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Kommentar zum Schweizer KrisenmanagementDas System hat gravierende Schwächen – es muss erneuert werden

Dem Bund war schon lange klar, dass die Pandemievorbereitungen ungenügend sind. Dass sich nichts bewegte, zeigt, wie planlos die Risikovorsorge ist.

«Sonderlich aber ist, dass politisch nie entschieden wurde, welches Einsatzorgan durch die Krise führt», schreibt Autor Martin Stoll.
«Sonderlich aber ist, dass politisch nie entschieden wurde, welches Einsatzorgan durch die Krise führt», schreibt Autor Martin Stoll.
Illustration: Kornel Stadler

Gibt es einen typisch schweizerischen Umgang mit Krisen? Bundeskanzler Walter Thurnherr, der oberste Beamte im Land, meint schon.

Krisen würden in der Bundesverwaltung in vier Phasen ablaufen, sagt er. Erstens werde ein Problem verdrängt. Zweitens sperre man sich gegen Forderungen. Dann werde fast vollständig nachgegeben – und zum Schluss finde eine Aufarbeitung statt.

Im Bewusstsein um diesen Mechanismus hat die Bundeskanzlei Instrumente entwickelt. Das Ziel: Sicherheitsdefizite aufdecken. So habe man auch darauf hingewiesen, dass die Schweiz nicht genügend auf eine Pandemie vorbereitet sei. Diese brisante Mitteilung machte Thurnherr im Oktober in einer Befragung der parlamentarischen Aufsicht GPK.

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