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SportpolitikDer Sport hofft auf den 29. April

Am nächsten Mittwoch entscheidet der Bundesrat, ob Gruppentrainings im Profisport ab sofort wieder zugelassen werden.

Ein Bild aus einer vergangenen Zeit: Die Fussballprofis von YB trainieren zusammen auf engsten Raum. Schon bald könnte dies wieder möglich sein, zumindest in Fünfergruppen.
Ein Bild aus einer vergangenen Zeit: Die Fussballprofis von YB trainieren zusammen auf engsten Raum. Schon bald könnte dies wieder möglich sein, zumindest in Fünfergruppen.
Keystone

Vergangene Woche vermittelte der Bundesrat noch den Eindruck, als sei ihm der Sport kein besonderes Anliegen. Am Mittwoch reagierte dann Verteidigungs- und Sportministerin Viola Amherd mit der Ankündigung, dass gewisse Sportarten wie Tennis, Turnen oder einzelne Leichtathletik-Disziplinen schon Anfang Mai wieder erlaubt sein könnten.

Und jetzt steht gar der nächste Schritt bevor. Zumindest gibt es die Möglichkeit, dass im Bereich des Profisports schon am 30. April zumindest einmal Gruppentrainings wieder erlaubt werden. Darüber entscheidet der Bundesrat an seiner Sitzung vom 29. April, das ist der kommende Mittwoch.

Die 35 Verbände, die davon profitieren könnten, sind am Donnerstag davon in Kenntnis gesetzt worden. Hinter der Hoffnung, dass es eine erste Öffnung gerade im Mannschaftssport und einen ersten Schritt zurück zur Normalität gibt, steht ein Antrag des Bundesamtes für Sport. Das Baspo hat seinen Antrag offenbar nicht zuletzt mit dem Papier begründet, das die Swiss Football League als Grundlage erarbeitet hat, um den Spielbetrieb in der Super League und Challenge League in absehbarer Zeit wieder aufnehmen zu können.

Die zentralen Fragen

In diesem 36-seitigen Papier ist aufgeführt, wie das Schutzkonzept für die Spieler bei einem Gruppentraining von maximal fünf Spielern aussieht, wer sich wann wo aufhält, wer wann wie verpflegt wird. Das Papier ist sehr detailliert gehalten, bis hin zu den Standorten von Desinfektionsmitteln, wenn denn einmal wieder Spiele erlaubt sein sollten. Entstanden ist es mit dem Rat des Bundesamtes für Gesundheit.

Allerdings sind bereits mit der möglichen Einführung von Gruppentrainings auch Fragen verbunden. Eine erste ganz zentrale ist: Erhalten die Vereine trotz Aufnahme ihres Betriebes weiterhin Arbeitslosengeld, wie sie es jetzt tun? Und es geht weiter bis hin zur Frage: Sind Geisterspiele wirklich erstrebenswert? Lohnen sie sich wirtschaftlich überhaupt? Was kosten sie, da die Organisation doch recht intensiv ist? Was bringen sie, weil das Fernsehen auch noch die letzte Rate aus dem Vertrag mit der SFL bezahlt? Diese Vollkostenrechnung ist noch nicht gemacht.