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Interview mit Michael Hermann«Die Bereitschaft, sich einzuschränken, wird immer kleiner»

Politgeograf Michael Hermann untersucht seit Beginn der Pandemie die Stimmung in der Bevölkerung. Er glaubt, es werde noch mehr Proteste von Jugendlichen geben.

«Erstaunlich, wie diszipliniert die Jungen die Massnahmen immer noch mittragen»: Politgeograf Michael Hermann.
«Erstaunlich, wie diszipliniert die Jungen die Massnahmen immer noch mittragen»: Politgeograf Michael Hermann.
Foto: Lucian Hunziker

Am Freitag kam es zu Ausschreitungen in St. Gallen. Waren das bloss ein paar Krawallfreudige oder steht dahinter ein ernst zu nehmender Unmut unter den Jugendlichen?

Unsere Auswertungen zeigen klar: Mittlerweile ist die Mehrheit der Jugendlichen unzufrieden mit den Massnahmen. Der Unmut ist gross. Allerdings ist den meisten der Missmutigen bewusst, dass es Gründe für die Massnahmen gibt. Jene, die zu Krawallen bereit sind, bilden eine kleine Minderheit.

Bei den Erwachsenen gibt es zwei Gruppen: Die Ängstlichen, die möglichst alles schliessen wollen, und die Freiheitlichen, die auf Selbstverantwortung setzen. Wie ist das bei den Jugendlichen?

Bei den Jungen ist vor allem die Veränderung auffällig. In der ersten Welle waren überdurchschnittlich viele für Schliessungen, sogar eine verstärkte Einschränkung der Bewegungsfreiheit haben sie befürwortet. Das war wirklich erstaunlich. In der zweiten Welle hat die Einstellung komplett gekehrt. Nun machen sich überdurchschnittlich viele Junge für Lockerungen stark.

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