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Sorge um weiteren ReputationsschadenStimmrechtsberater lehnt Vergütungsbericht der Credit Suisse ab

Bei der anstehenden Generalversammlung droht Gegenwind von den Aktionären. Auch die Entlastung der Unternehmensspitze lehnt Glass Lewis vor dem Hintergrund des Beschattungsskandals ab.

Der Beschattungsskandal bei der Credit Suisse trägt Folgen. Bild: Stephen Kelly/Bloomberg/Getty
Der Beschattungsskandal bei der Credit Suisse trägt Folgen. Bild: Stephen Kelly/Bloomberg/Getty

Die Credit Suisse muss sich auf der Generalversammlung Ende des Monats auf Gegenwind von den Aktionären gefasst machen. Der Stimmrechtsberater Glass Lewis lehnt sowohl den Vergütungsbericht als auch die Entlastung der Unternehmensspitze ab, wie der Reuters am Dienstagabend vorliegenden Stimmempfehlung zu entnehmen war. Rückendeckung soll die CS-Spitze von ISS (Institutional Shareholder Services), dem weltgrössten Stimmrechtsberater, erhalten.

Auslöser der Ablehnung durch Glass Lewis waren vor allem die Folgen des Beschattungsskandals in der Grossbank, über die sowohl Konzernchef Tidjane Thiam als auch Chief Operating Officer Pierre-Olivier Bouee gestrauchelt waren.

Credit Suisse zufolge hatte Bouee die Verantwortung für die verdeckte Überwachung des inzwischen zum Rivalen UBS gewechselten Spitzenmanagers Iqbal Khan übernommen. Nach einem zweiten, ähnlichen Vorfall wurde er fristlos entlassen.

10,7 Millionen Franken für Thiam

Angesichts des Reputationsschadens, den Bouee verursacht habe, empfahl Glass Lewis den Aktionären, gegen die Entlastung von Geschäftsleitung und Verwaltungsrat zu stimmen. Den Vergütungsbericht lehnt der Stimmrechtsberater ab, weil Credit Suisse bezüglich Bouees Lohn für das Jahr 2019 zu wenig transparent gewesen sei. Zudem sei das Vergütungspaket Thiams bei seinem Abgang zu grosszügig ausgefallen. Der CEO sei für die Unternehmenskultur zuständig, die zu dem Skandal beigetragen habe. Thiam strich für 2019 eine Gesamtvergütung von 10,7 Millionen Franken ein und gehörte damit zu den bestbezahlten Bankmanagern in Europa.

Credit Suisse erklärte, die Bank nehme die Empfehlungen des Stimmrechtsberaters zur Kenntnis und respektierte die Aktionärsdemokratie.

Den Anträgen für die UBS-Aktionärsversammlung stimmte GlassLewis zu.

ISS unterstützt Anträge

Rückendeckung erhält die CS-Spitze von einem einflussreichen Stimmrechtsberater. ISS empfiehlt den Aktionären, auf der Generalversammlung bei sämtlichen umstrittenen Punkten den Vorschlägen des Verwaltungsrates zuzustimmen, wie Reuters am Mittwoch berichtet.

4 Kommentare
    Hans Meier

    Es können leider nur die grossen Investoren etwas bewirken, aber es macht den Anschein, dass sie wach geworden sind und sich nicht mehr alles von diesen gierigen Banken Chefs bieten lassen! Weiter so!