit meinen Eltern in Italien am Strand, und wir haben uns ein Holzpedalo gemietet und waren auf dem Wasser. Das Ganze war nur zusammengenagelt, und als mein Vater aufsteigen wollte, hat er gleich den Stuhl abgerissen – und mich mit ihm. Ich konnte noch nicht schwimmen und glaubte, ich müsse ertrinken. Meine Mutter konnte mich dann aber halten. ()

Erstellt: 11.08.2015, 16:33 Uhr

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