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Coronavirus weltweit +++ Experten warnen: Lockerungen in England zu früh +++ Lateinamerika neuer Corona-Herd

In London sagen die Menschen dem nationalen Gesundheitsamt Danke. In Südamerika trifft die Pandemie unterfinanzierte Gesundheitssysteme. Internationale News im Ticker.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Weltweit haben sich mehr als 5 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann. Rund 328'000 Menschen sind bislang daran gestorben. Am stärksten betroffen von der Pandemie sind die USA.
  • Zahlreiche Länder lockern mittlerweile ihre Einschränkungen oder Ausgangsbeschränkungen wieder.
  • Ein Impfstoff gegen den Erreger ist noch nicht in Sicht.

Hier sehen Sie, wie die Massnahmen in der Schweiz wirken: Der Ausbruch im Vergleich mit anderen Ländern.

LIVE TICKER

Vatikan bietet Sommercamp für Kinder an

Poolparty in den Vatikanischen Gärten und Pingpong in päpstlicher Audienzhalle: Kinder können sich in der Corona-Krise im Sommer auch im Vatikan austoben. Dazu organisiert der Kirchenstaat für den Nachwuchs von Vatikanangestellten im Juli erstmals ein Summercamp. Das Angebot sei für Eltern, die in den Monaten des Lockdowns mit den langen Schulschliessungen besonders gefordert gewesen seien, berichtete die vatikanische Medienplattform Vaticannews. Auch «geistliche Unterweisung» werde bei dem Camp mit dem Motto «Glück und Seligpreisungen» eine Rolle spielen. Auf dem Heliport des Vatikans sollen zudem Mannschaftsspiele stattfinden, alles nach den gebotenen Corona-Abstandsregeln.

Die bisherigen Päpste verbrachten die heissen Monate immer in der Sommerresidenz Castel Gandolfo bei Rom. Franziskus allerdings bleibt im Vatikan und hat die Residenz zum Museum umfunktionieren lassen. Die Vatikanischen Gärten liegen hinter hohen Mauern und sind für Touristen nur mit speziellen Buchungen zugänglich.

Kinder sollen sich im Kirchenstaat austoben können.
Kinder sollen sich im Kirchenstaat austoben können.
Fabio Frustaci/Keystone
Experten warnen: Lockerungen in England zu früh

Britische Wissenschaftler haben vor den Folgen der für kommende Woche geplanten Lockerungen der Kontaktbeschränkungen in England gewarnt. Befürchtet wird, dass es zu einer zweiten Infektionswelle in der Coronavirus-Pandemie kommen könnte.

Mit geschätzt etwa 8000 Neuinfektionen pro Tag habe der grösste britische Landesteil im internationalen Vergleich noch immer sehr hohe Fallzahlen, sagte John Edmunds, ein Experte für die Berechnung der Ausbreitung von Infektionskrankheiten an der London School of Hygiene and Tropical Medicine dem «Guardian» zufolge.

Dem schloss sich auch der Direktor des Wellcome Trust, Jeremy Farrar, an. «Covid-19 breitet sich zu schnell aus, um den Lockdown in England aufzuheben», schrieb er am späten Freitagabend auf Twitter. Zuerst müsse ein funktionierendes System zur Testung und Kontaktverfolgung vorhanden sein und die Infektionszahlen geringer sein, so Farrar.

Banner mit der Aufschrift «Danke» in den Farben des National Health Service (NHS) hängen über der fast menschenleeren Oxford Street in London.
Banner mit der Aufschrift «Danke» in den Farben des National Health Service (NHS) hängen über der fast menschenleeren Oxford Street in London.
Foto: David Cliff/Nur-Photo/Getty Images

Premierminister Boris Johnson hatte erst am Donnerstag angekündigt, die Kontaktbeschränkungen in England weiter zu lockern. Demnach sollen von kommender Woche an wieder Treffen von bis zu sechs Personen in privaten Gärten und Parks möglich sein, solange der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten wird. Bislang waren nur Treffen von zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten möglich.

Auch Läden mit Verkaufsfläche im Freien sollen wieder öffnen dürfen. Zudem werden auch teilweise die Schulen wieder für eine grössere Zahl von Kindern geöffnet. Ähnliche Regeln sollen auch in den anderen Landesteilen Schottland, Wales und Nordirland gelten.

Grossbritannien hat offiziellen Statistiken zufolge die höchste Zahl an Todesfällen in Europa. Bis Freitag starben dort mehr als 38 000 Menschen, nachdem sie positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Johnson hatte bis Anfang Juni ein «Weltklasse-System» an Tests und Kontaktverfolgungen versprochen. Die Regierung stellte dafür 25 000 Mitarbeiter ein. Doch Berichten zufolge läuft es nur schleppend an, beispielsweise wird über Software-Probleme geklagt.

Italiener erhalten Reisefreiheit zurück

Italien bereitet sich auf weitere Lockerungen in der Corona-Pandemie vor. Ab Mittwoch dürfen die Italiener wieder frei von einer Region in eine andere reisen.

Es gebe derzeit keine Gründe, warum ein Verbot weiter aufrecht erhalten werden sollte, sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza nach einem Treffen unter anderem mit Ministerpräsident Giuseppe Conte am späten Freitagabend. «Die Daten der Beobachtung der Fallzahlen sind ermutigend. Die bedeutenden Opfer während des Lockwdowns haben diese Ergebnisse gebracht.» Ab 3. Juni dürfen auch EU-Bürger wieder nach Italien, ohne danach in Quarantäne zu müssen.

Dieses Bild gehört bald der Vergangenheit an: Italienische Polizeibeamte steuern eine Drohne zur Überwachung der Ausgangssperre in der Stad Brescia.
Dieses Bild gehört bald der Vergangenheit an: Italienische Polizeibeamte steuern eine Drohne zur Überwachung der Ausgangssperre in der Stad Brescia.
Foto: Getty Images

Seit fast drei Monaten waren Reisen innerhalb Italiens nur in notwendigen Fällen erlaubt. Das Land wurde von Covid-19 besonders hart getroffen. Mehr als 33'000 Menschen sind nach offiziellen Angaben gestorben, die Dunkelziffer könnte aber weitaus höher sein. Die Fallzahlen sinken seit langem. Das oberste Gesundheitsinstitut ISS erklärte, es gebe keine «kritischen Situationen» mehr mit Blick auf die Epidemie.

Die Regierung steht unter enormen Druck, das Land wieder zu öffnen, da gravierende wirtschaftliche und soziale Folgen des harten Lockdowns befürchtet werden. Ausserdem wirbt Italien wieder um Touristen, da der Tourismus einen bedeutenden Teil zur Wirtschaftskraft beiträgt.

Corona-Pandemie wütet in Lateinamerika

Nach Asien, Europa und den USA hat die Corona-Pandemie nun Lateinamerika mit voller Kraft erwischt. In der Region trifft das Virus auf unterfinanzierte Gesundheitssysteme, Millionen Arme ohne soziale Absicherung und eine generelle Skepsis gegenüber staatlichen Anordnungen.

Die Regierungen reagieren ganz unterschiedlich auf den unsichtbaren Feind: Die einen setzen ihr ganzes Land unter Quarantäne, die anderen machen einfach so weiter wie bisher. Ein Blick auf das Infektionsgeschehen zwischen dem Rio Grande und Feuerland.

Satellitenbild von Südamerika.
Satellitenbild von Südamerika.
Foto: Planet Observer/Universal Images Group/Getty Images

Brasilien

Das grösste und bevölkerungsreichste Land der Region ist der neue Hotspot der weltweitweiten Corona-Pandemie. Fast eine halbe Million Menschen hat sich nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert, über 26'000 Patienten sind bereits gestorben. Der rechtspopulistische Präsident Jair Bolsonaro hingegen tut das Virus als «leichte Grippe» ab und will so schnell wie möglich zur Normalität zurückkehren. Minister, die Bedenken äussern, werden gefeuert. Gouverneure, die auf eigene Faust Schutzmassnahmen anordnen, beschimpft der Ex-Militär als «Haufen Mist».

Während im Ausland Unverständnis und Entsetzen über Bolsonaros Corona-Politik herrscht, könnte seine Botschaft bei vielen Brasilianern verfangen. Mindestens 40 Prozent haben keinen Arbeitsvertrag, keine soziale Absicherung und keine Rücklagen. «Die Leute haben mehr Angst, vor Hunger zu sterben als vor dem Coronavirus», sagt der Deutsche Bernhard Weber, der in den Favelas von Rio de Janeiro Lebensmittelpakete verteilt. Gut möglich, dass Bolsonaro sogar als politischer Gewinner aus der Krise hervorgeht.

Mexiko

Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador konnte mit dem Konzept des Abstandhalten noch nie so recht etwas anfangen. «Man muss sich umarmen, da passiert schon nichts», pflegt der Linkspopulist zu sagen, der bei seinen Auftritten Babys küsst, Grossmütter herzt und Männer umarmt. Nachdem die Infektionszahlen in dem zweitgrössten Land Lateinamerikas immer weiter stiegen, erklärte die Regierung zwar doch den Gesundheitsnotstand und schickte nicht essenzielle Branchen in eine Zwangspause.

Nun befindet sich Mexiko mitten in der heissen Phase der Pandemie – mit mehr als 8000 Toten ist es unter den zehn Ländern mit den meisten Opfern. Trotzdem soll Mexiko ab Beginn kommender Woche schrittweise zu einer «neuen Normalität» zurückkehren. Landesvater López Obrador dürfte das freuen: Gleich am Montag will er zu einer fünftägigen Rundreise durch Mexiko aufbrechen. Bei seinen öffentlichen Auftritten werde er «eine gesunde Distanz» wahren, verspricht er.

Nicaragua

Boxturniere, Festivals, Unterricht in vollen Klassensälen – in dem mittelamerikanischen Land geht das Leben seinen gewohnten Gang, als wäre nie etwas gewesen. Der autoritäre Präsident Daniel Ortega glaubt, das Coronavirus sei «ein Zeichen Gottes», dass die Welt einen falschen Weg eingeschlagen habe. Nach offiziellen Angaben gibt es bislang rund 750 Infizierte und gut drei Dutzend Tote. Menschenrechtler und Aktivisten werfen der sandinistischen Regierung allerdings vor, das wahre Ausmass der Krise zu verschleiern. Berichten zufolge sollen Tote nachts aus den Krankenhäusern geholt und eilig verscharrt werden.

Argentinien

Trotz des wohl härtesten Lockdowns in der Region wird der schlimmste Alptraum der argentinischen Regierung nun Realität: Die Corona-Pandemie hat die Elendsviertel im Speckgürtel rund um Buenos Aires erreicht. In den sogenannten Villas leben ganze Familien auf wenigen Quadratmetern zusammen – an Abstandhalten ist hier nicht zu denken. In nur einer Woche haben sich die Fälle in den Slums verdreifacht. «Unsere Anstrengungen und unsere Arbeit konzentriert sich jetzt ganz auf die Armenviertel», sagte zuletzt Präsident Alberto Fernández.

Seit Mitte März gelten in dem südamerikanischen Land recht strenge Ausgangsbeschränkungen. Mit rund 14'000 Infizierten und 500 Toten hat Argentinien die Pandemie noch recht gut unter Kontrolle. Doch wenn das Virus nun in den Villas herumgeht, könnten die Zahlen schnell in die Höhe schiessen. «Wir haben eine sehr grosse Bevölkerung im Ballungsraum. Wenn sie alle zusammen krank werden, bricht das System zusammen», sagte der Gesundheitsminister der Provinz Buenos Aires, Daniel Gollán.

Chile

Ganz Santiago steht unter Quarantäne – viele Menschen können nicht mehr zur Arbeit. In einigen Vierteln der chilenischen Hauptstadt gehen die Menschen nun auf die Strasse, um Hilfe von der konservativen Regierung einzufordern. Barrikaden brennen, Demonstranten werfen Steine auf die Polizei, die Beamten gehen mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Protestierenden vor. Ein Polizist wurde bei den Krawallen angeschossen.

«Die wirtschaftliche Lage besorgt uns sehr. Die Leute beginnen, Hunger zu leiden, und das Gesundheitswesen kollabiert», sagte die Bürgermeisterin der Ortschaft La Pintana, Claudia Pizarro, dem Radiosender Cooperativa. Jetzt will die Regierung Lebensmittelpakete verteilen. Angesichts des Ansturms auf die Krankenhäuser schlagen auch Mediziner Alarm: Fast alle Intensivbetten seien belegt, teilte die Ärztekammer mit und warnte vor einem moralischen Dilemma, sollten Mediziner bald dazu gezwungen sein, zu entscheiden, wer an ein Beatmungsgerät angeschlossen werde und wer nicht. (sda)

Trump kündigt Ende der Zusammenarbeit mit WHO an

Inmitten der Corona-Krise hat US-Präsident Donald Trump den Abbruch der Beziehungen seines Landes mit der Weltgesundheitsorganisation WHO verkündet. «Wir werden heute unsere Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation beenden», sagte Trump am Freitag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus. Die der UN-Sonderorganisation bisher zur Verfügung gestellten US-Finanzmittel würden künftig an andere globale Gesundheitsprojekte gehen. Kritiker warfen Trump vor, in der WHO einen Sündenbock zu suchen, um von eigenen Versäumnissen in der Krise abzulenken.

Unklar ist, ob Trump die Mitgliedschaft der USA bei der WHO sofort und eigenhändig beenden kann. In der Resolution des US-Kongresses aus dem Jahr 1948 zum Beitritt zur WHO hiess es, dass die USA sich das Recht für einen Rückzug vorbehielten – allerdings mit einer zwölfmonatigen Kündigungsfrist. Voraussetzung ist demnach auch, dass die USA alle ausstehenden Beiträge an die WHO gezahlt haben.

Trump warf der WHO am Freitag erneut vor, unter der Kontrolle der Regierung in Peking zu stehen, obwohl die USA ein Vielfaches der Mitgliedsbeiträge Chinas bezahlten. Die WHO habe sich notwendigen Reformen verschlossen. Die chinesische Regierung beschuldigte der US-Präsident, die Verbreitung des Coronavirus nicht verhindert zu haben. Das habe zu der Corona-Pandemie geführt, die inzwischen mehr als 100 000 Menschen in den USA das Leben gekostet hat.

Donald Trump während der Medienkonferenz im Weissen Haus.
Donald Trump während der Medienkonferenz im Weissen Haus.
(AP/Keystone/29. Mai 2020)

Bei einem weiteren Auftritt im Weissen Haus am Freitag sagte Trump: «Wir sind sicherlich nicht glücklich darüber, was mit Bezug auf China passiert ist.» Der Regierung in Peking sei es gelungen, die Ausbreitung des Virus im eigenen Land zu stoppen, während der «unsichtbare Feind» sich über die ganze Welt ausgebreitet habe. Er wisse nicht, ob es «Unfähigkeit» gewesen sei oder ob andere Gründe dahinter steckten, dass China das Virus nicht gestoppt habe.

Trump hatte der WHO erst am 18. Mai mit einem Austritt der USA gedroht und der Organisation eine Frist von 30 Tagen für «wesentliche Verbesserungen» gesetzt. Anlässlich der WHO-Jahrestagung hatte er angekündigt, andernfalls werde er die US-Zahlungen an die Organisation endgültig einstellen und die Mitgliedschaft der USA überdenken. Dagegen sprachen die 194 Mitgliedsländer der WHO der Organisation auf der Jahrestagung in Genf ihr Vertrauen aus.

Der US-Präsident hatte bereits im vergangenen Monat ein Einfrieren der US-Zahlungen an die WHO veranlasst und damit international Kritik auf sich gezogen. Er machte die Organisation für die hohe Anzahl der Toten in der Corona-Krise mitverantwortlich und bezeichnete die in Genf ansässige UN-Sonderorganisation als «Marionette» Chinas.

Selbst schwer unter Druck

In der Corona-Krise ist der US-Präsident selbst schwer unter Druck geraten. Der Republikaner hatte die Gefahr des Coronavirus öffentlich lange heruntergespielt. Ein Vorwurf, den er gegen die WHO erhebt, wird auch gegen ihn gerichtet: China Ende Januar noch für die Transparenz im Zusammenhang mit dem Ausbruch gelobt zu haben. In einem Tweet vom 24. Januar hatte Trump geschrieben: «China hat sehr hart daran gearbeitet, das Coronavirus einzudämmen. Die Vereinigten Staaten wissen ihre Anstrengungen und Transparenz zu schätzen.» Inzwischen wirft Trump China einen Mangel an Transparenz vor.

Der demokratische US-Senator Chris Murphy, der dem Gesundheitsausschuss der Parlamentskammer angehört, warf dem Republikaner Trump vor, diesem sei es nie um eine Reform der WHO gegangen. «Das sind alles Lügen gewesen», schrieb Murphy auf Twitter. «Es ging immer um Ablenkung und darum, einen Sündenbock zu finden.» Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Repräsentantenhaus, der Demokrat Eliot Engel, teilte mit, Trump Schritt entspreche dem «Abschalten der Hydranten inmitten eines Brandes». Sein Ausschuss werde das Einfrieren der Beitragszahlungen untersuchen.

Die WHO ist die wichtigste Sonderorganisation der Vereinten Nationen im Gesundheitsbereich. Ihr Budget speist sich vor allem aus Spenden und nur noch zu weniger als einem Viertel aus verpflichtenden Beiträgen der Mitgliedsstaaten. Die USA sind in diesem Kreis der grösste Zahler: Für die Jahre 2020 und 2021 sind jeweils fast 116 Millionen US-Dollar fällig. Chinas Beitrag liegt für diese beiden Jahre bei jeweils rund 57 Millionen US-Dollar. Hinzu kommen freiwillige Beiträge, die sich im Fall der USA laut WHO in den Jahren 2018 und 2019 auf insgesamt mehr als 656 Millionen Dollar beliefen. China kam auf mehr als 10 Millionen US-Dollar.

Brasilien meldet mehr Corona-Tote als Spanien

In Brasilien sind 1124 weitere Patienten im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Damit stieg die Zahl der Corona-Opfer in dem grössten Land Lateinamerikas auf 27'878, wie das brasilianische Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte. Laut der John-Hopkins-Universität in den USA überholte Brasilien damit Spanien und rückte auf den fünften Platz der Länder mit den meisten Corona-Toten. Insgesamt haben sich in Brasilien bislang 465'166 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.

Brasiliens rechtspopulistischer Präsident Jair Bolsonaro hält die Lungenkrankheit Covid-19 für eine «leichte Grippe» und lehnt Schutzmassnahmen ab. Er befürchtet, dass ein Lockdown der Wirtschaft des Landes schaden könnte. Allerdings haben eine Reihe von Bundesstaaten Ausgangsbeschränkungen verhängt und Betriebe geschlossen, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen.

Keystone
Merkel reist nicht zum G7-Gipfel

Bundeskanzlerin Angela Merkel will nicht zum G7-Gipfel in die USA fliegen. Wegen der Pandemie könne sie nicht ihr persönliches Erscheinen in Washington zusagen, zitiert das Magazin «Politico» Regierungssprecher Steffen Seibert. Trump hält ein Treffen in Washington für ein grossartiges Zeichen für die Überwindung des Corona-bedingten Stillstandes. Merkel hat bereits früher erklärt, auf jeden Fall am G7-Treffen unter US-Vorsitz teilzunehmen, aber die Form offengelassen und auf Videokonferenzen verwiesen.

12 Tonnen Hilfsgüter für Venezuela

Inmitten der grassierenden Corona-Pandemie ist ein Flugzeug mit rund zwölf Tonnen Hilfsgütern in Venezuela eingetroffen. Die von der deutschen Bundesregierung gecharterte Maschine landete am Freitag auf dem Hauptstadtflughafen Maiquetía, wie die Vereinten Nationen mitteilten. Die Lieferung umfasste unter anderem 127 000 Tabletten zur Wasseraufbereitung, 18 Wassertanks und 40 000 Pakete mit Nahrungsergänzungsmitteln. Seit Beginn der Corona-Krise haben die UN über 100 Tonnen Hilfsgüter in das krisengeschüttelte südamerikanische Land gebracht.

«Die lebensnotwendigen Güter werden die Versorgungslage und den Zugang zu sauberem Wasser für Tausende Familien verbessern», sagte der UN-Koordinator für humanitäre Angelegenheiten in Venezuela, Peter Grohmann. «Ich danke der deutschen Bundesregierung dafür, den Transport dieser wichtigen Lieferung möglich gemacht zu haben.» Auf dem Rückflug sollte die Maschine der Fluggesellschaft Condor zahlreiche europäische Diplomaten mitnehmen.

Venezuela steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise, die zuletzt durch die Corona-Pandemie noch einmal verstärkt wurde. In dem einst reichen Land fehlt es an Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff. Millionen Venezolaner haben ihre Heimat verlassen.

Ausgangssperre in Türkei

Seit Mitternacht Ortszeit gilt trotz der Lockerung vieler Corona-Beschränkungen in 15 türkischen Städten und Provinzen wieder eine weitgehende Ausgangssperre. Das Innenministerium in Ankara hatte sie am späten Donnerstagabend angekündigt. Solche Ausgehverbote verhängt die Regierung seit Mitte April. Nur eines – über die hohen Bayram-Feiertage im Mai – galt landesweit. Die meisten wurden zunächst für 31 Städte und Provinzen, später nur noch für 24 oder 15 Regionen angesetzt. Betroffen sind auch diesmal wieder Metropolen wie Istanbul und die Hauptstadt Ankara.

Am Samstag soll es noch einige Einkaufsmöglichkeiten geben. Bäckereien, Kliniken und andere als wichtig eingestufte Dienstleister dürfen übers ganze Wochenende weiterarbeiten.

Nach Ende der Ausgangssperre sollen am Montag zahlreiche Corona-Beschränkungen aufgehoben werden. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Donnerstagabend gesagt, dass dann für bisher nach aussen abgeschottete Grossstädte wie Istanbul wieder Reisefreiheit herrscht. Cafés und Restaurants sowie Schwimmbäder, Sportstudios oder Kindergärten dürfen wieder öffnen. Auch Strände, Parks und Museen sind zugänglich. Gemeinsame Gebete sind in einem Teil der türkischen Moscheen unter strengen Auflagen bereits seit Freitag wieder möglich.

Seit Freitag sind gemeinsame Gebete in einem Teil der türkischen Moscheen unter strengen Auflagen wieder möglich.
Seit Freitag sind gemeinsame Gebete in einem Teil der türkischen Moscheen unter strengen Auflagen wieder möglich.
Keystone

Das Gesundheitsministerium in Ankara meldete am Freitagabend, dass sich bisher rund 162 000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hätten. Rund 4500 Menschen seien gestorben.

New York strebt Lockerungen ab 8. Juni an

In der einwohnerreichsten US-Metropole New York sollen ab dem 8. Juni Corona-Schutzmassnahmen teilweise gelockert werden. Man sei auf Kurs, dass dies gelingen könne, sagt der Gouverneur des gleichnamigen Bundesstaats, Andrew Cuomo. «Eine Wieder-Eröffnung bedeutet aber nicht, dass die Dinge wieder so sein werden, wie sie waren.»

In dieser ersten Phase werde es unter anderem erlaubt, auch nicht unbedingt notwendige Baumassnahmen wieder aufzunehmen. Einzelhandelgeschäfte, die nicht unbedingt benötigte Artikel anbieten, dürfen zudem ihre Waren zur Abholung von der Bordsteinkante anbieten. New York zählt zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Städten in den USA.

Österreich gibt Maskenpflicht Mitte Juni weitgehend auf

Österreich lockert angesichts niedriger Corona- Infektionszahlen Mitte nächsten Monats die Maskenpflicht weitgehend. Am 15. Juni falle die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffentlichkeit grossteils, gab Bundeskanzler Sebastian Kurz am Freitag bekannt.

Die Sperrstunde in der Gastronomie werde dann um zwei Stunden bis 1.00 Uhr ausgeweitet.

Masken sollen dann nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Apotheken, Praxen und Kliniken sowie etwa bei Friseuren oder in der Gastronomie getragen werden, wo der Mindestabstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann.

Das Wiener Riesenrad dreht sich wieder!

In einem historischen Moment hat Bürgermeister Michael Ludwig gemeinsam mit Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke, Tourismusdirektor Norbert Kettner und Riesenrad-Miteigentümerin Nora Lamac das Wiener Riesenrad wieder in Bewegung gesetzt und damit eine wichtige Botschaft in die Welt geschickt: Wien ist eine der ersten Städte weltweit, in der das Leben wieder erwacht.

Foto: Keystone

Das Riesenrad – Sinnbild für Wien und den Tourismus – hat sich seit Ende des Zweiten Weltkriegs ohne Unterbrechung gedreht und musste aufgrund von Corona Mitte März erstmals seit über 70 Jahren ausgeschaltet werden.

Corona-Todesfälle in Russland erreichen neuen Höchststand

In Russland sind innerhalb eines Tages so viele mit dem Coronavirus infizierte Menschen gestorben wie noch nie seit Beginn der Epidemie. 232 Todesfälle seien seit Donnerstag gemeldet worden, teilten die Behörden am Freitag in Moskau mit.

Zuvor lag diese Zahl immer deutlich unter der Marke von 200. Damit gibt es insgesamt 4374 Tote im Zusammenhang mit Sars-CoV-2. Das ist vergleichsweise wenig. In Deutschland liegt die Zahl der Todesfälle derzeit bei 8450, in den USA sprechen Wissenschaftler von mehr als 100'000 Todesfällen.

Es gab vielfach Medienberichte über angeblich geschönte Statistiken. Die Behörden weisen das vehement zurück. Experten der Hauptstadt Moskau untersuchten vor diesem Hintergrund noch einmal die Todesfälle im April und korrigierten die Zahlen leicht nach oben. So seien etwa 756 Verstorbene positiv auf das Virus getestet worden, zum Tod hätten aber «andere Ursachen» geführt. Zunächst war von rund 600 Corona-Toten im April gesprochen worden.

Landesweit haben sich bereits mehr als 387'600 Menschen infiziert – 159'300 gelten als genesen. In Moskau soll es von Montag an nach zwei Monaten strenger Ausgangssperren grössere Lockerungen geben. Jeder Einwohner darf demnach in den Morgenstunden Sport an der frischen Luft treiben und dreimal pro Woche spazieren gehen.

IS-Terrormiliz sieht im Virus Strafe Gottes für Westen

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sieht im Coronavirus eine Strafe für den Kampf westlicher Staaten gegen gläubige Muslime. «Ihr Kreuzfahrer wurdet von Gottes Hand getroffen (...) nachdem Ihr seine Religion und seine Unterstützer bekämpft habt», sagte IS-Sprecher Abu Hamsa al-Kuraishi in einer am Donnerstag veröffentlichten rund 40-minütigen Audiobotschaft. «Wir sind erfreut, dass Euch Gottes Strafe getroffen hat (...) Wir sehen, wie ihr mit aller Macht Geld ausgebt in dem verzweifelten Versuch, Eure Wirtschaft zu retten, die das Fieber des Virus erschöpft hat.»

Die Echtheit der Audiobotschaft liess sich zunächst nicht bestätigen. Sie wurde aber über die üblichen Kanäle des IS in den sozialen Medien verbreitet. Auch Fachleute gingen davon aus, dass die Stimme von Abu Hamsa al-Kuraischi stammt. Es handle sich um dessen bislang dritte Audio-Botschaft, twitterte Rita Katz, Direktorin der auf Propaganda von Extremisten spezialisierten Site Intelligence Group.

Abu Hamsa kritisierte, dass Moscheen geschlossen wurden, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Die «Gelehrten der Götzen» hätten dazu aufgerufen, schwiegen aber gleichzeitig zu «unzüchtigen Versammlungen», etwa von Menschen, die in Clubs tanzten, so «als würde sich das Virus nur in Moscheen ausbreiten». Der IS-Sprecher kündigte an, die Terrormiliz werde den Kampf gegen ihre Gegner fortsetzen.

IS-Milizen in Syrien. (Archiv)
IS-Milizen in Syrien. (Archiv)
Fast ganz Frankreich ist wieder grün

Frankreich hat weitreichende Corona-Lockerungen beschlossen – darunter die Öffnung von Restaurants und Cafés im ganzen Land. Auch für Feriengäste gibt es gute Nachrichten: Touristenunterkünfte wie Ferienhäuser oder Campingplätze können ab dem 2. Juni fast im ganzen Land wieder öffnen. «Wir sind dort, wo wir Ende Mai sein wollten. Wir sind sogar ein bisschen besser, als wir gehofft hatten», sagte der Regierungschef Édouard Philippe mit Blick auf den Kampf gegen das Virus am Donnerstag. Auch an der Aufhebung der Kontrollen an der Grenze zu Deutschland hält die französische Regierung fest.

Premier Philippe läutete mit seiner Präsentation die zweite Phase der Lockerungen ein. Frankreich ist mit mehr als 28 000 Toten besonders heftig von der Covid-19-Pandemie getroffen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte im März noch erklärt, man befinde sich im Krieg gegen das Virus. Sehnsüchtig haben die Menschen im Land nun auf die Ankündigungen der Regierung gewartet.

In weiten Teilen des Landes können Restaurants und Bars ab dem 2. Juni erstmals seit Mitte März wieder Gäste empfangen. Nur in den schwerer von der Epidemie getroffenen Gebieten wie Paris gibt es noch Einschränkungen. Dort darf nur auf den Terrassen gegessen und getrunken werden. Die Restaurants waren am 15. März im ganzen Land geschlossen worden. Noch vor der Ankündigung des Premier staubten die Pariser Gastronomen bereits ihre Stühle und Tische im Freien ab.

Frankreichs Premierminister bei seinen Ausführungen in Paris.
Frankreichs Premierminister bei seinen Ausführungen in Paris.
(Keystone/28. Mai 2020)

In weiten Teilen des Landes dürfen auch Campingplätze oder Ferienhäuser ab dem 2. Juni wieder Reisende aufnehmen. Ausnahmen etwa für deutsche Urlauber soll es aber vor der angestrebten Aufhebung der Grenzkontrollen am 15. Juni nicht geben. Der Regierungschef betonte, dass es dann keine 14-tätige Quarantäne für Reisende geben werde. Allerdings werde Frankreich auf Wechselseitigkeit bestehen, wenn einige Länder Französinnen und Franzosen eine Quarantäne auferlegen.

Ebenfalls Anfang kommender Woche sollen auch die Bewegungseinschränkungen innerhalb Frankreichs wegfallen. Ab dem 2. Juni sollen Reisen mit mehr als 100 Kilometer Entfernung vom Wohnort nicht mehr nur mit triftigem Grund möglich sein. Diese Massnahme habe sich als sehr nützlich erwiesen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sei aber nicht mehr gerechtfertigt, erklärte Philippe.

Strände wieder zugänglich

Auch Freizeitangebote sollen wieder verstärkt möglich sein. So sollen Theater ab dem 2. Juni fast im ganzen Land öffnen und alle Strände wieder zugänglich sein. Grosse Museen und Monumente dürfen ebenfalls wieder Besucher empfangen. Kinos folgen etwas später. Bildungsminister Jean-Michel Blanquer kündigte an, dass er die Wiedereröffnung der Schulen beschleunigen werde.

In Paris herrschte unterdessen grosse Erleichterung, weil die Parks und Gärten wieder öffnen können. In der engen Hauptstadt drängten sich die Menschen bisher an den wenigen öffentlichen Plätzen, die zum Verweilen einladen – etwa an den Kanälen oder am Seineufer. «Endlich hat sich der gesunde Menschenverstand durchgesetzt», begrüsste Bürgermeisterin Anne Hidalgo die Entscheidung.

Premier Philippe mahnte allerdings, dass immer noch Wachsamkeit geboten sei. Weiterhin gilt daher, dass sich nicht mehr als zehn Menschen im öffentlichen Raum treffen dürfen. Die erste Phase der Lockerungen hatte am 11. Mai nach mehr als zwei Monaten strenger Ausgangsbeschränkungen begonnen. Sie ist weiter von strikten Regeln und Verboten geprägt.

Mehr Autokraten in Afrika

Die Corona-Pandemie könnte einem Bericht zufolge in Afrika zur Entstehung von mehr Diktaturen führen. In mehreren afrikanischen Ländern, etwa Uganda, Mali, der Elfenbeinküste oder Tansania, gebe es «eine zunehmende Tendenz zu autoritärer Machtanhäufung», zitierte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Freitag aus einer Analyse der Konrad-Adenauer-Stiftung.

«Mit Rückschritten im Bereich von Demokratie, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit ist im Zuge dieser Entwicklungen zu rechnen», warnen die Autoren. Parlamente würden ausgeschaltet, Medien unterdrückt und Wahlen verschoben. Gleichzeitig gebe es weitreichende Ermächtigungen für Polizei und Militär, die bereits zu unverhältnismässiger Gewaltanwendung etwa in Kenia und Südafrika geführt hätten.

Wird für den Umgang mit der Covid-Pandemie kritisiert: Tansanias Präsident John Magufuli. (Archivbild)
Wird für den Umgang mit der Covid-Pandemie kritisiert: Tansanias Präsident John Magufuli. (Archivbild)
Keystone

In Tansania etwa wird Präsident John Magufuli zunehmend für seinen Umgang mit der Covid-Pandemie kritisiert. Er hat im Vergleich zu anderen Ländern wenig Corona-Massnahmen verhängt und unter anderem die Ergebnisse des nationalen Labors öffentlich infrage gestellt. Bereits vor der Krise hatten ihm Menschrechtler eine zunehmende Unterdrückung von Medien und Zivilgesellschaft vorgeworfen. In anderen Ländern ist es im Zuge der Corona-Krise zu Gewalt gegen Einwohner gekommen. In Kenia etwa tötete die Polizei während der ersten Tage einer Ausgangssperre laut Human Rights Watch mindestens sechs Menschen.

Virtuelles Filmfestival startet

Zahlreiche wegen der Corona-Pandemie abgesagte Filmfestivals präsentieren nun gemeinsam ein virtuelles Filmfestival. Bei «We Are One» sollen ab diesem Freitag 10 Tage lang mehr als 100 Filme kostenlos via Youtube zu sehen sein, teilten die Veranstalter mit. Organisiert wurde das Online-Event von den Organisatoren des New Yorker Tribeca Filmfestivals mit Unterstützung der Festivals unter anderem in Cannes, Toronto, London, Rotterdam, Jerusalem, Locarno, San Sebastian, Tokio sowie der Berlinale.

Auf dem Programm stehen beispielsweise der Dokumentarfilm «Ricky Powell: The Individualist» über den gleichnamigen Fotografen oder der israelische Psycho-Thriler «Losing Alice». Ausserdem soll es Gesprächsrunden mit Stars wie den Regisseuren Francis Ford Coppola und Steven Soderbergh und dem Schauspieler Jackie Chan geben sowie einen DJ-Auftritt von Questlove.

Die Coronavirus-Pandemie sei «wie ein Science-Fiction-Film», sagte Schauspieler Robert De Niro, der das New Yorker Tribeca-Filmfestival als Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 mitgegründet hatte. «Wir werden da durch kommen. Wir werden es schaffen.»

36 Länder bitten um Schuldenerlass

Nach Angaben der Organisation der 20 mächtigsten Staaten (G20) haben 36 arme Staaten wegen der Kosten der Corona-Krise um die Aussetzung der Schuldenzahlungen gebeten. Derzeit laufen Bemühungen der G20, der UN und andere internationaler Organisation, Regelungen für einen Schuldenerlass der ärmsten Länder der Welt aufzustellen.

Ärmere Länder sind von der Coronakrise besonders betroffen. Internationale Organisationen suchen nach Regelungen für einen Schuldenerlass.
Ärmere Länder sind von der Coronakrise besonders betroffen. Internationale Organisationen suchen nach Regelungen für einen Schuldenerlass.
Keystone
Mehr als 3000 Arbeiter in US-Fleischfabriken infiziert

In den USA haben sich mehr als 3000 Arbeiter in Fleischfabriken mit dem Coronavirus infiziert, wie die grösste Gewerkschaft des Landes mitteilt, die diese Berufsgruppe organisiert. Mindestens 44 Arbeiter seien in diesem Zusammenhang gestorben. Die Gewerkschaft United Food and Commercial Workers ruft die Unternehmen und die Regierung auf, mehr zum Schutz der Beschäftigten zu tun.

Weltklimagipfel wird verschoben

Die Vereinten Nationen verschieben den Weltklimagipfel um ein Jahr auf Ende 2021. Die Konferenz solle auf Vorschlag der britischen Regierung als Gastgeber vom 1. bis 12. November in Glasgow stattfinden.

Womöglich der letzte Applaus auf der Insel

Die Briten haben den Mitarbeitern ihres Gesundheitssystems am Donnerstag womöglich zum letzten Mal den in der Corona-Krise zur Tradition gewordenen Applaus gespendet. Unter dem Motto «Clap for Carers» hatten Bürger des Landes in den vergangenen zehn Wochen klatschend vor ihren Haustüren und auf ihren Balkonen ihre Unterstützung für das Personal der Krankenhäuser zum Ausdruck gebracht. Annemarie Plas, die als Initiatorin der Aktion gilt, warb jedoch dafür, das Ritual nun letztmals abzuhalten – damit es endet, solange sich noch viele Menschen beteiligen.

Pflegerinnen und Pfleger des Royal Hampshire County Spital im englischen Winchester freuen sich über den Applaus des Volkes und machen selber fröhlich mit. (21. Mai 2020)
Pflegerinnen und Pfleger des Royal Hampshire County Spital im englischen Winchester freuen sich über den Applaus des Volkes und machen selber fröhlich mit. (21. Mai 2020)
(AP/Keystone/Andrew Matthews)

(red/sda/reuters)