Embrach

Das Debüt am Lauberhorn

Der 21-jährige Embracher Niels Hintermann startet am Freitag in der Kombination und am Samstag in der Abfahrt erstmals an den Lauberhornrennen in Wengen.

Niels Hintermann fährt das Lauberhornrennen zum ersten Mal – und ohne ein Training auf der ganzen Strecke absolviert zu haben.

Niels Hintermann fährt das Lauberhornrennen zum ersten Mal – und ohne ein Training auf der ganzen Strecke absolviert zu haben. Bild: Keystone

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Niels Hintermann, Sie sind zum ersten Mal am Lauberhorn mit dabei – wie war Ihre erste Bekanntschaft mit der längsten und schnellsten Abfahrtsstrecke der Welt?
Niels Hintermann: Ich bin auf der Piste ja bereits Europacuprennen ge­fah­ren. Völlig unbekannt ist sie mir also nicht. Neuland ist für mich ein­zig der Abschnitt von der Was­ser­­sta­tion bis ins Ziel. Was ich nach mei­nen zwei Trainingsfahrten am Lau­ber­horn aber sagen kann: Es ist eine ungemein schwierige Abfahrt mit zahlreichen Tücken.

Die beiden Abfahrtstrainings haben Sie auf den Rängen 32 und 47 beendet. Wie beurteilen Sie Ihre Fahrten?
Das erste Training war ganz okay. Ich bin vielleicht etwas zu verhalten gefahren, hatte aber gute Passagen drin. Die zweite Fahrt ist mir gründlich misslungen. Be­gon­nen hat es schon kurz nach dem Start, als mir ein Stock ­kaputtgegangen ist. In der Folge habe ich gleich die erste Kurve vermasselt. So ist es dann weitergegangenen von der Panorama­kurve über die Minschkante bis zum Kernen-S. Das waren Trainings, darum ist das nicht so tragisch, auch weil sich der zeitliche Rückstand trotz allem in Grenzen gehalten hat. In der Kombinationsabfahrt und in der Spezialabfahrt vom Samstag muss sich aber noch viel verändern.

In den beiden Trainings konnten Sie die Abfahrt nur auf einer verkürzten Strecke ­bestreiten. Inwiefern ist das ­gerade für Sie als Novizeam Lauberhorn ein Handicap?
Das Problem ist vorab die Muskulatur. Ich habe nun keinen Erfahrungswert, wie sie reagieren wird. Denn eine zweieinhalb Minuten lange Abfahrt gibt es sonst nirgends auf der Welt. Ich hätte gerne ausprobiert, ab welchem Moment meine Muskeln zumachen. Nun muss ich das eben im Ernstkampf herausfinden, vielleicht ist das gar nicht so schlecht. So kann ich einfach fahren, ohne mir viele Gedanken zu machen.

Welches ist denn die kniffligste Stelle für Sie?
Da gibt es mehr als eine. Da wäre die Stelle, wo die Panoramakurve in den Hundschopf hineinführt. Sie ist sehr schwierig zu fahren. Auch das Kernen-S ist nicht ohne, sehr schwierig, was das Timing anbelangt. Wichtig ist der Speed, den man hier mitnehmen kann.

Im Vorfeld hat der neue Sprung im oberen Teil des Hanegg­schusses, der zur Temporeduktion eingefügt wurde, unterden Athleten zu reden gegeben. Was halten Sie davon?
Ich kenne die Abfahrt ja nicht ­ohne diesen Sprung. Aber auch ich muss sagen: Es ist nicht schön, an dieser Stelle einen Sprung einzu­bauen. Ich sehe auch keinen Mehrwert für die Zuschauer.

Sie haben in der aktuellen ­Saison alle Weltcupabfahrten bestreiten dürfen, sich in den verbandsinternen Ausscheidungen also immer durchgesetzt. Sind Sie zufrieden?
Mit den Selektionen schon, nicht aber mit meinen Resultaten. In Santa Caterina ist die Abfahrt ­leider abgesagt worden, im Super-G bin ich am selben Hang auf den vielversprechenden 25. Platz gefahren. Ansonsten waren die Platzierungen nicht berauschend, ich konnte keine Punkte holen. Ich muss ganz klar konstanter fahren, vor allem konstant schneller. Mein kurzfristiges Ziel ist es, regelmässig in den Top 30 zu landen, dazwischen vielleicht auch einmal unter den ersten 20.

Auch am Lauberhorn?
Klar. Das wird sicher schwierig, aber es muss mein Ziel sein, auch am Lauberhorn zu punkten.

Erstellt: 13.01.2017, 14:58 Uhr

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