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«The Lawmaker»: Politik mit Web-App und Planspiel entdecken

Der Kanton geht bei der politischen Bildung neue Wege – mit Flipperkasten und Rollenspiel.

Wo im Kanton Zürich die Gesetze gemacht werden: der Kantonsrat. Foto: PD
Wo im Kanton Zürich die Gesetze gemacht werden: der Kantonsrat. Foto: PD

Schülerinnen und Schüler sollen zu Mitspielern im Politikbetrieb werden und nicht Spielball bleiben. So die Botschaft hinter dem neuen Onlinetool, mit dem der Kanton den Jungen den Politprozess näher bringen will. Anhand eines Flipperspiels und von drei konkreten Beispielen – Jokertage, das Hundegesetz und die neue Limmattalbahn – sollen die Jugendlichen lernen, wie Beschlüsse zustande kommen. Bisher ist dies mit einem Film erklärt worden, der, so Kantonsratspräsident Dieter Kläy (FDP), mittlerweile doch eher «angejahrt» sei. Nun soll die politische Bildung moderner und interaktiver werden.

Selber flippern kann man in der Web-App «The Lawmaker» zwar nicht. Der Ball geleitet einen dafür Schritt für Schritt auf dem Weg der drei Anliegen durch die Instanzen. Der Flipperkasten zeige gut, dass es in der Politik nicht immer lineare Abläufe gebe, sagt Patrick Müller, Geschäftsführer der Entwicklerfirma Docmine. Man müsse einfach den Ball, also die Gesetzesvorlagen, im Spiel halten.

Spielerisches Lernen

Geschaffen wurde das Lehrmittel in Zusammenarbeit mit der Zürcher Hochschule der Künste. Budgetiert waren 120000 Franken, die tatsächlichen Kosten liegen wohl leicht darüber. Kantonsrat Markus Späth (SP) ist vom Resultat überzeugt: «Ein griffiges Tool zur anschaulichen Vermittlung des Politbetriebs hatte bisher gefehlt», sagt er. «Als Kantonsrat und als ehemaliger Lehrer bin ich begeistert von dieser Lösung.» Mit der Web-App, zugänglich auf thelawmaker.ch, könne der bisher eingesetzte Film, der nach zwölf Jahren auch inhaltlich nicht mehr ganz aktuell sei, endlich ersetzt werden.

Wunder dürfe man sich davon natürlich nicht versprechen – es werden kaum alle Schüler plötzlich in ihrer Freizeit die Abläufe im Kantonsrat büffeln. «Es ist natürlich kein Egoshooter oder FIFA 20», sagt Späth. Trotzdem helfe die spielerische Form den Schülerinnen und Schülern beim Lernen. Auch Kantonsrätin und Kantonsschullehrerin Sylvie Matter (SP) berichtet, das Tool sei bei ersten Testläufen an der Kantonsschule Zürcher Unterland in Bülach gut aufgenommen worden. Besonders das Beispiel Jokertage habe die Jugendlichen interessiert – handelt es sich doch dabei um einen Vorstoss, der seinen Anfang 2015 in der Schülerschaft dieser Kanti genommen hatte.

Noch positiver sei allerdings die Reaktion auf die zweite Neuerung gewesen. Ein vom Kanton entwickeltes Planspiel erlaubt es den Schülern und Schülerinnen, selbst in die Rollen der Volksvertreter zu schlüpfen. So sollen die Prozesse, neben der App, auch auf ganz direkte Weise erlebbar werden.

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