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Interview zu Corona und Kapitalismus«Die Krise ist erst zu Ende, wenn sie für alle zu Ende ist»

Die Schweizer Philosophin Rahel Jaeggi sagt, wir müssen darüber reden, wie irrational unsere Gesellschaft ist. Denn die Normalität vor der Krise ist selbst schon krisenhaft.

Gibts hier eine Impfung? Menschen stehen Schlange vor dem Chanel-Geschäft in Zürich im Mai 2020.
Gibts hier eine Impfung? Menschen stehen Schlange vor dem Chanel-Geschäft in Zürich im Mai 2020.
Foto: Bloomberg via Getty Images

Irgendwann wird die Pandemie vorüber sein, und viele Leute freuen sich jetzt schon: Endlich wieder reisen, endlich wieder Geld ausgeben. War das Leben im Kapitalismus davor gar nicht so schlecht?

Das kommt darauf an, für wen. Für diejenigen, die reisen und sich schöne Dinge kaufen können vielleicht schon. Für diejenigen, die schlecht bezahlt und unter immensem Stress in der Kranken- oder Altenpflege arbeiten, schon etwas weniger. Oder gar für die, die am anderen Ende der sogenannten Lieferketten stehen. Aber wenn man die momentanen Fallzahlen ansieht, muss man doch ohnehin sagen: Die freuen sich zu früh. Und tragen durch ihr Verhalten mit dazu bei, dass die Pandemie sich verlängert und die Sache mit dem «Endlich wieder reisen» noch länger dauern wird, als es sein müsste.

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