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8 Tipps für den spontanen TripDie Berghütte ist das Ziel, die Natur bietet den Luxus

Ein bisschen Abenteuer, ein wenig Einsamkeit, aber ganz sicher viel Erholung: Wer in den Schweizer Bergen wandert, findet unzählige spektakuläre Übernachtungsmöglichkeiten. Unsere Auswahl.

Idylle zwischen Felsflanken: Der Fählensee.
Idylle zwischen Felsflanken: Der Fählensee.
Foto: Appenzellerland Tourismus

Diesen Sommer publizieren wir die besten Reportagen, Interviews und Hintergründe der letzten Monate nochmals. Dieser Artikel erschien erstmals am 7. Juli 2020.

Wer in diesen speziellen Zeiten abschalten und dem Alltagsstress entfliehen möchte, der sollte einfach mal die Wanderschuhe schnüren und loslaufen. Die Schweizer Berge sind ein riesiger Spielplatz, und unzählige Hütten laden zum Verweilen ein. Und während früher die Bergsteiger Suppe und Würstli selber hochbrachten, werden heute Viergänger serviert, wie die Präsidentin der Schweizer Hüttenwarte sagt. Wir haben eine Auswahl von gemütlichen Unterkünften quer durch die Schweiz besucht und stellen Ihnen schöne Touren vor, die dorthin führen.

Bollenwees AI

Behütet von steil abfallenden Felswänden: Das Berggasthaus Bollenwees.
Behütet von steil abfallenden Felswänden: Das Berggasthaus Bollenwees.
Foto: Appenzellerland Tourismus

Wer Alpstein sagt, denkt an den Seealpsee oder an den legendären Aescher. Nur ein Tal daneben liegt aber ein See, der es locker mit diesen beiden Touristenmagneten aufnehmen kann: der Fählensee. Er liegt eingebettet in steil abfallenden Felswänden, und es ist, als ob ihn die Widderalpstöcke, der Hundstein, der Altmann und die Kreuzberge behüten würden. Trotzdem ist der See von Brülisau her leicht zu erreichen. Es lohnt sich aber, nicht den einfachsten Weg über den Sämtisersee zu nehmen, sondern ausgangs Brülisau in die Gondel zur Alp Sigel zu steigen.

Auf rund 1600 Metern über Meer verläuft ein Wanderweg über die Alp. Wandernd lässt sich dort die Aussicht auf den Alpstein geniessendoch nicht lange. Denn: Während dieser breite Weg wieder zurück ins Tal führt, lohnt es sich auch hier, die anspruchsvollere Variante zu wählen. Der schmale Pfad schlängelt sich entlang der Bergflanke Richtung Obere Mans.

Winzig klein und doch majestätisch

Hier ist zum ersten Mal Kondition gefragt. Der Weg um den Bogartenfirst herum ist sozusagen das Aufwärmen. Denn was danach kommt, ist das sportliche Kernstück dieser Wanderung: der Aufstieg in die Bogartenlücke. Er verläuft auf einem Geröllfeld und verlangt dem Berggänger einen sicheren Tritt ab. Aber nicht nur das. Auf dem folgenden halben Kilometer gilt es fast 200 Meter Höhendifferenz zu überwinden – dabei beträgt die Steigung teilweise fast 35 Prozent.

Doch die kurzen Strapazen lohnen sich, denn irgendwie fühlt man sich da oben, in der Lücke, von Felsen umgeben, winzig klein und doch majestätisch. Der Abstieg hat es in sich, ist sehr steil und verläuft in einem Kessel hinunter auf 1300 Meter über Meer in eine sanfte Hügellandschaft. Noch einmal kurz und knackig hoch durch ein Gehölz, und schon erstreckt sich der Fählensee vor dem Wanderer – und an seinem Ufer das Berggasthaus Bollenwees. Diese Route dauert etwas mehr als zwei Stunden. Wegen des Auf- und Abstiegs bei der Bogartenlücke sind hohe Schuhe ein Muss.

  • Höhe: 1471 Meter über Meer
  • Grösse der Hütte: 145 Schlafplätze
  • Preis/Nacht inkl. Frühstück: je nach Zimmer 42 bis 85 Franken
  • Hüttenwart: Thomas und Monika Manser-Barmettler
  • SAC: Nein
  • www.bollenwees.ch

Rugghubel OW

Die Rugghubelhütte thront inmitten majestätischer Felskämme und beherbergt ein Kleinod.
Die Rugghubelhütte thront inmitten majestätischer Felskämme und beherbergt ein Kleinod.
Foto: Pia Wertheimer

Wer sich erstmals an einen Berglauf wagen will, ist ob Engelberg bestens aufgehobenund kann sich mit einer Nacht in einem einzigartigen Zimmer in der Rugghubelhütte belohnen. Aber von vorn. Von Engelberg aus nimmt der Berglauf-Novize am besten die Brunni-Bahn hoch zur Station Ristis (1601 m). Denn von dort aus führt ein asphaltierter Weg längs der Flanke hoch zur Rigidalalp, sodass sich der Novize vorerst keine Sorgen über Fehltritte machen muss. Die Steigung ist angenehm und die rund zwei Kilometer eine optimale Distanz, um sich mit der Idee, berghoch zu rennen, so richtig anzufreunden.

Ab dem Älplerbeizli Rigidalalp ist der Weg in Richtung Rugghubelhütte unbefestigt. Über Treppenstufen überwindet der Berggänger hier im Nu das erste steile Stückaber Achtung, die Stufen sind unregelmässig und uneben. Es ist keineswegs eine Schande, diesen Abschnitt zu gehen, statt zu laufen und dafür heil oben anzukommen! Es folgt ein etwa zwei Kilometer langes Teilstück, das zwar grundsätzlich ansteigt, doch immer mal wieder flach oder abfallend ist – und so Pausengelegenheiten bietet.

Hier kann sich der Berglauf-Neuling auch an unebenes Gelände gewöhnen und an seiner Trittsicherheit und Balance feilen. Es lohnt sich, den Weg schweigend zurückzulegen, denn in diesem Jagdbanngebiet tummeln sich etliche Murmeltiere. Die letzten anderthalb Kilometer hoch zur Rugghubelhütte sind stotzig, der Weg aber gut genug, sodass hier auch ein Novize rennen kannvorausgesetzt seine Reaktionsfähigkeit ist noch nicht auf der Strecke geblieben.

Die Rugghubelhütte thront inmitten grosser Felskämme und beherbergt ein urchiges Kleinod: Das Zimmer «Leist» ist eigentlich nicht viel mehr als ein Schrank, in das nur gerade ein Doppelbett passt. Das Panorama, das sich aber aus dem winzigen Fenster bietet, ist luxuriös. Der Aufstieg zur Hütte beträgt rund 5,5 km mit 700 Höhenmetern und kann selbstverständlich auch wandernd zurückgelegt werden.

  • Höhe: 2296 Meter
  • Grösse der Hütte: 94 Schlafplätze
  • Preis/Nacht inkl. Halbpension: je nach Zimmer 75 bis 114 Franken
  • Hüttenwart: Chrigel Menon und Andrea Marti
  • SAC: Ja
  • www.rugghubel.ch

Trifthütte BE

Die Trifthütte zwischen Susten- und Grimselpass umgeben von karger, atemberaubender Landschaft.
Die Trifthütte zwischen Susten- und Grimselpass umgeben von karger, atemberaubender Landschaft.
Foto: BOM

Natürlich ist die Trifthütte im Berner Oberland inmitten von Susten- und Grimselpass so oder so einen Besuch wert. Im imposanten Panorama zwischen Triftsee und Triftgletscher eingekesselt erleben Besucher hier am Abend nach getaner Arbeit auf 2520 Meter über Meer einen spektakulären Sonnenunterang hinter dem Mährenhorn. Doch das wahre Highlight der Tour ist nicht die schöne Hütte oder die netten Gastgeber, sondern die Überquerung der spektakulären Triftbrücke. Sie gehört zu den höchsten und längsten Hängeseilbrücken für Wanderer in Europa. 170 Meter lang und maximal 100 Meter hoch führt sie über den Gletschersee Höhenangst ist hier nicht erlaubt. Danach geht es auf dem Wanderweg der Stufe T4 ähnlich anspruchsvoll weiter, über nicht ganz einfache Leiterabstiege und enge Pfade, bis man schlussendlich am Ziel angekommen ist. Insgesamt dauert die beliebte Route von der Talstation der Triftbahn via Brücke bis zur Hütte 6,5 Stunden. Es geht aber auch kürzer.

Die Tour vom Sustenpass her via Triftbrücke zur Hütte ist hie und da etwas anspruchsvoll – gegen Ende des Weges helfen Fixseile beim Aufstieg.
Die Tour vom Sustenpass her via Triftbrücke zur Hütte ist hie und da etwas anspruchsvoll – gegen Ende des Weges helfen Fixseile beim Aufstieg.
Foto: Tobias Müller

Wer sich zwei Stunden Weg und viele Höhenmeter sparen möchte, der nimmt die Gondelbahn bis Underi Trift (24 Franken retour, Tickets reservieren auf www.grimselwelt.ch). Für den hochalpinen Weg ist neben guten Wanderschuhen keine besondere Ausrüstung notwendig. Doch Achtung: Der Weg ist etwas anspruchsvoll, gerade wenn früh in der Sommersaison die Grashänge noch mit Schnee bedeckt sind. Gegen Ende der Strecke helfen Fixseile bei der Bewältigung von kleineren Felsvorsprüngen. Im Winter kann die Hütte auch via Furkapass vom altehrwürdigen Hotel Belvédère mit den Tourenski erreicht werden.

  • Höhe: 2520 Meter
  • Grösse der Hütte: 42 Schlafplätze, zusätzlich 16 im Schutzraum
  • Preis/Nacht inkl. Halbpension: 78 Franken
  • Hüttenwart: Nicole und Turi
  • SAC: Ja
  • www.trifthuette.ch

Lötschenpasshütte BE/VS

Bis spät im Juni noch Schnee: Andrea Strohmeier und Beat Dietrich sind die Hüttenwarte auf der Lötschenpasshütte.
Bis spät im Juni noch Schnee: Andrea Strohmeier und Beat Dietrich sind die Hüttenwarte auf der Lötschenpasshütte.
Foto: Dominic Steinmann

Auf der Grenze zwischen Berner Oberland und Wallis auf 2690 Meter über Meer steht die Lötschenpasshütte, zwischen dem Ferdenrothorn und dem Hockenhorn. Neben Familien und Wanderern ist die Lötschenpasshütte auch für Geologen geeignet und ein interessantes Ziel. Auf dem Lötschenpass finden sich über 35 verschiedene Gesteinsarten, ein bunter Mix aus Kalkstein, Sandstein und Gips, was für ein abwechslungsreiches Gebirgspanorama sorgt. Eine besondere Sehenswürdigkeit der Gesteinsformen ist auf dem Weg von Kandersteg aus in Selden erkennbar: das Gasterngesicht ein von der Natur in den Fels eingemeisseltes Gesicht.

Das Gesicht im Gasterntal grüsst einen auf dem Weg von Kandersteg zur Lötschenpasshütte.
Das Gesicht im Gasterntal grüsst einen auf dem Weg von Kandersteg zur Lötschenpasshütte.
Foto: BOM

Etliche Wege können entweder von der Walliser Seite oder vom Berner Oberland aus in Angriff genommen werden. Die wohl bekannteste Route ist diejenige von Kandersteg durch das wunderschöne Gasterntal. Der Weg ist technisch einfach (T3), konditionell jedoch anspruchsvoll (7 Stunden, 1500 Höhenmeter). Von der Walliser Seite aus bietet sich die Route ab Wiler über die Lauchernalp an (Schwierigkeitsgrad: T2, Dauer: rund vier Stunden). Oben am Ziel angekommen, geniesst man neben einer modernen, gemütlichen Hütte die Sicht auf viele markante Gipfel, kleine Bergteiche sowie über die Walliser Berglandschaft.

  • Höhe: 2690 Meter
  • Grösse der Hütte: 80 Schlafplätze
  • Preis/Nacht inkl. Halbpension: 75 Franken
  • Hüttenwart: Beat, Andreas, Annina und Kevin
  • SAC: Nein
  • www.loetschenpass.ch

Capanna Cava TI

Ein kleiner Geheimtipp unter den 72 SAC-Hütten im Tessin: Die Cava östlich von Biasca.
Ein kleiner Geheimtipp unter den 72 SAC-Hütten im Tessin: Die Cava östlich von Biasca.
Foto: Kathrin Huser

Allein im Kanton Tessin stehen 72 vom SAC anerkannte Berghütten. Dabei sind Familien und Naturliebhabern keine Grenzen gesetzt, vom kleinen Berghäuschen bis zur grossen, modernen Hütte gibt es für jeden etwas. Ein kleiner Geheimtipp ist die Capanna Cava, östlich von Biasca im Schatten vom San Bernardino. Die Hütte, auf einer Hochebene neben einem kleinen See gelegen, bietet zwar gerade einmal 36 Personen Platz – doch was die Aussicht anbelangt, gehört sie zu den ganz Grossen. Schöne und (konditionell) anspruchsvolle Routen bieten sich gleich mehrere an: Der steile Weg ab Biasca (T3) ist vor allem psychologisch schwierig, erst kurz vor dem Ziel und nach vielen Höhenmetern erblickt man die Hütte. Und da wäre natürlich auch die Route über den Passo del Mauro, wobei man die Kantonsgrenze hinüber nach Graubünden überschreitet. Wer nach etlichen Stunden auf den Wanderwegen rund um die Capanna Cava erschöpft ist, der kann es sich in der Hütte bei einer leckeren Portion Pizzocheri gut gehen und den Tag Revue passieren lassen.

  • Höhe: 2066 Meter
  • Grösse der Hütte: 36 Schlafplätze
  • Preis/Nacht inkl. Halbpension: 42 Franken
  • SAC: Nein (UTOE)
  • www.capanneti.ch/de/huetten/cava

Chamanna Coaz

Im Sommer blüht die Natur rund um die Coaz, im Winter liegt hier meterhoch Schnee.
Im Sommer blüht die Natur rund um die Coaz, im Winter liegt hier meterhoch Schnee.
Foto: Coaz-Hütte-Archiv

Wanderer mit Feldstecher und gut geschulten Augen erkennen die Chamanna Coaz bereits nach ein paar Gehminuten von Pontresina aus. Die kleine, rote Steinhütte am Ende des Val Roseg erhebt sich direkt neben dem Gletscher und oberhalb des Bergsees. Für unerfahrene Alpinisten und erstmalige Besucher bleibt die Hütte jedoch bis wenige Meter vor dem Erreichen des Ziels verborgen das kleine Häuschen geht an der riesigen Bergwand beinahe unter.

Für Wanderverrückte und Langläufer ist das Val Roseg im Engadin schon lange kein Geheimtipp mehr. Doch anstatt beim Restaurant Roseg auf halbem Weg kehrtzumachen, lohnen sich im Sommer die rund 4,5 Stunden Weg von Pontresina aus, um zu einer der abgelegeneren Hütten in den Alpen zu kommen. Die Route ab Pontresina ist sehr einfach, spezielles Material ist nicht vonnöten. Ab dem Tal-Restaurant Roseg bieten sich zwei Routen an. Rechts am Lej da Vadret am Berghang entlang, oder links am Gewässer vorbei mit anschliessendem steilem Anstieg direkt zur Hütte (beide Schwierigkeit T2). Danach geniesst man den Blick über die Engadiner Berglandschaft, inklusive auf den Piz Bernina, den einzigen Viertausender in Graubünden und der östlichen Alpenkette. Ganz nebenbei: Die Coaz-Hütte wurde nach dem Schweizer Forstingenieur Johann Coaz benannt, der den davor scheinbar unbezwingbaren Berninagipfel im Jahr 1850 als Erster erklomm.

  • Höhe: 2611 Meter
  • Grösse der Hütte: 80 Schlafplätze
  • Preis/Nacht inkl. Halbpension: 72 Franken
  • Hüttenwart: Ruedi und Ursula Schranz
  • SAC: Ja
  • www.coaz.ch

Kesch-Hütte GR

Ob bei schlechtem oder gutem Wetter, die Kesch-Hütte ist und bleibt ein Bijou fürs Auge.
Ob bei schlechtem oder gutem Wetter, die Kesch-Hütte ist und bleibt ein Bijou fürs Auge.
Foto: Tobias Müller

Der Start hätte nicht schwieriger sein können. Ursula Schweizer und Balthasar Dinkelacker übernahmen die Kesch auf diese Sommersaison hin als Hüttenwarte und mussten sich gleich zu Beginn mit den Auswirkungen des Coronavirus beschäftigen. Anstatt Beisammensitzen auf engstem Raum gibt es nun ein Hauch von Social Distancing auf 2627 Meter über Meer. Doch das tut der Stimmung keinen Abbruch. Die moderne Kesch-Hütte ist von aussen ein Bijou fürs Auge, und drinnen fehlt es dem Gast an nichts.

Den Weg zur Kesch sollte man also auf jeden Fall auf sich nehmen, auch wenn einem das gemütliche Hütten-Erlebnis nicht geschenkt wird. Am einfachsten ist es, man startet von Bergün aus (ein Besuch im dortigen Albula-Bahnmuseum lohnt sich), so dauert der Weg zum ersehnten Ziel rund vier Stunden. Anspruchsvoller wird es von Davos aus. Entweder man überquert den Sertigpass (2739 Meter über Meer) von der Busstation Sand im Sertigtal aus (ca. fünf Stunden). Für die ganz Sportlichen bietet sich die Tour ab Davos Dorf über den Scalettapass (2606 Meter über Meer) via Dürrboden an (ca. sechs Stunden).

  • Höhe: 2627 Meter
  • Grösse der Hütte: 90 Schlafplätze
  • Preis/Nacht inkl. Halbpension: 75 Franken
  • Hüttenwart: Ursula Schweizer und Balthasar Dinkelacker
  • SAC: Ja
  • www.kesch.ch

Ortstockhaus GL

Das halbrunde Berggasthaus ist sowohl Etappenziel als auch Destination.
Das halbrunde Berggasthaus ist sowohl Etappenziel als auch Destination.
Foto: Maja Rhyner

Das Ortstockhaus am Fuss des gleichnamigen Berges ist ab Braunwald eine leicht erreichbare Destination mit Kind und Kegelaber auch mit dem Mountainbike. Die Hütte ist ein wunderbares Etappenziel für Weitwanderungenetwa der Via Glaralpinalohnt sich aber auch für einen zweitägigen Ausflug. Der erste Tagquasi das Warm-upbesteht in diesem Fall aus dem Aufstieg von Braunwald aus. Er führt erst über breite Wanderwege, windet sich dann als gut begehbarer Trampelpfad durch unzählige Farne und Felsbrocken den Hang hinauf, um zum Schluss hin wieder breiter zu werden. Auf der gut vier Kilometer langen Route sind nur wenige steilere Passagen zu überwinden, und nach 500 Höhenmetern betritt der Wanderer die Terrasse vor dem halbrunden Berggasthaus, wo er sich für den zweiten Tag stärken kann.

Der Weg zum Seblengrat führt durch eine Felsgalerie – Achtung nass!
Der Weg zum Seblengrat führt durch eine Felsgalerie – Achtung nass!
Foto: Pia Wertheimer

Dessen Einstieg ist quasi ein Kaltstart auf einem zünftig steilen Pfad hoch zur Station Gumen. Eine flachere Passage führt von dort aus weiter durch eine Felsgalerie hoch auf den Seblengrat (1895 m) und um das Chnügrat. Ab hier sind vor allem die bremsenden Oberschenkelmuskeln gefragt. Denn es geht über schmale Pfade und durch Weiden bergab zur Bächialp (1461 m), von wo aus der Nimmersatte einen Abstecher bergwärts zum Oberblegisee machen kann. Wer es gemütlicher mag, geht indes weiter talwärts Richtung Braunwald und gönnt sich nach einem leichten Anstieg einen Halt an der Feuerstelle Flueboden, die einen atemberaubenden Ausblick ins Tal und ins Kärpfmassiv bietet. Die letzten zwei Kilometer führen auf breitem Wanderweg mit angenehmen Gefälle zurück zum Ferienort. Die Tour am zweiten Tag ist gut 11 Kilometer lang und ist trotz der Distanz für ungeübte Wanderer gut machbar.

  • Höhe: 1772 Meter über Meer
  • Grösse der Hütte: 27 Schlafplätze (Zweier- bis Fünferzimmer)
  • Preis/Nacht inkl. Halbpension: 105 Franken pro Erwachsener
  • Hüttenwart: Maya Rhyner und Hans Rauner
  • SAC: Nein
  • www.ortstockhaus.ch