Eglisau

Zwei Polit-Familien treffen sich vor laufenden Kameras am Gartentisch

Der «Club» des Schweizer Fernsehen SRF zeichnete Gespräche zwischen politisch engagierten Familien auf. Im Fokus der Kameras: Die Fehrs aus dem Zürcher Unterland und die Grossens aus dem Berner Oberland.

Politik in Donnschtig-Jass-Atmosphäre: Der «Club» des Schweizer Fernsehens bittet politisch aktive Familien zur Diskussion in die Gartenbeiz. Mit dabei war etwa die Familie Fehr aus Eglisau mit Hans (Bildmitte), Ursula und Nina.

Politik in Donnschtig-Jass-Atmosphäre: Der «Club» des Schweizer Fernsehens bittet politisch aktive Familien zur Diskussion in die Gartenbeiz. Mit dabei war etwa die Familie Fehr aus Eglisau mit Hans (Bildmitte), Ursula und Nina. Bild: Paco Carrascosa

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In diesem Sommer stellt der «Club» Fragen: Woher kommen unsere Politiker, wie wachsen sie auf und was hat sie geprägt? In vier Sendungen sind jeweils zwei politisch engagierte Familien zu Gast. Sie repräsentieren die acht wichtigsten Parteien der Schweiz.

So trafen sich kürzlich an einem lauen Sommerabend die Eglisauer SVP-Familie Fehr und die GLP-Familie Grossen aus Frutigen zur Aufzeichnung der Sendung im Garten des Restaurants Ziegelhütte, an einem Hang oberhalb von Schwamendingen.

Für die TV-Leute ist der neue Rahmen des bewährten Formats eine Premiere: Erstmals wurden «Club»-Sendungen nicht im Studio aufgezeichnet.

Entsprechend war in der Gartenwirtschaft der Ziegehütte war ein beträchtlicher technischer Aufwand nötig, denn es galt, die gewohnte Qualität der Sendung zu erreichen. Drei Kameramänner standen im Einsatz und Lichtpanels sorgten für eine ausreichende Beleuchtung unter den mächtigen Kastanienbäumen. Aufnahmeleiterin Vanessa Tauss überwachte die Arbeiten und informierte das Publikum über den Ablauf der Aufzeichnungen.

Am Aufbau beteiligt

Barbara Lüthi, langjährige Chinakorrespondentin von SRF, moderierte die Gespräche. Am Gartentisch begrüsste sie Hans und Ursula Fehr mit Tochter Nina Fehr Düsel auf der einen Seite, und Nationalrat Jürg Grossen, Inhaber einer KMU mit 40 Mitarbeitenden und seine Ehefrau Annelies, Gemeinderätin in Frutigen sowie ihrer Schwester Iris Fuchs, GLP-Delegierte, auf der anderen Seite des Tisches. In drei weiteren Sendungen treffen sich Familien der CVP und Grünen, EVP und BDP sowie FDP und SP. Gemeinsam waren die Fehrs und Grossens massgeblich am Aufbau ihrer Partei, der SVP und GLP, beteiligt.

Hans Fehr erinnert sich: «In den ersten Phasen galt nur eines: Chrampfe, charampfe und chrampfe.» Tochter Nina half schon als Kind mit. Heute ist sie Zürcher SVP-Kantonsrätin. Auch in Frutigen half die ganze Familie mit, Plakate aufhängen und Prospekte verteilen. Jürg Grossen bestätigt: «Ohne Unterstützung durch meine Familie hätte ich meine Ziele nie erreicht». Heute ist Grossen Nationalrat und Präsident der Grünliberalen Partei.

Bei politischen Diskussionen gingen die Ansichten erwartungsgemäss auseinander, besonders beim geplanten Rahmenabkommen mit der EU. Jürg Grossen befürwortet einen Vertrag, Hans Fehr lehnt in ab. Besprochen wurden auch Stilfragen, wobei die Messerstecher-Inserate der SVP im Zentrum standen. Einig waren sich die beiden Familien beim Umweltschutz – also zumindest darin, dass Handlungsbedarf besteht. Nur beim Wie gibt es Differenzen.

Politik als Belastung

Im Laufe der Diskussion zeigte sich: Politik kann das Familienleben auch belasten. Es sei nicht immer einfach, politische Arbeit, Militärdienst und Beruf unter einen Hut zu bringen. Ursula Fehr erinnert sich, als Hans 2011 beim Albisgüetli von politischen Gegnern zusammengeschlagen wurde: «Das ging nicht spurlos ans uns vorbei.»

Nach der 75-minütigen Aufzeichnung fühlte sich Ursula Fehr wohl und Hans fand die Diskussionen interessant, leidenschaftlich und ehrlich. Er freute sich, dass sich zwei engagierte Familien getroffen haben. Am Dienstag, 23. Juli 2019, wird die Aufzeichnung mit den vielen persönlichen Dialogen ausgestrahlt.

Erstellt: 08.07.2019, 13:40 Uhr

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