Rafzerfeld

Zum dritten Mal Schweizer Meister

Am Samstag und Sonntag stand das Rafzerfeld ganz im Zeichen der Furche. An den beiden Wettkampftagen wurde der beste Pflüger der Schweiz und des Kantons Zürich gesucht.

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Der beste Pflüger der Schweiz heisst wieder Marco Angst. Der 27-jährige Wiler hat am Sonntag zum dritten Mal in Folge die Schweizermeisterschaft der Wettpflüger in Wil gewonnen. «Ein bisschen Glück gehört dazu, Erfahrung, gute Vorbereitung und dass man das Wettkampfmaterial in- und auswendig kennt», gab er als Voraussetzung für einen Sieg an.

Die unzähligen Furchen in den Feldern beim Feldhof in Wil waren Zeugnis für die Präzisionsarbeit der 15 Teilnehmer mit ihren Spezialpflügen, die jeder individuell für seine Bedürfnisse angepasst hatte.

Konzentrationsarbeit für die WM-Qualifikation

21 Bewertungskriterien waren zu erfüllen. Auf der 100 Meter langen und bis zu 20 Meter breiten Parzelle sollte mit möglichst perfekten Furchen die maximale Punktzahl von 210 erreicht werden.

Als das wichtigste Kriterium galt die gerade Furche, was nur oberflächlich einfach aussah. «Das ist ziemlich schwierig und braucht viel Routine», erklärte schon am Samstag Jakob Bänninger aus Adlikon, einer der Bewertungsexperten.

Trockener Boden als Herausforderung

Die Geschwindigkeit der Traktoren von 3,5 bis 4 Kilometern sei für die Genauigkeit passend. Zumal auch das heisse Wetter eine zusätzliche Schwierigkeit einbringen konnte. «Besonders jetzt, wo es noch so trocken ist und der Boden hart, kann beispielsweise ein Stein den Pflug von der geraden Linie auf die Seite drücken, aber da kann der Fahrer nichts mehr dafür.»

Zehn Furchen parallel zur Feldlänge mussten die Teilnehmer pflügen, zusätzlich mehrere Keile, auch diese gleichgerichtet zueinander und immer anschliessend an das Nachbarbeet.

Der Erst- und Zweitplatzierte der Schweizermeisterschaft qualifizierte sich gleichzeitig für Weltmeisterschaft in den USA nächstes Jahr; der Dritt- und Viertplatzierte fährt an die Europameisterschaft nach Irland.

Kantonale Meisterschaft

Bereits am Samstag herrschte im Rafzerfeld das Wettpflug-Fieber, stand doch die Kantonale Meisterschaft auf dem Programm. 21 Teilnehmer waren dabei, gepflügt wurde nach den gleichen Regeln wie später am Sonntag.

Als Zürcher Meisterpflüger ging Peter Ulrich aus Neerach hervor, schon zum neunten Mal insgesamt und fünften Mal in Folge. Er wurde zudem wieder Zweiter bei der Schweizermeisterschaft. «Es ist immer wieder eine Überraschung, die Konkurrenz ist stark und der Boden jedes Mal anders.»

«Ein sehr spezielles Erlebnis»

Der Träger der diesjährigen Zürchermeisterschaft war das Pflüger-Team Rafzerfeld, jener der Schweizermeisterschaft die Schweizerische Pflüger-Vereinigung. Für Käthy Angst, die bei beiden im Vorstand mitmacht, ist diese Randsportart aus persönlicher Sicht wichtig.

Ihr Mann Walter und ihr Sohn Marco machen seit Jahren beim Wettpflügen mit. Letztes Jahr begleitete sie Marco nach Kenia, wo er die Silbermedaille für das Stoppelfeldpflügen gewann. «Für mich als Mutter war es natürlich ein sehr spezielles Erlebnis.»

Zürcher Kantonsmeister und Manpower

Neben der Zürchermeisterschaft lief am Samstag das Plauschpflügen. Dafür wurden nur gerade Furchen verlangt. Die Festwirtschaft in der Scheune war an beiden Tagen gut besucht, es gab eine Maschinenausstellung und einen Kinderspielplatz.

Bevor Alleinunterhalter Reto Eigenmann den Samstagabend mit seiner Musik ausklingen liess, ging es noch um pure Kraft. Fünf achtköpfige Teams massen sich im Pflugziehen durch Manpower; der Pflug wurde von den Teilnehmern gezogen, die sich in ein Gerüst einspannen liessen. Diesmal war die Geschwindigkeit das massgebende Kriterium. Von dieser selten gesehene Attraktion waren alle begeistert.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 12.08.2018, 19:17 Uhr

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