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Patrick Rahmen übernimmt vorerstDer FC Basel trennt sich von Ciriaco Sforza

Nach der Niederlage gegen den FC Vaduz am Ostermontag endet die Zeit des 51-Jährigen in Rotblau. Patrick Rahmen übernimmt bis vorerst Ende Saison.

Für Ciriaco Sforza war das 1:2 gegen den FC Vaduz das letzte Spiel als Cheftrainer des FC Basel.
Für Ciriaco Sforza war das 1:2 gegen den FC Vaduz das letzte Spiel als Cheftrainer des FC Basel.
Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)

Am Tag nach der Niederlage gegen den FC Vaduz trennt sich der FC Basel per sofort von Trainer Ciriaco Sforza. Der Club teilt auf seiner Webseite mit, dass man sich «aufgrund des ausbleibenden sportlichen Erfolgs» zu diesem Schritt entschlossen habe. Damit endet die Zeit des 51-Jährigen in Basel nach rund sieben Monaten.

«Die Sportkommission kam zum Schluss, dass die Leistungen der Mannschaft und die damit verbundenen Resultate der letzten Wochen nicht den Erwartungen entsprachen und deshalb Handlungsbedarf bestand», teilt der FCB mit. in Für die letzten neun Saisonspiele übernimmt vorerst Assistenztrainer Patrick Rahmen die Mannschaft.

«Ich möchte mich beim Präsidenten und dem gesamten Verein für diese Zeit in Basel bedanken. Ich durfte beim FC Basel positiv eingestellte Menschen kennenlernen, die den Verein trotz aller Nebengeräusche tagtäglich mitgetragen haben. Das nehme ich mit und wünsche dem FCB viel Erfolg», wird Sforza zitiert.

Überraschend kommt die Trennung nicht, die Zahlen und Fakten sprechen für sich: Unter Sforza hat der FCB zum ersten Mal überhaupt in einer Super-League-Saison elf Partien verloren – und das, noch bevor das letzte Viertel begonnen hat. Die Basler sind das schwächste Team der Rückrunde sowie das schwächste Team des Jahres.

Einen ähnlich tiefen Punkteschnitt hatte ein Basler Trainer zuletzt im vergangenen Jahrtausend. Und die Tendenz zeigte zuletzt deutlich nach unten. Selbst das blamable 2:6 im Schweizer Cup gegen den FC Winterthur genügte nicht als Weckruf für das Team und dessen Trainer.

Von den letzten zehn Spielen gewann man gerade mal eines und verlor sechs. Und auch wenn es nicht unbedingt noch ein weiteres Argument für die Trennung gebraucht hätte, so lieferte es der FCB mit dem 1:2 gegen den Tabellenletzten aus Vaduz.

Es geht um die europäischen Plätze

Sforza hatte nach der Partie darauf bestanden, dass er das Team ebenso erreiche wie die Spieler ihn. Er wolle positiv bleiben. «Am Ende wird abgerechnet», sagte er, wie er das zuletzt häufiger betont hatte. Aber die Ergebnisse gepaart mit der Tabellensituation haben dazu geführt, dass die Trennung unausweichlich war.

Nach der Niederlage gegen Winterthur hatte Besitzer Bernhard Burgener seinem Trainer noch das Vertrauen ausgesprochen. Im «Heimspiel» des Bezahlsender «blue» sagte er Ende Februar über Sforza: «Wir haben einen guten Eindruck, er steht hin, übernimmt Verantwortung. Ich finde es in Ordnung, wenn er seine Analysen intern hält, statt sie öffentlich hinauszuposaunen.»

Nun aber befindet sich der FCB in einer Situation, in der es zuletzt keine Anzeichen mehr auf Besserung gab. Die Tabellenplätze, die für die Qualifikation an der Conference League berechtigen, rücken immer weiter weg, während das Tabellenende immer näher kommt. Und Sforza wirkte in all dem Chaos des Clubs überfordert, irgendwo zwischen dem Streit um die Besitzverhältnisse bis hin zur Beurlaubung Valentin Stockers.

Patrick Rahmen dürfte die Mannschaft des FCB nach der Trennung von Sforza vorerst übernehmen.
Patrick Rahmen dürfte die Mannschaft des FCB nach der Trennung von Sforza vorerst übernehmen.
Foto: Marc Schumacher (Freshfocus)

Vorübergehend übernimmt Patrick Rahmen die Mannschaft. Rahmen war im September als zweiter Assistent neben Daniel Hasler verpflichtet worden. Schon damals wurde vermutet, dass die Basler mit diesem Transfer vorzeitig Sforzas Nachfolger installiert hätten. Bekanntlich war der 52-Jährige ja schon im Juni 2019 kurz davor, Cheftrainer beim FCB zu werden – ehe es einen Rückzieher gab und Marcel Koller im Amt blieb.

Nun bekleidet Rahmen das Amt doch noch, mit zwei Jahren Verspätung. Die Voraussetzung ist aber eine ganz andere als damals: Jetzt geht es für den ehemaligen Aarau-Trainer darum, das Team so schnell wie möglich zu stabilisieren und den FCB von den hintersten Tabellenplätzen fernzuhalten.

229 Kommentare
    Heidi Abderhalden

    mein Gott, was soll die Aufregung? der Fisch stinkt zuerst vom Kopfe her...beim FCB ist es nicht anders...und so lange da nichts passiert...stinkt‘s weiter....