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Neuer Teil-Lockdown in MadridDie unsichtbare Mauer

Ob man ins Theater darf oder auf den Spielplatz, das hängt in Spaniens Hauptstadt auch davon ab, an welchem Ende einer Strasse man wohnt. Die Bekämpfung der Corona-Pandemie teilt die Bevölkerung.

Beim ersten Lockdown war die Hauptstrasse Calle de Alcala fast ausgestorben. Heute teilt sie Stadtviertel, in denen sich Bewohner an eine Ausgangssperre halten müssen, und Viertel, wo man sich frei bewegen darf.
Beim ersten Lockdown war die Hauptstrasse Calle de Alcala fast ausgestorben. Heute teilt sie Stadtviertel, in denen sich Bewohner an eine Ausgangssperre halten müssen, und Viertel, wo man sich frei bewegen darf.
Foto: Juan Manuel Castro Prieto (laif)

In diesen Tagen, in denen die zweite Corona-Welle Madrid überrollt, ist der Kiosk von Yolanda Sánchez eine schwimmende Planke für alle, die etwas zum Festhalten brauchen. «Meine Kunden sind ältere Leute, sie holen hier jeden Tag ihre Zeitung», sagt Yolanda hinter ihrem Holztresen und der Plexiglasscheibe, die sie dort im März angebracht hat. Während des Lockdown im Frühjahr sei ein Mann dreimal pro Tag gekommen, einmal holte er die Zeitung, dann Zigaretten, dann Bonbons. Und jedes Mal blieb er ein bisschen stehen, um zu reden, erzählt die 48-Jährige, die den Zeitungskiosk in der Calle de Alcalá auf Höhe der Plaza de Quintana betreibt.

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