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Beleidigung, Bedrohung, Volksverhetzung«Der Hildmann schmeisst einen doch mit Beweisen zu»

Der ehemalige Grünen-Politiker Volker Beck ist Ziel öffentlicher Morddrohungen des Verschwörungsideologen Attila Hildmann. Gegen den Fleischlos-Koch gibt es Dutzende Anzeigen. Doch die Staatsanwaltschaft macht fast nichts. Warum nicht?

Etwa 30 Vorwürfe werden derzeit geprüft, darunter Beleidigung, Bedrohung und Volksverhetzung: Attila Hildmann Ende August 2020 bei einer Kundgebung vor der russischen Botschaft in Berlin.
Etwa 30 Vorwürfe werden derzeit geprüft, darunter Beleidigung, Bedrohung und Volksverhetzung: Attila Hildmann Ende August 2020 bei einer Kundgebung vor der russischen Botschaft in Berlin.
Foto: Kay Nietfeld (dpa/Keystone)

Volker Beck sitzt in der Bibliothek des Bundestags, im kreisrunden Lesesaal. Durch die Fensterfront schaut er auf die Spree. Er sitzt dort zwischen dicken Gesetzbüchern, manche mit altdeutscher Aufschrift, «Bonner Kommentar zum Grundgesetz», «Handbuch Staatsrecht». Vor drei Jahren ist Beck, Grünen-Politiker und kein Jurist, unfreiwillig aus dem Bundestag ausgeschieden, seine Partei hat ihn nicht mehr aufgestellt. Aber er kommt noch immer hierher, um Strafanzeigen zu formulieren. Er wird bis 22 Uhr hier sitzen.

Volker Beck schickt all die Morddrohungen und Beleidigungen an die Staatsanwaltschaft weiter. Und wartet.
Volker Beck schickt all die Morddrohungen und Beleidigungen an die Staatsanwaltschaft weiter. Und wartet.
 Foto: Florian Gaertner (imago images/photothek)

Volker Beck bekommt gerade so viele Morddrohungen, so viele Beleidigungen über Facebook oder Twitter, er kommt da kaum noch mit. Er klappt seinen Laptop auf. Eine Frau, die ihren vollen Namen nennt, schreibt ihm. «Pfui Teufel, in die Hölle sollen sie fahren, für den Dreck, der aus ihnen rauskommt.» Und: «Ganz ehrlich für Leute wie sie wäre die Einführung der Todesstrafe wieder angebracht.»

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