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Challenge LeagueDie Eingewechselten glänzen, Buff bekommt Standing Ovations

GC gewinnt zum dritten Mal in vier Spielen nach der Corona-Pause. Weil Zoltan Kadar ein goldenes Händchen beweist und Oliver Buff gegen Wil zweimal trifft.

Die Matchwinner: Petar Pusic, der zweifache Vorbereiter, eilt zu Oliver Buff, dem zweifachen Torschützen.
Die Matchwinner: Petar Pusic, der zweifache Vorbereiter, eilt zu Oliver Buff, dem zweifachen Torschützen.
keystone-sda.ch

Zoltan Kadar hat etwas, was kaum ein Challenge-League-Verein hat: eine prominent besetzte Bank. Er bringt nach einer Stunde eine komplett neue Sturmreihe, bestehend aus Pusic, Gjorgjev und Chagas. 1:1 steht es da. Es ist ein Wechsel, der das Spiel entscheidet.

Denn plötzlich geht es ganz schnell, ist der Platz da, den sie brauchen. Pusic leitet via Dickenmann das 2:1 durch Buff ein, es ist das zweite Tor des früheren FCZ-Spielers. Bei seiner Auswechslung kurz danach bekommt er stehende Ovationen von den Fans, die ihn noch vor einigen Monaten beleidigt hatten. Mit seinem 2:1 lässt die bis dahin hartnäckige Gegenwehr des FC Wil nach. Gjorgjev erzielt nach Doppelpass mit Pusic in der Nachspielzeit das 3:1, Chagas trifft per Kopf zum Endresultat. Von wem der Eckball kommt? Genau, Petar Pusic.

GC ist damit souverän in die Zeit nach der Corona-Pause gestartet. Es holte in vier Spielen zehn Punkte und schoss dabei 13 Tore. Das Schwierige erschien dabei oft ziemlich einfach, die Siege waren überzeugend, die Tore oft sehenswert. Diesmal aber ist es nicht einer dieser Tage, diesmal ist es lange umgekehrt. Nach 17 Minuten steht Ben Khalifa bereit zu Tor 6 in den letzten vier Spielen, verschiesst aber seinen Penalty.

Es ist eine von zahlreichen Aktionen, in der den Grasshoppers am Dienstagabend die Leichtigkeit fehlt, die sie in den Auftritten gegen Lausanne und vor allem gegen Aarau noch ausgezeichnet hatte. Gegner Wil steht eng und dem Heimteam auf den Füssen, vom hintersten zum vordersten Feldspieler sind es selten mehr als 40 Meter. GC hat damit Mühe, über das ganze Spiel hinweg, der Sieg ist in der Art seiner Entstehung kein glanzvoller. «Wir haben gezeigt, dass wir es auch über den Kampf können, wenn es fussballerisch nicht läuft», sagt Trainer Kadar dazu.

Lausanne nur noch acht Punkte voraus

Bei Wils erstem Schuss aufs Tor lässt Dickenmann seinen Gegner flanken, Cvetkovic deckt mangelhaft. GC liegt durch das Tor von Vonmoos erstmals seit dem Restart wieder im Rückstand. Dickenmann aber macht das, was er hinten verschläft, vorne wett. Seine Hartnäckigkeit wird mit einem Eckball belohnt. Dass es kurz darauf und somit zur Pause 1:1 steht, liegt vor allem daran, dass Wil diesen nie wegbringt und der Ball über diverse Umwege bei Buff landet.

So wie dieses Tor gefallen ist, mit ganz viel Geknorze und misslungenen Befreiungsschlägen, läuft das ganze Spiel, es ändert sich bis zu diesem Dreifach-Wechsel nicht. Viele Fouls machen die Partie zu zäher Kost, es scheint, als habe der Spielplan mit seinen englischen Wochen schon jetzt an den Spielern genagt. Es fehlen neun Spiele. Der Rückstand auf Lausanne aber schrumpft, beträgt noch acht Punkte. Der Leader spielt zeitgleich 0:0 gegen Lausanne-Ouchy. Und Chagas sagt in voller Euphorie: «Wir wollen den ersten Platz angreifen.»