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Schweizer Börse im HochCorona beschert SIX Rekordhandelsumsatz

Die Börsenbetreiberin SIX bewältigt die Corona-Krise dank einem satten Gewinn im Wertpapiergeschäft bisher mit Erfolg. In anderen Bereichen musste sie jedoch Einbussen hinnehmen.

Die SIX verzeichnete im ersten Quartal nach eigenen Angaben den höchsten Handelsumsatz ihrer Unternehmensgeschichte: Eingangsbereich des SIX-Hauptsitzes an der Neuen Börse Zürich-West in Zürich.
Die SIX verzeichnete im ersten Quartal nach eigenen Angaben den höchsten Handelsumsatz ihrer Unternehmensgeschichte: Eingangsbereich des SIX-Hauptsitzes an der Neuen Börse Zürich-West in Zürich.
Foto: Ennio Leanza (Keystone) 

Wegen der Coronakrise ist der Handel an der Börse zeitweise explodiert. Gleichzeitig litten andere Bereiche der Börsenbetreiberin SIX – wie das Karten- und Bargeldgeschäft – infolge der Ausgangsbeschränkungen. Unter dem Strich machte der Gewinn aus dem Wertpapiergeschäft die Einbussen aber wett.

Die durch Covid-19 ausgelöste Unsicherheit und hohe Volatilität an den Märkten sorgte im ersten Halbjahr 2020 für einen starken Anstieg der Handelsvolumen. Während sich die Aktienmärkte allmählich erholen würden, sei die Volatilität auf einem erhöhten Niveau geblieben, ging am Dienstag aus einer Unternehmenspräsentation der SIX zum ersten Halbjahr hervor.

Im ersten Quartal sei der höchste Handelsumsatz in der Unternehmensgeschichte verzeichnet worden, hiess es. Allein im März waren es 293 Milliarden Franken, der höchste Wochenumsatz lag bei 90 Milliarden Franken, wie Finanzchef Daniel Schmucki im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP sagte. Im gesamten ersten Halbjahr stieg das Handelsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um knapp die Hälfte an.

Die «intensivierten» Handels- und Post-Trade-Aktivitäten führten im ersten Semester zu einem Gewinnbeitrag der Geschäftseinheit «Securities & Exchanges» von 128,7 Millionen Franken, ein Anstieg von 59 Prozent, wie die SIX am Dienstag mitteilte. Die rekordhohe Volatilität sei aber ohne Probleme bewältigt worden, hiess es.

Wieder mehr Kartenzahlung

Das Karten- und Bargeldgeschäft brach wegen der Corona-Massnahmen der Schweizer Regierung in den ersten sechs Monaten um fast 50 Prozent respektive fast 30 Prozent ein. Auch der Gewinnbeitrag der Geschäftseinheit «Banking Services» ging im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück (-30% auf 10,0 Mio Fr.).

Im Juni haben sich die Kartentransaktionen allerdings wieder stabilisiert und fast wieder das Niveau der Zeit vor Covid-19 erreicht, wie es hiess. Die Geldautomatentransaktionen (ATM), die unter den Pandemiebestimmungen und den Reisebeschränkungen gelitten hatten, haben sich hingegen noch nicht vollständig erholt.

Zumindest kurzfristig würden die unsicheren Marktentwicklungen wegen Corona die verschiedenen Geschäftsbereiche der SIX weiterhin signifikant beeinflussen, so der Konzern. Sowohl das Geschäftsmodell als auch die Systeme hätten sich in den vergangenen Monaten aber als äusserst widerstandsfähig erwiesen.

SDA